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Linda Bresonik erzielte beim Auftaktspiel gegen Norwegen den wichtigen 1:0-Treffer © getty

Linda Bresonik spricht im Interview bei Sport1.de über den kommenden Gegner aus Frankreich und den Druck des Titelfavoriten.

Von Jessica Pulter

München - Die DFB-Frauen führte Linda Bresonik beim 4:0 (1:0)-Auftaktsieg gegen Norwegen auf die Siegerstraße - auch wenn sie "schon bessere Elfmeter geschossen" hat.

Unter Dach und Fach war der Sieg aber erst in der Nachspielzeit, was nicht nur an der norwegischen Torhüterin Ingrid Hjelmseth lag.

"Natürlich könnte die Torausbeute besser sein", findet Bresonik und auch die Nerven von Bundestrainerin Silvia Neid wurden stark beansprucht. "Dass wir so lange auf das zweite Tor warten mussten, hat meinen Nerven gar nicht gut getan", so die 45-Jährige.

Gegen die Französinnen (Do., ab 16.15 Uhr LIVE) kann das Neid-Team bereits den Gruppensieg und den damit verbundenen Einzug ins EM-Viertelfinale perfekt machen. (Der EM-Spielplan: Ergebnisse und Tabellen)

Doch Bresonik will den Gegner nicht unterschätzen. "Frankreich hat eine sehr spielstarke Mannschaft", die über "gute Einzelspielerinnen" verfügt, weiß die 25-jährige Mittelfeldspielerin vom FCR 2001 Duisburg.

Im Gespräch mit Sport1.de blickt Linda Bresonik auf das Spiel gegen Norwegen zurück und erklärt was nötig ist, um den Gruppensieg gegen Frankreich perfekt zu machen.

Sport1.de: Frau Bresonik, der 4:0-Sieg gegen Norwegen war erst sehr spät unter Dach und Fach, insbesondere wenn man die Vielzahl der Chancen betrachtet. Sind Sie trotzdem zufrieden?

Linda Bresonik: Ja, natürlich. Das war ein gelungener, sehr guter Start in die Europameisterschaft. Wir haben uns mit diesem Erfolg eine gute Ausgangsposition für das weitere Turnier verschafft.

Sport1.de: Auch mit Ihrem Elfmeter-Tor?

Bresonik: Ich habe schon bessere Elfmeter geschossen, aber das ist egal, Hauptsache ich habe getroffen. Drin ist drin.

Sport1.de: Lag es nur an der norwegischen Torhüterin Hjelmseth, dass das DFB-Team erst kurz vor Schluss den Sack zumachte?

Bresonik: Kein Zweifel, sie hat schon einen großen Teil dazu beigetragen, dass das Spiel so lange so offen war. Sie hat eine sehr gute Partie geliefert ? das muss man auch mal lobend anerkennen. Aber wir waren im Abschluss auch ein wenig unkonzentriert. Das war so ein Tag, an dem es schien, als wolle der Ball einfach nicht ins Tor. Von daher spricht es jedoch für uns, dass wir dann doch noch mit 4:0 gewinnen.

Sport1.de: Was muss sich im deutschen Spiel noch verbessern, damit man gegen Frankreich deutlicher bzw. früher im Spiel bestehen kann?

Bresonik: Ich denke, wir haben gegen Norwegen ganz ordentlich gespielt. Wir haben aus einer guten Grundordnung agiert und das Spiel über weite Strecken bestimmt. Natürlich könnte die Torausbeute besser sein - wobei vier Treffer ja nicht schlecht sind. Aber man kann sich nicht darauf verlassen, dass wir jedes Mal drei Tore in den letzten fünf Minuten erzielen. Am Donnerstag wartet mit Frankreich ein ganz anderer Gegner auf uns. Ich bin gespannt auf die Video-Analyse unseres Trainer-Teams. Und dann werden wir sehen, was wir gegen die Französinnen machen können.

Sport1.de: Die Französinnen gehören für Trainerin Silvia Neid zum erweiterten Favoritenkreis. Was macht die Mannschaft so gefährlich?

Bresonik: Frankreich hat eine sehr spielstarke Mannschaft. Sie verfügen über gute Einzelspielerinnen. Zwei von ihnen spielen in der Profi-Liga in den USA. Dazu sind einige im französischen Top-Klub Olympique Lyon beheimatet. Die Französinnen spielen einen guten Offensivfußball, sind sehr schnell und torgefährlich. Und natürlich haben sie auch Schwächen, auf die uns unsere Trainer sicherlich noch hinweisen werden.

Sport1.de: Trotzdem kann für die deutsche Mannschaft nur ein Sieg zählen, oder?

Bresonik: Ja, den streben wir an.

Sport1.de: Wie geht das Team denn mit der eigenen Favoritenrolle bei der EM um? Ist das eher Motivation oder Druck?

Bresonik: Wir kennen die Situation ja aus den vergangenen Jahren zur Genüge. Wir haben die vergangenen beiden Weltmeisterschaften und die jüngsten vier Europameisterschaften gewonnen. Insofern wissen wir damit umzugehen. Wir versuchen einfach den Druck in Motivation umzuwandeln.

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