vergrößernverkleinern
Inka Grings (l.) spielt seit 1996 in der deutschen Nationalmannschaft © getty

Zum EM-Start landet Deutschland einen 4:0-Erfolg gegen Norwegen. Doch erst ein Dreierpack kurz vor dem Ende sichert den Sieg

Tampere - Nur ein kurzer Jubel, ein Abklatschen innerhalb des Teams und der obligatorische Dank an die Fans - Überheblichkeit sieht anders aus.

Obwohl die deutschen Fußballerinnen mit ihrem Traumstart in das Unternehmen EM-Titelverteidigung die Gegner geschockt haben, war von überschwänglicher Euphorie in den Reihen des zweimaligen Welt- und sechsmaligen Europameisters nach dem 4:0 (1:0) im ersten Spiel der Gruppe B im finnischen Tampere gegen Mitfavorit Norwegen nichts zu spüren. (Der EM-Spielplan: Ergebnisse und Tabellen)

"Ich denke sicher noch nicht an das Viertelfinale, sondern nur an den nächsten Gegner Frankreich", sagte Rekordnationalspielerin Birgit Prinz nach dem Auftaktsieg der Auswahl des DFB, die seit mittlerweile 21 EM-Spielen in Folge ungeschlagen ist.

Ähnlich sah es auch DFB-Trainerin Silvia Neid. "Wenn wir schlecht gegen Frankreich spielen, sieht das alles wieder ganz anders aus", meinte Neid, deren Mannschaft nach einem guten Dutzend vergebener Torchancen den klaren Erfolg erst in der Schlussphase herausschoss.

"Waren klar besser"

Linda Bresonik (33.) per Foulelfmeter, zweimal Fatmire Bajramaj (90. und 90.+4) sowie Anja Mittag (90.+2) machten mit ihren Treffern den Sieg perfekt.

"Wir waren ganz klar die bessere Mannschaft, aber wir haben lange Zeit das zweite Tor nicht gemacht. So hätte es auch 1:1 stehen können. Insgesamt war das aber eine tolle Leistung von allen", sagte Neid.

Schon beim bisher letzten EM-Sieg vor vier Jahren hatte die deutsche Auswahl, die zuletzt viermal in Folge bei den kontinentalen Titelkämpfen triumphiert hatte, das Auftaktspiel gegen Norwegen mit 1:0 gewonnen und auch beim Wiedersehen im Finale mit 3:1 die Oberhand behalten.

DFB-Elf dominant

Vor rund 7500 Zuschauern dominierte die DFB-Elf in der Anfangsphase und ließ die Norwegerinnen kaum zur Entfaltung kommen.

Nach stark vorgetragenen Angriffen vergaben Inka Grings (3., 32.), Melanie Behringer (7., 28.) und Linda Bresonik (18.) allerdings die sich bietenden Chancen.

Zudem wurde ein Treffer von Grings wegen einer Abseitsstellung nicht anerkannt (13.).

Bresonik mit der Führung

Erst nach rund einer halben Stunde fiel der längst überfällige Treffer für das deutsche Team, das den Weltmeister von 1995 und zweimaligen Europameister (1987 und 1993) über weite Strecken in der eigenen Hälfte einschürte.

Nach einem Foul von Maren Mjelde an Prinz verwandelte Mittelfeldspielerin Bresonik vom UEFA-Cup-Sieger FCR Duisburg mit etwas Glück den fälligen Foulelfmeter und markierte damit ihren fünften Länderspieltreffer.

Schlechte Chancenverwertung

Anschließend kamen die Norwegerinnen zwar etwas besser in die Partie und hatten durch Solveig Gulbrandsen (34.) sowie Lindy Lövbraek (37.) gute Möglichkeiten, an der grundsätzlichen Überlegenheit der Deutschen änderte sich allerdings nichts.

Nur die Chancenverwertung blieb weiter der Schwachpunkt im deutschen Spiel. Kerstin Garefrekes (38.), Prinz (45.) und die starke Melanie Behringer (45.+1) hätten den Vorsprung ausbauen müssen.

Ohne Laudehr

Nach dem Seitenwechsel rührte die Mannschaft von DFB-Trainerin Silvia Neid, die auf Mittelfelfdspielerin Simone Laudehr (Innenbandzerrung) verzichten musste, mit ihrem Auftritt weiter die Werbetrommel für die WM 2011 in Deutschland.

Die Deutschen, in deren Kader 16 Weltmeisterinnen von 2007 stehen, scheiterten aber weiter an ihrem eigenen Unvermögen oder an der norwegischen Torhüterin Ingrid Hjelmseth. Grings (57.), Garefrekes (59.) und Prinz (67.) vergaben hochkarätige Möglichkeiten.

Erst in den letzten Minuten sorgten zweimal Bajramaj und Mittag noch für den klaren Erfolg.

Zum Forum - hier mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel