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Melanie Behringer ist 2007 mit Deutschland Weltmeister geworden © getty

Im Interview mit Sport1.de klärt Melanie Behringer noch mal, wer den 3:0-Treffer gegen Frankreich wirklich erzielte.

Von Jessica Pulter

München/Tampere - Zwei deutliche Siege gegen Norwegen und Frankreich haben der deutschen Frauen-Nationalmannschaft schon vorzeitig den Gruppensieg und den Viertelfinaleinzug bei der EM in Finnland verschafft.

Im letzten Vorrundenspiel gegen Island (ab 14.45 Uhr LIVE) könnte sich die DFB-Auswahl nun eine Niederlage leisten.

Doch Bundestrainerin Silvia Neid will den Schlendrian gar nicht erst zulassen: "Wir sind zwar schon fürs Viertelfinale qualifiziert. Aber wir wollen natürlich auch gegen Island gewinnen."

Sehr gute Teamleistung

Insbesondere auf die mannschaftliche Geschlossenheit kann Neid auch in der Partie zählen, denn die neun DFB-Treffer haben sieben verschiedene Spielerinnen markiert.

Darunter auch Melanie Behringer. Die 23-Jährige vom FC Bayern München gehört mit 50 Länderspielen bereits zu den Routiniers im deutschen Team.(Der EM-Spielplan: Ergebnisse und Tabellen)

Im Interview mit Sport1.de klärt Melanie Behringer noch mal, wer den 3:0-Treffer gegen Frankreich wirklich erzielte, und spricht über das gestiegene Niveau im Frauenfußball und den letzten Gruppengegner.

Sport1.de: Frau Behringer, der Gruppensieg ist unter Dach und Fach, trotzdem haben die Französinnen nach einem 0:4-Rückstand noch mal einen Zahn zugelegt. Haben Sie das erwartet?

Melanie Behringer: Erwartet habe ich das nicht unbedingt. Aber es ist erklärbar, warum sie noch einmal so aufgekommen sind. Wir haben ihnen einfach zu viel Platz gelassen, sind zu halbherzig in die Zweikämpfe gegangen und kamen so oft einen Schritt zu spät. Wir werden daraus unsere Lehren für das nächste Spiel ziehen.

Sport1.de: Haben Sie sich mit Inka Grings schon geeinigt, wer das 3:0 geschossen hat?

Behringer: Das nehme ich gerne auf meine Kappe.

Sport1.de: Gegen den letzten Gruppengegner Island hat man bislang eine makellose Bilanz, allerdings liegt das letzte Aufeinandertreffen schon acht Jahre zurück. Was ist das für eine Mannschaft?

Behringer: Ich selbst habe noch nie gegen Island gespielt, insofern kann ich keine Erster-Hand-Erfahrung weitergegeben. Doch was ich bisher von den Isländerinnen gesehen und über sie gehört habe, sind sie eine robuste und zweikampfstarke Mannschaft. Auch wenn sie keine Chance mehr haben, ins Viertelfinale einzuziehen, dürfen wir sie auf keinen Fall unterschätzen.

Sport1.de: Hat Bundestrainerin Silvia Neid schon durchblicken lassen, ob man gegen Island die Chance nutzt und anderen Spielerinnen mehr Spielpraxis gönnt?

Behringer: Nein, hat sie nicht. Die Aufstellung gibt Silvia Neid immer erst am Spieltag bekannt. Aber ich kann mir durchaus vorstellen, dass es Veränderungen gegenüber der Startaufstellung gegen Frankreich geben wird.

Sport1.de: Sie haben schon einige Turniere miterlebt. Wie sehr hat sich das spielerische Niveau der gegnerischen Mannschaften gesteigert? Gibt es eine Mannschaft, die Sie besonders überrascht hat?

Behringer: Ich glaube, man kann auch bei der EM erkennen, dass der Frauenfußball wieder ein Stück weit dynamischer geworden ist. Die Konkurrenz wird einfach größer, die Mannschaften haben sich alle verbessert. Es wird immer schwieriger, in einem solchen Wettbewerb zu bestehen.

Sport1.de: Die Zuschauerzahlen sind bis auf ein paar Partien eher mau. Haben Sie auf mehr Zuspruch in Finnland gehofft?

Behringer: Natürlich wünscht man sich immer volle Stadien und wir sind durch die Zuschauerzahlen bei unseren Heimspielen auch große Kulissen gewohnt, aber aus der Vergangenheit weiß man, dass in Skandinavien der Zuspruch immer etwas mau ist.

Sport1.de: Das wird bei der WM 2011 in Deutschland nicht der Fall sein, oder?

Behringer: Davon gehe ich aus. Das WM-Organisationskomitee arbeitet ja schon eine ganze Weile darauf hin, dass die Stadien besser gefüllt sind. Ich habe großes Vertrauen in ihre Arbeit und bin überzeugt davon, dass 2011 die Stadien voll sein werden.

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