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Inka Grings ist mit 282 Bundesligatoren die erfolgreichste Torjägerin Deutschlands © getty

Im letzten Gruppenspiel kommt sie aufs Feld, trifft und musst verletzt wieder raus. Dass sie spielt ist nicht selbstverständlich.

Tampere - Sie kam, traf und ging wieder:

Torjägerin Inka Grings hatte beim 1:0 (0:0)-Erfolg der deutschen Fußballerinnen im letzten EM-Vorrundenspiel in Finnland gegen Island einen äußerst spektakulären Kurzauftritt.

Die 30-Jährige wurde absprachegemäß zu Beginn der zweiten Halbzeit für Rekord-Nationalspielerin Birgit Prinz eingewechselt, traf fünf Minuten später erst den Pfosten, dann ins Tor, verletzte sich bei ihrem Treffer und musste nach 14 Minuten Einsatzzeit wieder ausgewechselt werden.

"Ich bin vielleicht für solche außergewöhnlichen Aktionen zuständig", kommentierte Grings nach der Partie mit einem Grinsen ihren Kurzeinsatz.

Die Angreiferin vom UEFA-Cup-Gewinner und DFB-Pokalsieger FCR Duisburg sorgte dabei für mehr Wirbel als der Rest der aufgelaufenen deutschen B-Elf während des gesamten Spiels.

Grings bis Freitag wohl wider fit

Grings konnte schon wieder Schmunzeln, da ihre erlittene Knieprellung bis zum Viertelfinale (Der EM-Spielplan: Ergebnisse und Tabellen) am Freitag in Lahti (Fr., ab 14.45 Uhr Uhr LIVE ) wieder auskuriert sein dürfte.

"Sie kann voraussichtlich am Dienstag wieder ins Teamtraining einsteigen", sagte Mannschaftsarzt Bernd Lasarzewski am Montag.

"Es war ein Pressschlag, Knie auf Knie. Von der Bewegung her bin ich schon eingeschränkt. Aber ich bin optimistisch. Es ist noch viel Zeit bis Freitag", sagte die Stürmerin, die in der für den Ausgang der Vorrunde bedeutungslosen Partie ihren 46. Treffer im 75. Länderspiel erzielte.

Friedensgipfel mit Neid

Ein verletzungsbedingter Ausfall im Viertelfinale wäre für die gebürtige Düsseldorferin ein schwerer Rückschlag.

Schließlich stieg die bereits abgeschriebene Angreiferin, die sich vor knapp vier Jahren mit DFB-Trainerin Silvia Neid verkracht hatte, erst zuletzt wie Phoenix aus der Asche empor.

Nach einem Friedensgipfel mit Neid Ende des vergangenen Jahres wurde Grings rechtzeitig vor der EM vom Problemfall zu einer der Hoffnungsträgerinnen im Team des Welt- und Europameisters.

Treffer nach 78 Sekunden

Auf die Aussprache mit Neid folgte nach 40 Monaten Abstinenz im Februar das glorreiche Comeback in der Nationalmannschaft mit einem Treffer nach 78 Sekunden.

Anschließend konnte Grings, die zudem zum fünften Mal Bundesliga-Torschützenkönigin wurde, den UEFA-Pokal-Triumph sowie den DFB-Pokalsieg mit ihrem Klub FCR Duisburg feiern. Doch damit nicht genug.

Mehrere Titel für Grings

Nach Saisonende gewann Grings zum zweiten Mal nach 1999 die Wahl zur Fußballerin des Jahres.

Dabei distanzierte die gelernte Bankkauffrau mit 343 Stimmen die dreimalige Weltfußballerin Birgit Prinz (97), die zuvor achtmal in Folge die Abstimmung gewonnen hatte.

Zuvor war Grings bereits von den Trainern und Trainerinnen der Bundesligisten zur Spielerin der Saison gewählt worden.

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