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Silvia Neid (r.) ist seit 2005 Bundestrainerin der Frauen © imago

Die DFB-Frauen treffen zum Jahresabschluss auf Nigeria. Trainerin Neid simuliert sieben Monate vor WM-Beginn den Ernstfall.

Leverkusen - Ernstfall simulieren, WM-Kaderfindung fortsetzen:

Wenn die deutsche Frauenfußball-Nationalmannschaft in Leverkusen auf Nigeria trifft, wollen die Welt- und Europameisterinnen das Übergangsjahr vor der Heim-WM 2011 erfolgreich abschließen.

"Wir können mit dem Jahr 2010 zufrieden sein - wenn wir jetzt auch das letzte Spiel gewinnen. Dafür werden wir uns mit allem, was wir haben, reinbeißen", sagte DFB-Trainerin Silvia Neid (Alles zum Frauenfußball).

Lange Länderspielpause

Nach bislang sechs Siegen und zwei Niederlagen (beide gegen die USA) ist die Partie sieben Monate vor dem Beginn der Heim-WM (26. Juni bis 17. Juli 2011) eine wichtige Standortbestimmung, denn der nächste Test steht erst in einem halben Jahr an.

Zwar beginnt die heiße Vorbereitungsphase mit sieben Lehrgängen Mitte April, das erste von vier abschließenden WM-Testspielen findet aber erst am 21. Mai statt - aus Rücksicht auf die Bundesligavereine, die in der WM-Saison den Kalender gestrafft haben.

Respekt vor dem Afrikameister

Dem Gegner Nigeria, als Afrikameister für die WM qualifiziert, bringt Neid allerhöchsten Respekt entgegen:

"Sie werden uns in allen Belangen fordern. Sie sind technisch und athletisch sehr gut, zweikampfstark. Von außen betrachtet könnte man meinen, dass sie ein undefinierbares System spielen. Aber ich bin mir sicher, dass sie genau wissen, was sie tun. Und wir haben mit diesem Kaliber die Möglichkeit, den Ernstfall zu testen."

Mängel in der Defensive

Bis zur richtigen Form für den WM-Ernstfall muss die DFB-Auswahl aber noch an sich arbeiten. Neid hat zwei wesentliche Mängel ausgemacht.

"Zuletzt haben wir in der Defensive gar nicht gut gearbeitet, standen als Team nicht kompakt genug. Und nach vorne wurde unser Spiel durch zu viele Fehlpässe zu laufintensiv", sagte Neid.

Viele Verletzte

Dass gleich vier ursprünglich nominierte Spielerinnen verletzungs- oder krankheitsbedingt passen mussten, macht die Aufgabe nicht leichter.

Neben Mittelfeldspielerin Celia Okoyino da Mbabi und Torfrau Ursula Holl fehlen in Sonja Fuss und Bianca Schmidt zwei gute Optionen für die zuletzt immer wieder veränderte Defensive.

Dafür ist Linda Bresonik wieder einsatzbereit. Hinzu kommt aber der Ausfall von Kim Kulig auf der Sechserposition sowie der langzeitverletzten Innenverteidigerin Annike Krahn.

Grobes Gerüst steht

Neid nimmt diese Herausforderung beim Projekt WM-Casting gelassen. "So kann ich verschiedene Alternativen auf verschiedenen Positionen ausprobieren", so Neid.

Im Wesentlichen ist ihr WM-Kandidatenkreis fix - neue Spielerinnen dürften es kaum noch schaffen, auf den WM-Zug aufzuspringen.

"Wir im Trainerteam haben im Moment das Gefühl, alle Kandidatinnen, die für die WM 2011 infrage kommen, im Blick und auch schon getestet zu haben. Natürlich werden wir die Tür offen lassen, aber die aktuellen Nationalspielerinnen haben die Messlatte hoch gelegt", sagte Neid.

Enttäuschende Zuschauerzahlen

Hoch lag bis zum letzten Länderspiel gegen Australien auch die Messlatte für den Zuschauerzuspruch bei den Frauen. Nach den enttäuschenden 7300 Zuschauern im Oktober in Wolfsburg sind aber auch in Leverkusen bis Mittwochnachmittag nur rund 8000 Karten verkauft worden.

Den Grund dafür kann auch die DFB-Trainerin nicht ermitteln: "Wir haben die gleichen PR-Aktionen gemacht, wie sonst. Vielleicht liegt es an der Männer-Bundesliga, vielleicht an der Jahreszeit."

Sorgen für die WM machen ihr die Zahlen jedenfalls nicht: "Das heißt nicht, dass wir nächstes Jahr wenig Zuschauer haben werden."

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