Erstmals haben in diesem Jahr zwölf Teams um Europas Krone gestritten. Eine größere Konkurrenz für die DFB-Auswahl blieb dennoch aus.

Deutschland kam, sah und siegte. Die DFB-Frauen hätten sich in Finnland nur selbst schlagen können, auch beim letztlich deutlichen 6:2-Sieg gegen England. Denn die wenigen Gegentore fielen bei diesem Turnier nur, wenn Deutschland in seiner Dominanz nachließ oder durch individuelle Fehler.

Spätestens in der zweiten Halbzeit jeder Partie setzte sich das DFB-Team nicht nur durch spielerische Klasse, sondern auch durch bessere Physis und Kondition durch.

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Der fünfte EM-Titel in Folge kommt nicht von ungefähr. Er ist das Resultat von jahrelanger Arbeit, und das nicht nur in der Nationalmannschaft selbst.

Genau 20 Jahre ist es her, dass die DFB-Auswahl erstmals den EM-Titel gewann. 20 Jahre ist es auch her, dass der DFB-Bundestag die Einführung der Frauen-Bundesliga zur Saison 1990/91 beschloss.

Vor acht Jahren kickten dann die ersten Frauen um den Women?s Cup, dem Pendant zur Champions League - immer mit dabei sind die Teams aus der Bundesliga. Sieben Mal standen deutsche Mannschaften in diesem europäischen Finale, fünf Mal ging der Pokal dann auch an einen Bundesligaklub.

Diese gute Arbeit bei den Vereinen spiegelt sich eins zu eins in der Nationalmannschaft wieder. Silvia Neid hat ein riesiges Kontingent an Spielerinnen, die das Potenzial haben, für Deutschland aufzulaufen, und aus dem hat die Bundestrainerin die richtige Mannschaft zusammengestellt.

Seit Jahren wird der Frauen-Fußball in Deutschland immer populärer, seit dem Sommermärchen 2006 der Männer erfahren auch die Frauen-Teams ein noch größeres Interesse von jungen Spielerinnen. Die WM 2011 im eigenen Land darf kommen, dann werden wohl auch die Zuschauerränge nicht so trostlos und verlassen ausschauen wie in Finnland - dem großen Manko dieser Endrunde.

Die Zukunft stimmt optimistisch, denn der Generationswechsel läuft gutdurchdacht ab. Silvia Neid hatte bei der EM zehn Spielerinnen dabei, die nicht mal 25 Jahre alt sind. Das sind nicht etwa Ersatzspielerinnen, sondern mit Annike Krahn, Kim Kulig oder Melanie Behringer wichtige Säulen des Erfolgs. Hinzu kommen die treffsicheren Joker wie Simone Laudehr und Lira Bajramaj.

Natürlich hat der Frauen-Fußball noch nicht den gleichen Zuspruch wie die Ligen der Männer, das wird er wohl auch nie haben. Es ist mühsam zu diskutieren, ob die Spiele attraktiv sind oder nicht. Man(n) sollte sich stattdessen lieber freuen, dass die deutschen Frauen extrem erfolgreich sind - und das seit Jahren. Denn auch das stärkt Deutschlands Image als Fußballnation.

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