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Spielführerin Birgit Prinz zog häufig drei Gegenspielerinnen auf sich © getty

Mit einem zähen Sieg gegen den Gruppenletzten beendet die Neid-Truppe die EM-Gruppenphase. Grings trifft, verletzt sich aber.

Tampere - Der zweite Anzug passt noch nicht: Die runderneuerte deutsche Nationalmannschaft hat bei der EM in Finnland im letzten Gruppenspiel gegen Island eine schwache Leistung gezeigt und gegen das Schlusslicht nur mit großer Mühe 1:0 (0:0) gewonnen.

Die bereits vor der Partie als Sieger der Gruppe B feststehende deutsche Auswahl, in der sechs Ersatzspielerinnen von Beginn an zum Einsatz kamen, trifft am Freitag im Viertelfinale auf den Zweiten der Gruppe C. (Der EM-Spielplan: Ergebnisse und Tabellen)

Die für Rekord-Nationalspielerin Birgit Prinz zu Beginn der zweiten Hälfte eingewechselte Inka Grings (50.) erzielte den Treffer für den zweimaligen Welt- und sechsmaligen Europameister.

Neid ist zufrieden, die Torschützin nicht

Allerdings zog sich Grings bei ihrem Treffer eine Knieprellung zu und musste neun Minuten später wieder vom Feld.

"Ich denke, dass es bis Freitag hinhauen müsste", sagte Grings, die mit der Leistung ihrer Kolleginnen nicht zufrieden war: "Wir haben viel rotiert, wir waren schon vorher weiter, und der Gegner hatte nichts zu verlieren, dann ist es immer schwer. Aber man darf sich sicherlich nicht so präsentieren."

DFB-Trainerin Silvia Neid war nicht ganz so kritisch: "Es war nicht so berauschend, aber insgesamt sind wir zufrieden. Wir sind mit neun Punkten Gruppenerster geworden."

23 EM-Spiele in Folge gewonnen

Zuvor gewannen die DFB-Frauen mühelos gegen die im Vorfeld als Mitfavoriten gehandelten Mannschaften aus Norwegen (4:0) und Frankreich (5:1) und sind nun seit mittlerweile 23 EM-Spielen ungeschlagen.

Die Deutschen, die zuletzt viermal in Folge den EM-Titel holten, konnten im letzten Gruppenspiel auch deshalb bedenkenlos mit der zweiten Garnitur antreten, weil Island nach zwei Niederlagen (1:3 gegen Frankreich und 0:1 gegen Norwegen) bereits als Gruppenletzter feststand.

Der Vorwurf der Wettbewerbsverzerrung konnte somit nicht aufkommen.

Müller vergibt zwei gute Chancen

Vor 3101 Zuschauern in Tampere waren die Deutschen, in deren Kader 16 Weltmeisterinnen von 2007 stehen, in der Anfangsphase überlegen. Martina Müller (5., 9.) vergab allerdings die sich bietenden Chancen.

Im Anschluss konnte die deutsche Mannschaft nicht mehr überzeugen. Der Europameister hatte die Isländerinnen zwar jederzeit im Griff, im Spiel nach vorne fehlten aber die Ideen.

Vor allem in der letzten halben Stunde vor der Pause konnten die Reservistinnen keine Werbung in eigener Sache betreiben. Lediglich Anja Mittag hatte noch eine Gelegenheit zur Führung (44.).

Erst der Pfosten, dann der Treffer

Nach dem Seitenwechsel überraschte zunächst DFB-Trainerin Silvia Neid mit einer Personal-Entscheidung.

Neid nahm Prinz aus dem Spiel und brachte dafür Grings. Diese Maßnahme machte sich bereits nach fünf Minuten bezahlt. Zunächst traf Grings den Pfosten, dann erzielte sie nach einer Flanke von Bajramaj das 1:0.

Beste Spielerinnen der DFB-Elf waren Grings bei ihrem Kurzauftritt und mit Abstrichen Bajramaj. Bei den Isländerinnen überzeugten Holmfridur Magnusdottir und Margret Vidarsdottir.

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