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Duisburgs Trainerin Martina Voss bestritt 125 Länderspiele für Deutschland © getty

Nach dem Triumph der DFB-Elf beginnt nun der Alltag der Bundesliga. Der Kampf um die Spitze ist dabei spannend wie nie.

München - Keine Atempause für die EM-Heldinnen: Nur zehn Tage nach dem 6:2-Sieg der deutschen Fußballerinnen im Finale von Helsinki gegen England startet die Bundesliga am Sonntag in die neue Saison.

Von einem Fußball-Überdruss ist allerdings nichts zu spüren. Schließlich verspricht die anstehende Spielzeit mehr Spannung als die von den Deutschen dominierte Endrunde in Finnland. Mindestens vier Klubs peilen mit ihren Europameisterinnen im Team den Titel an.

Vor allem der ehemalige Serienmeister 1. FFC Frankfurt will mit aller Macht wieder ganz nach oben. "Nach der grottenschlechten Saison haben wir nichts anderes im Blick, als auf die Erfolgsstraße zurückzukehren", sagte Manager Siegfried Dietrich.

Der siebenmalige Titelträger landete nach der vergangenen Spielzeit hinter Turbine Potsdam, Bayern München und dem FCR Duisburg - die alle drei am letzten Spieltag noch Chancen auf den Titel hatten - nur auf dem vierten Platz.

Kampf um Vormachtsstellung in der Liga

Dieses Debakel soll sich nach dem Willen von Dietrich, dessen Klub mit 1,3 Millionen Euro den größten Etat vorgelegt hat, nicht wiederholen: "Wir stellen uns dem Kampf in der stärker gewordenen Liga und wollen wieder Meister werden."

Auch für die Frankfurter Nationaltorhüterin Nadine Angerer ist eines klar: "Das Imperium wird zurückschlagen."

Allerdings zittert die Konkurrenz nicht gerade vor Angst. Noch höhere Ansprüche als der FFC meldet sogar der UEFA-Cup-Gewinner und DFB-Pokalsieger aus Duisburg an.

Madrid ist Potsdams Ziel

Der FCR will in der anstehenden Spielzeit, in der gleich drei deutsche Teams (Potsdam, Duisburg und München) in der neu geschaffenen Champions League antreten werden, auf allen drei Hochzeiten tanzen.

"Wir wollen um alle drei Titel - also Meisterschaft, DFB-Pokal sowie Champions League - mitspielen und mindestens einen davon gewinnen", äußerte FCR-Trainerin Martina Voss, die allerdings ohne die zum Meister nach Potsdam abgewanderte Europameisterin Fatmire Bajramaj auskommen muss.

Nicht zuletzt aufgrund dieser Verstärkung hat Potsdam ähnlich hohe Ziele wie Duisburg. "Wir wollen ins Champions-League-Finale nach Madrid", meinte Turbine-Spielführerin und Europameisterin Jennifer Zietz:

Spannendste Saison der Geschichte

"Ich freue mich auf die Liga. Das Umschalten von der EM fällt mir nicht schwer. Ich denke positiv. Alle wollen die Europameisterinnen sehen."

Wie die Potsdamerinnen erhoffen sich auch die anderen Klubs einen Schub durch den siebten EM-Triumph. "Wir werden von der gestiegenen Aufmerksamkeit profitieren", sagte Duisburgs Manager Guido Lutz.

Darauf baut auch der Vizemeister aus München. "Es kommt darauf an, wie lange wir den Rückenwind der EM nutzen können", äußerte Frauen-Koordinatorin Karin Danner: "Wir richten uns jedenfalls auf die spannendste Saison ein, die es je gegeben hat."

Vereine vermissen ein "Dankeschön"

Allerdings gab es auch kritische Töne nach dem EM-Sieg. Der Deutsche Fußball-Bund (DFB), der zum Zweck der Professionalisierung in jeden Klub 180.000 Euro pumpt, musste sich Vorwürfe von Potsdams Trainer Bernd Schröder gefallen lassen.

Der Coach hatte es vor allem auf Präsident Theo Zwanziger und Trainerin Silvia Neid abgesehen:

"Trainerin und Präsident hätten sich in der Stunde des Triumphes ruhig bei den Vereinen für ihre Arbeit bedanken können. Nationalspielerinnen werden nicht einfach geboren, sondern in den Vereinen ausgebildet."

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