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Inka Grings (l.) debütierte am 5. Mai 1996 gegen Finnland in der Nationalelf © getty

Die Leistungskurve von Prinz und Grings ist vorm Match gegen Norwegen höchst unterschiedlich. Die Ziele sind gleichermaßen groß.

Helsinki - Inka Grings trifft wie sie will, Birgit Prinz bringt den Ball einfach nicht über die Linie:

Wenn die deutschen Fußballerinnen in Helsinki im EM-Halbfinale auf Norwegen treffen (ab 17.45 Uhr LIVE), könnte sich die Abwehr der Skandinavierinnen eigentlich voll und ganz auf einen Teil des deutschen Sturmduos konzentrieren.

Denn während Grings bereits vier EM-Treffer auf dem Konto hat, wartet Prinz seit sechs Partien im Trikot des DFB auf einen Treffer.

Auf diese Zahlen allein will DFB-Trainerin Silvia Neid die Leistung der beiden Angreiferinnen aber nicht reduzieren.

Bundestrainerin lobt Prinz

Deshalb wird die 45-Jährige nicht müde, den hohen Stellenwert von Prinz für die Mannschaft zu betonen.

"Birgit ist nach wie vor sehr wichtig für uns. Wenn sie am Ball ist, dann sind immer zwei oder drei Spielerinnen um sie herum."

"Wenn man so bekannt ist, dann wird es immer schwieriger. Aber sie macht das seit einem Jahrzehnt ganz toll", sagte die Trainerin.

123 Tore in 196 Länderspielen

Dennoch hofft auch Neid darauf, dass die Durststrecke der Rekord-Nationalspielerin, die in 196 Länderspielen bereits 123 Tore erzielt hat, bald zu Ende geht:

"Solange sie die Tore vorbereitet, die dann die anderen machen, ist mir das auch recht. Ich würde mir nur wünschen, dass auch sie mal ein Tor aufgelegt bekommt und dann der Knoten platzt."

Ähnliche Wünsche hegt auch Prinz selbst.

Prinz reagiert genervt

Die Galionsfigur des deutschen Frauenfußballs, die nach wie vor als Hoffnungsträgerin für die WM 2011 in Deutschland gilt, war schon während der Vorrunde von den Fragen nach dem Ende der Torflaute genervt.

"Nach zwei Spielen geht die Diskussion los, warum ich nicht treffe. Ich habe das Gefühl, ich muss mich rechtfertigen. Was ich sehr anstrengend finde", sagte die 31-Jährige.

Im Gegensatz zur dreimaligen Weltfußballerin des Jahres, die mit ziemlicher Sicherheit ihre letzte EM spielt, muss sich Grings nicht rechtfertigen.

Grings träumt von Torjägerkrone

Die 30-Jährige darf sogar schon davon träumen, wie vor vier Jahren die EM-Torjägerkrone zu gewinnen (Der EM-Spielplan: Ergebnisse und Tabellen).

"Wir wollen Europameister werden, das hat Priorität. Alles darüber hinaus wäre für mich nur ein i-Tüpfelchen", meinte die Angreiferin, die es mittlerweile auf 48 Treffer in 76 Länderspielen gebracht hat.

Dabei hatte es vor wenigen Monaten noch danach ausgesehen, dass Grings gar nicht mehr für Deutschland trifft.

Aussprache mit Neid

Schließlich hatte sich die Angreiferin vor knapp vier Jahren mit Neid verkracht.

Erst nach einem Friedensgipfel mit der Trainerin Ende des vergangenen Jahres kam Grings zurück ins Team.

"Nach diesem Gespräch war alles, was war, Schnee von gestern. Seit dem verhält sie sich vorbildlich, sie ist eine Persönlichkeit", sagte die Trainerin.

Auf die Aussprache mit Neid folgte nach 40 Monaten Abstinenz im Februar das Comeback in der Nationalmannschaft mit einem Treffer nach 78 Sekunden.

Grings als Fußballerin des Jahres

Anschließend konnte Grings, die zudem zum fünften Mal Bundesliga-Torschützenkönigin wurde, den UEFA-Pokal-Triumph sowie den DFB-Pokalsieg mit ihrem Klub FCR Duisburg feiern. Doch es wurde noch besser.

Nach Saisonende gewann Grings zum zweiten Mal nach 1999 die Wahl zur Fußballerin des Jahres.

Dabei distanzierte die gelernte Bankkauffrau mit 343 Stimmen ausgerechnet Prinz (97), die davor achtmal in Folge die Abstimmung gewonnen hatte.

Zuvor war Grings bereits von den Trainern und Trainerinnen der Bundesligisten zur Spielerin der Saison gewählt worden.

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