vergrößernverkleinern
Inka Grings (l.) trifft gegen Finnland dreifach, Birgit Prinz schlägt einmal zu © getty

Nach dem Tor-Festival beim Algarve-Cup gegen Finnland warten die deutschen Frauen bisher vergebens auf ernsthafte Konkurrenz.

Parchal - Eigentlich wollten die deutschen Fußballerinnen zu Beginn der WM-Vorbereitung ihre Form gegen starke Gegner testen - doch auf starke Gegner warten die Welt- und Europameisterinnen beim Algarve Cup bisher vergebens.

"Das war kein Maßstab", sagten Rekordnationalspielerin Birgit Prinz und EM-Torschützenkönigin Inka Grings nach dem 7:0 (1:0) im zweiten Gruppenspiel gegen den EM-Viertelfinalisten Finnland.

Auch zwei Tage vor dem höchsten Sieg seit September 2007 (11:0 gegen Argentinien) war die DFB-Auswahl beim Start in das Turnier in Portugal kaum gefordert worden und hatte Dänemark beim 4:0 keine Chance gelassen.

Popp trifft doppelt

Hätten die Deutschen in beiden Partien eine noch bessere Chancenverwertung an den Tag gelegt, wäre sogar die doppelte Trefferanzahl möglich gewesen.

"Wir werden den Sieg nicht überbewerten. Wir sind alle noch in der ausbaufähigen Phase zu Jahresbeginn", meinte Grings nach dem ungleichen Duell vor 200 Zuschauern in Parchal.

Neben der Fußballerin des Jahres 2009, die ihre Turniertore drei bis fünf erzielte (34./65./70.), traf Alexandra Popp in ihrem zweiten Länderspiel doppelt (61./66.).

"Finninnen erschreckend schwach"

Auch Debütantin Nadine Keßler war erfolgreich (77.), bevor Martina Müller den Endstand herstellte (84.).

Selbst die zahlreichen Experimente von Trainerin Silvia Neid, die ihre Schützlinge erneut auf verschiedenen Positionen testete und insgesamt 17 Spielerinnen einsetzte, änderten nichts an der drückenden Überlegenheit des DFB-Teams.

"Ehrlich gesagt fand ich die Finninnen erschreckend schwach", meinte Spielführerin Prinz, die wieder im defensiven Mittelfeld anstatt wie gewohnt im Sturm auflief.

China als Härtetest?

Von einer Standortbestimmung 16 Monate vor dem Beginn der Weltmeisterschaft in Deutschland kann aufgrund der schwachen Leistungen der Gegner also bisher keine Rede sein.

In die Rolle eines ernsthaften Konkurrenten kann im abschließenden Spiel der Gruppe A am Montag in Faro nur noch China schlüpfen.

Allerdings macht das 1:1 zwischen China und Finnland beim Start in das Turnier nur wenig Hoffnung auf ein Duell auf Augenhöhe.

Da den DFB-Frauen, die den Algarve Cup vor vier Jahren zum bisher einzigen Mal gewinnen konnten, ein Remis gegen die Chinesinnen zum Einzug ins Finale genügt, dürfte erst im Endspiel am Mittwoch ein harter Brocken auf die deutsche Auswahl warten.

In der Gruppe B kämpfen schließlich der Olympiasieger und Weltranglisten-Erste aus den USA sowie der Weltranglisten-Vierte Schweden um den Final-Einzug.

Zum Forum - jetzt mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel