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Linda Bresonik leitete mit ihrem Treffer den Erfolg der DFB-Auswahl ein © getty

Beim Sieg gegen Norwegen lässt die DFB-Auswahl aufhorchen. Ein zweistelliges Ergebnis wäre möglich gewesen. Neid ist zufrieden.

Tampere - Wenn nach einem 4:0 (1:0)-Auftaktsieg bei einer EM alle Beteiligten in erster Linie über die vergebenen Torchancen sprechen, dann sollten sich die Kontrahenten besser warm anziehen.

"Es hätte durchaus auch 8:0 ausgehen können", sagte Spielmacherin Linda Bresonik nach dem beeindruckenden Erfolg der deutschen Fußballerinnen gegen Norwegen - und es klang fast wie eine Warnung an Frankreich vor dem vorentscheidenden Spiel um den Gruppensieg am Donnerstag (ab 16 Uhr LIVE).

Dabei untertrieb die stark spielende Bresonik, die durch einen verwandelten Foulelfmeter vor 6552 Zuschauern im finnischen Tampere den Sieg des Titelverteidigers eingeleitet hatte (33.), mit ihrer Analyse noch.

"Tausendprozentige" Chancen vergeben

Ein zweistelliges Ergebnis wäre gegen den Mitfavoriten, der erst in den letzten Minuten durch die Treffer der eingewechselten Fatmire Bajramaj (90., 90.+4) und Anja Mittag (90. +2) endgültig besiegelt wurde, möglich gewesen.

Frühere Tore wären auch für das Nervenkostüm von DFB-Trainerin Silvia Neid förderlich gewesen.

"Dass wir so lange auf das zweite Tor warten mussten, hat meinen Nerven gar nicht gut getan", meinte die 45-Jährige.

"Ich brauche nicht anzusprechen, dass wir bei tausendprozentigen Chancen den Ball nicht über die Linie bekommen haben. Wir werden aber die positiven Dinge herausarbeiten und keine negative Nachbereitung machen", sagte Neid weiter. (Der EM-Spielplan: Ergebnisse und Tabellen)

Spiel wie aus einem Guss

Dabei wäre die Auswahl des Deutschen Fußball-Bundes kurz vor Schluss für ihren fahrlässigen Umgang mit hochkarätigen Chancen fast noch bestraft worden.

"So etwas kann auch nach hinten losgehen - was man in der 89. Minute gesehen hat", kommentierte Neid die Chance der Norwegerin Cecilie Pedersen, die von Torhüterin Nadine Angerer zunichte gemacht wurde.

Abgesehen von dieser Szene und der schwachen Chancenverwertung spielte der zweimalige Welt- sowie sechsmalige Europameister, der seit 21 EM-Partien ungeschlagen ist, aber wie aus einem Guss und betrieb bereits beste Werbung für die WM 2011 in Deutschland.

Die Norwegerinnen wurden weitgehend in der eigenen Hälfte eingeschnürt. Nur Torhüterin Ingrid Hjelmseth verhinderte ein Debakel für den Weltmeister von 1995 und zweimaligen Europameister (1987 und 1993).

Neid ist zufrieden

"Ich habe gewusst, was die Spielerinnen können. Dass sie es aber so umsetzen, war genial", erklärte Neid, der anzumerken war, dass das Resultat der offenbar perfekt durchgeführte Vorbereitung auch für sie selbst eine Genugtuung war.

Dennoch wollte die Trainerin vor der Partie gegen die "Equipe Tricolore", die ihr Auftaktspiel in der Gruppe B 3:1 (1:1) gegen Island gewinnen konnte, nicht zu viel Euphorie aufkommen lassen.

"Wir haben uns Respekt verschafft. Aber wenn wir schlecht gegen Frankreich spielen, sind wir diese Rolle wieder los", sagte Neid und wurde in ihrer Ansicht von Rekord-Nationalspielerin Birgit Prinz unterstützt: "Ich denke noch nicht an das Viertelfinale, sondern nur an Frankreich."

Auch Laudehr ist wieder einsatzbereit

Gegen die Französinnen hat Neid die Qual der Wahl.

Neben der überzeugend agierenden Startelf konnten auch die eingewechselten Bajramaj, Mittag und Celia Okoyino da Mbabi überzeugen.

Zudem steht die zuletzt angeschlagene Simone Laudehr, die vor der EM eigentlich gesetzt war, wieder zur Verfügung.

Für Bajramaj steht die Startelf fest

An personelle Änderungen glaubt aber nicht einmal Torschützin Bajramaj.

"Die Tore sind ein Pluspunkt für mich. Aber die elf, die gespielt haben, stehen eigentlich fest", meinte die 21-Jährige.

Bei einem Sieg gegen Frankreich können die Reservisten aber darauf hoffen, im dann wohl bedeutungslosen letzten Gruppenspiel gegen Island ihre Chance von Beginn an zu bekommen.

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