vergrößernverkleinern
Die deutsche U-20-Mannschaft feiert den WM-Gewinn vor heimischem Publikum © imago

Die DFB-Juniorinnen schreiben ein Sommermärchen: Mit einem Erfolg über Nigeria sichert sich das Meinert-Team den Titel.

Bielefeld - Krönender Abschluss des kleinen Sommermärchens: Die deutschen U20-Fußballerinnen haben bei der WM im eigenen Land den ersehnten Titelgewinn gefeiert.

Die Auswahl von DFB-Trainerin Maren Meinert besiegte im Endspiel Nigeria mit 2:0 (1: 0) und schnappte sich damit zum zweiten Mal nach 2004 die WM-Krone, nachdem vor sechs Jahren in Thailand das Turnier noch als U19-WM ausgetragen wurde.

Wir sind verdient Weltmeister geworden. Das war ein riesen Ereignis. Es ist alles wahr geworden, was wir uns erträumt haben", sagte Meinert.

Vor der feierlichen Pokalübergabe durch FIFA-Präsident Sepp Blatter hatte erneut WM-Torschützenkönigin Alexandra Popp (8.) die deutsche Mannschaft in Bielefeld mit ihrem zehnten Turniertreffer bereits früh auf Siegkurs gebracht.

Für die Entscheidung sorgte Kim Kulig mit ihrem Treffer in der Nachspielzeit (90.+2). Popp setzte mit ihrem Tor ihren sensationellen Lauf fort: In jedem der sechs WM-Spiele traf die 19-Jährige vom FCR Duisburg mindestens einmal.

Zweifache Ehrung

"Das ist der schönste Tag in meinem Fußball-Leben", meinte Popp, die sowohl zur besten Spielerin des Turniers gewählt als auch mit dem Goldenen Schuh der Torschützenkönigin ausgezeichnet wurde.

Die 19-Jährige vom FCR Duisburg sammelte bei der Abstimmung unter den akkreditierten Medienvertretern die meisten Stimmen vor Ji So-Yun (Südkorea) und Teamkollegin Kim Kulig. Popp ist die erste deutsche Spielerin, die diese Auszeichnung bei einer U20-WM erhalten hat.

Die Torschützenliste führte Popp nach dem Endspiel (2:0 gegen Nigeria) mit zehn Treffern mit deutlichem Vorsprung vor der Südkoreanerin Ji So-Yun (8) und Leroux (USA/5) an. Zur besten Torhüterin wurde Bianca Henninger (USA) gekürt.

Die Fair-Play-Auszeichnung ging an die drittplatzierten Südkoreanerinnen.

Werbung für Frauen-WM

"Die WM mit dem tollen Erfolg des Teams von Maren Meinert war die beste Werbung für die Frauen-WM 2011. Natürlich ist das Abschneiden der gastgebenden Mannschaft auch ganz wichtig für die Atmosphäre der WM.

Es hat einfach alles gepasst. Ich freue mich für die Spielerinnen, die sich sensationell präsentiert haben - auf und neben dem Feld", sagte OK-Präsidentin Steffi Jones.

Neid gratuliert

Frauen-Nationaltrainerin Silvia Neid gehörte ebenfalls zu den ersten Gratulanten. "Die beste Mannschaft der U20-WM hat das Turnier gewonnen", sagte die DFB-Trainerin:

"Es ist gut, mit dem WM-Titel einen weiteren Beleg dafür zu haben, dass wir in Deutschland einen Nachwuchs haben, der großes Potenzial für die Zukunft bietet."

Popp trifft erneut

Die Gastgeberinnen nutzten nach der Begrüßung durch Blatter, Franz Beckenbauer, DFB-Präsident Theo Zwanziger und Jones die lautstarke Unterstützung in der mit 24.633 Zuschauern ausverkauften Arena zum Traumstart.

Gerade sieben Minuten waren gespielt, als Popp nach einer weiten Flanke von Bianca Schmidt das Laufduell mit Nigerias Joy Jegede gewann und nach ihrem zehnten Treffer im sechsten Spiel ihre Teamkolleginnen zum einstudierten Tanz aufforderte.

Mit dieser Ausbeute zog Popp in der ewigen U20-WM-Torschützenliste mit den Führenden Sydney Leroux (USA) und Christine Sinclair (Kanada) gleich(Alle Fußball-News).

Nigeria hält dagegen

Nigeria, erste afrikanische Frauen-Mannschaft im Finale eines FIFA-Turniers, setzte nach dem Rückstand vor allem auf Konter und athletische Präsenz, die DFB-Auswahl hielt bei hohem Tempo mit diszipliniertem Pressing und agilem Spielaufbau dagegen.

Nachdem Kulig (19.) per direktem 30-Meter-Freistoß knapp über das Tor schoss, wurde DFB-Torfrau Almuth Schult erstmals geprüft:

Ebere Orji (28.) zog aus spitzem Winkel ab, die Schlussfrau vom Magdeburger FFC lenkte den Ball aber über die Querlatte.

DFB-Mädels mit besseren Chancen

In der zweiten Spielhälfte nahmen beide Mannschaften bei schwülen Temperaturen das Tempo aus dem Spiel, vor allem Nigeria war der Kräfteverschleiß deutlich anzumerken.

Deutschland blieb unter anderem durch Standards gefährlich: Ein von Mittelfeldspielerin Marozsan (50.) direkt geschossener Freistoß flog nur knapp am nigerianischen Tor vorbei.

Popp (60.) scheiterte nach einer Flanke von Svenja Huth per Kopf an Nigerias Torhüterin Alaba Jonathan.

Südkorea Dritter

Beste Spielerinnen in der deutschen Mannschaft waren Popp und Spielgestalterin Marozsan, bei Nigeria wusste Angreiferin Orji zu überzeugen.

Platz drei sicherte sich unterdessen Südkorea nach einem 1:0 (0:0) gegen Kolumbien.

Im Stenogramm

Deutschland: Schult - Schmidt, Prießen, Gessat, Kemme - Hegering, Kulig - Huth (82. Knaak), Marozsan (79. Mirlach), Arnold (88. Wagner) - Popp

Nigeria: Jonathan - Kalu, Ohale, Jegede, Ukaonu - Iroka, Nku, Ofoegbu (54. Okoronkwo) - Oparanozie, Esther Sunday, Orji

Schiedsrichter: Carol Anne Chenard (Kanada)

Tore: 1:0 Popp (8.), 2:0 Kulig (90.+2)

Zuschauer: 24.633

Zum Forum - hier mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel