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Birgit Prinz laboriert nach wie vor an einer Bänder-Blessur © getty

Der Einsatz der Torjägerin steht noch immer auf der Kippe. Auch so soll bei der EM gegen Italien das Halbfinale her.

Lahti - Die Skisprung-Anlagen in Lahti haben die deutschen Fußballerinnen am Mittwochvormittag nur besichtigt.

Den Satz ins Halbfinale der EM wollen die Titelverteidigerinnen am Freitag im Schatten der Schanzen selbst machen.

"Wir sind sehr selbstbewusst. Das können wir auch sein, schließlich kommen wir mit neun Punkten aus der Vorrunde", sagte DFB-Trainerin Silvia Neid im Hinblick auf das Viertelfinale am Freitag gegen Italien (Fr., ab 14.45 Uhr Uhr LIVE).

Trotz der großen Zuversicht warnte Neid ihre Spielerinnen im Vorfeld der Partie, bei der DFB-Präsident Theo Zwanziger erstmals während der Titelkämpfe als Zuschauer auf der Tribüne sitzen wird, aber vor Nachlässigkeiten.

Gefährliche Minimalisten

"Die Italienerinnen haben in der Vorrunde gegen England und Russland gewonnen, obwohl sie nie die bessere Mannschaft waren", äußerte die 45-Jährige. (Der EM-Spielplan: Ergebnisse und Tabellen)

Und weiter: "Sie haben aus einer halben Chance jeweils zwei Tore gemacht. Das ist das Gefährliche an ihnen. Sie machen aus nichts was, man darf sich nie sicher sein."

Prinz laboriert am Bluterguss

Ganz sicher kann Neid auch im Hinblick auf ihre Starspielerin nicht sein.

Rekord-Nationalspielerin Birgit Prinz laboriert nach wie vor an den Auswirkungen einer Bänderdehnung.

"Birgit hat noch ein paar Probleme", meinte Neid, die aber von einem Einsatz der Torjägerin ausgeht: "Der Bluterguss ist noch nicht ganz raus."

Prinz war umgeknickt und hatte sich eine Sprunggelenksblessur zugezogen.

Grings-Einsatz sicher,

Die zuletzt ebenfalls angeschlagene Inka Grings (Knieprellung) wird am Freitag mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit auflaufen können.

Nach Ansicht von Neid werden es gerade die beiden Stürmerinnen gegen die Italienerinnen schwer haben.

"Das sind unangenehme Genossinnen", meinte die Trainerin, die schlechte Erinnerungen an das bisher letzte Duell gegen die Squadra Azzurra beim Algarve Cup 2007 hat: "Da ging gar nichts bei uns. Am Ende hat Italien dieses katastrophale Spiel dann auch noch 1:0 gewonnen."

Eindeutige Bilanz

Die Gesamtbilanz spricht allerdings für den zweimaligen Welt- und sechsmaligen Europameister.

Die Deutschen konnten von den 23 bisherigen Partien gegen die Azzurri elf gewinnen und haben nur viermal verloren. Einer der Erfolge gelang den Deutschen im EM-Finale 1997 in Oslo (2:0).

Diese Bilanz schreckt die Italiener aber nicht. Coach Pietro Ghedin hat zumindest flotte Sprüche auf Lager.

Ghedins kesse Töne

"Wenn wir die Deutschen besiegen, kehren wir zu Fuß nach Rom zurück. Ein Sieg wäre ein Traum - und manchmal werden Träume wahr", meinte der Trainer.

Ein wenig realistischer sieht die Sportzeitung Gazzetta dello Sport die Ausgangslage. "Deutschland ist fast unbesiegbar. Es ist eine Mission impossible für die Italienerinnen."

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