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Simone Laudehr bestritt bisher 28 Länderspiele und traf acht mal © getty

Im Sport1.de-Interview spricht Simone Laudehr über den Konkurrenzkampf beim deutschen Team und ihre eigenen Ambitionen.

Von Jessica Pulter

München - Bei dem Vorbereitungsspiel erlebte Simone Laudehr eine Schrecksekunde. Bei einem Pressschlag hatte die Mittelfeldspielerin einen Schuss gegen den Fuß bekommen und sich das rechte Knie verdreht.

Doch mittlerweile hat sich die 23-Jährige wieder an das Team herangekämpft. Beim letzten Vorrundenspiel gegen Island durfte Laudehr sogar von Beginn an ran. (zum Artikel)

Rechtzeitig vor dem Viertelfinalspiel gegen Italien (Fr., ab 14.45 Uhr LIVE) nähert sich die Duisburgerin ihrer Bestform und hofft natürlich erneut auf einen Einsatz.

Im Sport1.de-Interview spricht die Nationalspielerin über den Konkurrenzkampf beim deutschen Team und ihre eigenen Ambitionen. Zudem spricht Laudehr auch über den Viertelfinalgegner und analysiert die restlichen Viertelfinalteams.

Sie ist froh einem Team aus dem Weg gegangen zu sein.

Sport1.de: Frau Laudehr, mehr als eine Woche Europameisterschaft liegt schon hinter Ihnen. Wie geht es Ihrem Knie?

Simone Laudehr: Danke der Nachfrage! Dem Knie geht es gut. Es wird Schritt für Schritt immer besser. Ich werde bei der Nationalmannschaft sehr gut von der medizinischen Abteilung betreut.

Sport1.de: Gegen Island hat Bundestrainerin Silvia Neid viel rotiert, und Sie durften von Beginn an spielen. Hoffen Sie auch in der K.o.-Runde auf einen Startplatz?

Laudehr: Ob ich spiele oder nicht, entscheidet einzig die Trainerin. Natürlich brenne ich auf weitere Einsätze bei der EURO. Aber so eine Verletzung kann einem schon einen Strich durch die Rechnung machen.

Sport1.de: Die DFB-Auswahl ist top-besetzt, und jede Spielerin möchte sicherlich von Beginn an auf dem Platz stehen. Wie groß ist denn der Konkurrenzkampf untereinander, zum Beispiel im Training?

Laudehr: Natürlich will jede Spielerin eingesetzt werden. Das ist doch selbstverständlich, dass jede Spielerin auf diesem Niveau einen gewissen Ehrgeiz hat. Trotz dieser Ambitionen läuft der Konkurrenzkampf völlig fair ab. Jede gibt im Training ihr Bestes.

Sport1.de: Seit Juni arbeitet die Mannschaft ja schon mit kleineren Unterbrechungen für dieses Turnier. Hat Sie schon der Lagerkoller erwischt?

Laudehr: Nein, überhaupt nicht. Schon die Lehrgänge waren wohl dosiert. Zwischen ihnen gab es immer wieder ein paar Tage, an denen wir Zuhause waren. Da konnten wir uns in der Heimat entspannen.

Sport1.de: Was machen Sie, wenn Sie während der EM mal Abstand vom Fußball brauchen?

Laudehr: Da gibt es verschiedene Möglichkeiten. Ich gehe gerne mal mit anderen Spielerinnen einen Kaffee trinken. Wenn es die Zeit erlaubt, gehe ich mal in die Stadt und schau mir die an. Oder ich suche Ruhe und Entspannung beim Schwimmen oder in der Sauna.

Sport1.de: Die deutschen Frauen sind die einzige Mannschaft, die mit drei Siegen ins Viertelfinale einzieht. Gibt das Selbstvertrauen?

Laudehr: Ja, natürlich. Wir hatten es uns vorgenommen, mit drei Siegen in der Vorrunde zu bestehen. Das haben wir geschafft, jetzt wollen wir den nächsten Schritt machen.

Sport1.de:Zu den anderen Teams im Viertelfinale: Haben Sie erwartet, dass die Niederländerinnen und die Finninnen in der Gruppe A vor den Däninnen stehen?

Laudehr: Nein, das hat mich schon überrascht. Aber so ist Fußball. Das finde ich gut so, wenn die Ergebnisse nicht vorhersagbar sind. Und ich muss auch sagen, dass beide Teams hart für den Einzug ins Viertelfinale gekämpft haben. (Der EM-Spielplan: Ergebnisse und Tabellen)

Sport1.de: Im Viertelfinale wartet nun Italien. Eine schwierige Aufgabe?

Laudehr: Ganz genau. Italien hat eine unangenehm zu spielende Mannschaft. Die Italienerinnen sind sehr angriffslustig und haben gute Fußballerinnen in ihren Reihen. Unser Trainer-Team wird deren Mannschaft genau analysieren und uns ihre Stärken und Schwächen aufzeigen.

Sport1.de: Es hätte ja auch Schweden sein können? Kann sich die Mannschaft da glücklich schätzen, dem Los entgangen zu sein?

Laudehr: Ohne Frage ist Schweden ein ganz starkes Team. Aber darüber müssen wir uns jetzt keine Gedanken machen. Wir schauen nur von Spiel zu Spiel. Von daher gilt Italien derzeit unsere volle Konzentration.

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