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Birgit Prinz steht zum fünften Mal in Folge in einem EM-Finale © getty

Im Sport1.de-Interview spricht Spielführerin Birgit Prinz über das EM-Finale gegen England und ihre Ziele für das WM-Jahr 2011.

Von Matthias Becker

München - Deutschland steht im Finale der Europameisterschaft.

Erwartungsgemäß, könnte man fast schon sagen, denn es ist das siebte Mal in Folge - und das fünfte Mal für Birgit Prinz.

Für die deutsche Rekordnationalspielerin ist das Endspiel gegen England (ab 17.45 Uhr LIVE) trotzdem ein besonderes Ereignis: "Es ist eine aktuelle, neue Herausforderung."

Ein Tor, es wäre ihr 124. im 198. Länderspiel, konnte sie bei dieser Europameisterschaft in Finnland noch nicht erzielen, dennoch ist die Spielführerin der DFB-Elf unumstritten.

DFB-Trainerin Sylvia Neid setzt voll auf die Frankfurterin, denn trotz der glänzenden Bilanz gegen den Endspielgegner (16 Siege, zwei Unentschieden) warnt sie ihr Team vor Überheblichkeit.

Birgit Prinz stimmt dem im Interview mit Sport1.de voll und ganz zu.

Die 31-Jährige spricht über die Stärken der Engländerinnen, die schwache Leistung in der ersten Halbzeit im Halbfinale gegen Norwegen und ihre Ziele für das WM-Jahr 2011.

Sport1.de: Frau Prinz, gegen England stehen Sie vor dem fünften EM-Finale Ihrer Karriere. Ist das Spiel da überhaupt noch etwas Besonderes?

Birgit Prinz: Ist die Frage ernst gemeint? Natürlich ist es etwas Besonderes. Sich mit den besten Mannschaften bei einem wichtigen Turnier zu messen, ist sehr reizvoll. Das ist eine aktuelle, neue Herausforderung und hat daher nichts mit vorangegangenen Titeln zu tun. Wir haben in der Vorbereitung auf die EURO hart gearbeitet, jetzt wollen wir den Lohn dafür.

Sport1.de: Auf was müssen Sie bei Gegner England besonders achten?

Prinz: England hat eine sehr starke Mannschaft beisammen. Sie spielen das gleiche System wie wir. Und sie sind in allen Mannschaftsteilen gut besetzt. .

Sport1.de: Wo sehen Sie die Stärken?

Prinz: Mit Kelly Smith haben die Engländerin eine Führungspersönlichkeit in ihren Reihen. Zudem stehen mit Karen Carney und Eniola Aluko zwei Leistungsträgerinnen im Offensivbereich zur Verfügung. In der Abwehr haben sie große, zweikampfstarke Spielerinnen. Man kann sehr viel Positives über dieses Team sagen

Sport1.de: Im Halbfinale gegen Norwegen hat die deutsche Mannschaft eine katastrophale und eine glänzende Halbzeit gespielt. Haben Sie Sorgen, dass das Pendel im Finale noch mal in die falsche Richtung ausschlagen könnte?

Prinz: Wir sind keine Maschinen und können nicht immer punktgenau funktionieren. Insofern war die Erfahrung vom Halbfinale aber sehr gut, dass wir gemerkt haben, dass wir, wenn es einmal nicht so gut läuft, die Mittel haben, um uns umzustellen und zu steigern. Unsere Leistung hängt aber nicht nur von uns ab, sondern auch von dem Gegner, der mit auf dem Platz steht. Aus diesem Grund gibt es leider keine Garantie dafür, dass wir jedes Spiel über 90 Minuten dominieren.

Sport1.de: Bei einem Sieg hätten Sie fünf EM-Titel gesammelt. Bleiben da außer dem dritten WM-Titel vor eigenem Publikum noch persönliche Ziele bis 2011?

Prinz: Auf jeden Fall. So lange ich fit bin und Spaß am Fußball habe, ist es mein Ziel, mich zu verbessern. Ich definiere mich nicht zu sehr über Titel. Ich halte die WM 2011 für einen sehr spannenden Wettbewerb, bei dem ich gerne dabei sein würde.

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