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SIlvia Neid trainiert seit 2005 die deutschen Fußballfrauen © getty

Nicht nur DFB-Präsident Zwanziger glaubt an einen EM-Finalsieg der Fußballfrauen. Trainerin Neid sieht psychologische Vorteile.

Helsinki - Nach dem 3:1-Halbfinalsieg gegen Norwegen und vorm Klassiker gegen England sieht Theo Zwanziger bereits einen weiteren Pokal in die Vitrinen des DFB wandern:

"Ich wünsche mir, dass es so ausgeht wie beim U21-EM-Finale. Und ich denke, dass die Frauen das schaffen werden", sagte der DFB-Präsident mit Blick auf das Finale am Donnerstag (ab 17.45 Uhr LIVE).

Zwanzigers Hoffnung scheint begründet.

"Ich bin mir sicher, dass die Mädchen wie immer alles geben werden - und meistens reicht das ja", erklärte der Verbands-Chef.

DFB-Frauen seit 25 EM-Spielen ohne Pleite

Die Länderspielbilanz spricht ebenfalls für die Deutschen. In den 18 bisherigen Partien gegen England gab es 16 deutsche Siege und nur zwei Unentschieden.

Dazu gibt es noch weitere Zahlen, die den Engländerinnen keinen Mut machen dürften.

Die deutsche Mannschaft, die vor vier Jahren ausgerechnet in England den vierten EM-Triumph in Folge feiern konnte, ist seit nunmehr 25 EM-Spielen ungeschlagen und ging bei allen bisherigen sechs Finalteilnahmen als Sieger von Platz.

Ganz im Gegensatz zum Team von der Insel.

Die Engländerinnen standen bei der ersten EM 1984 in Finale und verloren - wie sollte es anders sein - im Elfmeterschießen gegen Schweden.

Deutschland mit großem Einsatz

Und als ob die Statistiken nicht ausreichen würden, lieferten die Deutschen beim Halbfinale gegen Norwegen noch den Beweis für ihren auf der Insel so gefürchteten Kampfgeist ("Fighting Spirit").

Nach dem 0:1 durch Isabell Herlovsen (10.) drehte der zweimalige Welt- sowie sechsmalige Europameister das Spiel vor 2765 Zuschauern in Helsinki durch einen Dreierpack der eingewechselten Simone Laudehr (59.), Celia Okoyino da Mbabi (61.) und Fatmire Bajramaj (90.+3).

Kampfansage von Silvia Neid

Passend dazu schickte DFB-Trainerin Silvia Neid, die sich aufgrund ihrer Einwechslungen als Mutter des Erfolgs fühlen durfte, eine Warnung an den Finalgegner hinterher.

"Es gibt kein Geheimnis für unseren Erfolg. Wir geben einfach alles - so lange ein Spiel läuft", meinte die 45-Jährige nach ihrem siebten EM-Finaleinzug als Spielerin, Co-Trainerin oder Cheftrainerin.

"Das Halbfinale war aus psychologischer Sicht ganz wichtig. Wir haben erkannt, dass wir einen Rückstand drehen können. Das kann für das Endspiel noch ganz wichtig werden."

Deutschland hofft auf Bresonik

Wichtig für das Finale wäre auch ein Einsatz von Spielmacherin Linda Bresonik.

Schließlich fehlt in Abwehrchefin Ariane Hingst Meniskus- und Knorpelschaden) bereits eine Stammkraft.

Bresonik, die wie ihre Teamkolleginnen die bisher eingespielte EM-Prämie von 10.000 Euro mit einem Finalsieg auf 12.000 Euro aufstocken kann, musste im Halbfinale aufgrund einer Kapselverletzung im linken Sprunggelenk kurz vor der Pause ausgewechselt werden.

Dennoch geht die 25-Jährige davon aus, dass sie beim Endspiel dabei sein kann: "Bis Donnerstag haut das schon wieder hin", meinte die Duisburgerin, die am Dienstag bereits wieder eine Laufeinheit absolvierte.

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