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Die Spiele der Gruppe C "waren am attraktivsten" findet Birgit Prinz © getty

Die Aufstockung der teilnehmenden Teams sorgt für Diskussionsstoff. Auch bei den Zuschauerzahlen gibt es geteilte Meinungen.

Tampere - Die Vorrunde der reformierten EM-Endrunde ist seit Montagabend zwar bereits Geschichte, doch die Diskussion über den veränderten Modus der Frauenfußball-Titelkämpfe hält noch an.

Selbst in den Hotelzimmern der deutschen Mannschaft wird darüber debattiert, ob die Aufstockung von acht auf zwölf Teilnehmer und die Vergabe der Europameisterschaft nach Finnland die richtige Entscheidung war.

"Ich habe diese Diskussion schon mit 'Ari' auf dem Zimmer geführt", sagte Rekord-Nationalspielerin Birgit Prinz, die sich eine Unterkunft mit Abwehrchefin Ariane Hingst teilt.

"Ich dachte vor der EM, die Aufstockung auf zwölf Mannschaften ist eine sehr gute Entscheidung. Das denke ich auch jetzt noch, aber man hat gesehen, dass es noch Qualitäts-Unterschiede gibt. Die Qualität der Spiele war nicht immer gut", so Prinz weiter.

Gegner Italien in der attraktivsten Gruppe

Richtig gut waren nach Ansicht von Prinz aber ausgerechnet die Partien der Gruppe C. (Der EM-Spielplan: Ergebnisse und Tabellen)

"Die Spiele waren am attraktivsten. Da habe ich gerne zugeschaut. Das war das Niveau, das ich mir bei einer EM vorstelle", sagte die Spielführerin.

Zweiter in dieser Gruppe wurde Italien, der Gegner des Titelverteidigers im Viertelfinale am Freitag in Lahti (Fr., ab 14.45 Uhr Uhr LIVE).

Im Halbfinale könnte Schweden warten

Doch damit nicht genug. Sollte die DFB-Auswahl diese Hürde überspringen, wartet im Halbfinale wahrscheinlich Schweden auf den zweimaligen Welt- und sechsmaligen Europameister.

Die Schwedinnen dominierten die Gruppe C und sind damit zum Hauptkonkurrenten der deutschen Auswahl im Kampf um den Titel aufgestiegen.

DFB-Trainerin Silvia Neid ist allerdings nicht nur von den Schwedinnen angetan.

"Das Niveau war bisher sehr ausgeglichen. Es hat viele Mannschaften gegeben, die große Teams schlagen können. Allerdings haben Schweden und England eine Ausnahmestellung für mich", sagte die 45-Jährige.

Zuschauerzahlen machen Probleme

Positiv überrascht wurde Neid vom Gastgeber, der bereits nach zwei Spieltagen als Sieger der Gruppe A feststand: "Finnland hat sich gut präsentiert. Die werden von den Zuschauern getragen."

Die Zuschauerzahlen sind nach der Vorrunde allerdings ein umstrittenes Thema. Während die Finninnen von durchschnittlich 15.000 Zuschauern unterstützt wurden, bewegte sich der Gesamt-Zuschauerschnitt bei knapp 5000 Besuchern pro Partie.

Bei den deutschen Partien in Tampere kamen durchschnittlich rund 4000 Zuschauer ins Stadion.

Angerer "wusste, dass es so kommen wird"

"Ich hätte auch lieber vor 20.000 oder 30.000 Zuschauern gespielt", sagte Torhüterin Nadine Angerer zum mäßigen Interesse an den EM-Spielen.

Allerdings war bei einer Einwohnerzahl von fünf Millionen nach Ansicht von Angerer auch kaum mit einer größeren Zuschauerzahl zu rechnen: "Ich wusste, dass es so kommen wird. Deshalb bin ich auch nicht mit anderen Erwartungen nach Finnland gekommen."

Nicht ganz so kritisch äußerte sich die Präsidentin des deutschen Organisationskomitees der WM 2011.

Nach Ansicht von Steffi Jones war vor allem die Atmosphäre während der finnischen Spiele einer EM würdig: "Ich bin beeindruckt von der Stimmung bei den Spielen der finnischen Mannschaft."

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