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Alexandra Popp (l.) hat am 17. Februar gegen Nordkorea ihr Debüt im deutschen A-Team gegeben © getty

Gegen den Afrika-Meister glückt der Ernstfall für die Heim-WM fast zweistellig. Für einen Wermutstropfen sorgt aber Grings.

Leverkusen - Vier Tage vor der Auslosung und 213 Tage vor dem Eröffnungsspiel hat die deutsche Nationalmannschaft noch einmal beste Werbung für die Heim-WM im kommenden Sommer betrieben.

In Leverkusen gewannen die Welt- und Europameisterinnen das letzte Länderspiel des Jahres gegen Afrikameister Nigeria nach einem Gala-Auftritt mit 8:0 (5:0) und feierten den höchsten Länderspielsieg seit September 2007 (11:0 gegen Argentinien).

Die Tore für das mit attraktivem Kombinationsfußball überzeugende Team von DFB-Trainerin Silvia Neid erzielten Inka Grings (5./10.), Kerstin Garefrekes (9./71./79.), Birgit Prinz (19./42.) und Alexandra Popp (62.).

Einen noch höheren Sieg verhinderte die nigerianische Torfrau Precious Dede, die zahlreiche hervorragende Chancen der Deutschen mit starken Reflexen parierte.

Sieben Siege in neun Partien

Die DFB-Auswahl beendet somit das Jahr 2010 mit der Bilanz von sieben Siegen und zwei Niederlagen (beide gegen die USA).

"Das ist ein schöner Jahresabschluss. Der Gegner war allerdings auch nicht ganz so stark", sagte Spielführerin Prinz.

Neid fügte an: "Wir haben von Beginn an sehr konzentriert gespielt und nichts zugelassen. Nach dem 3:0 hatte Nigeria keine Lust mehr. Man darf das Ergebnis aber nicht überbewerten."

Sieben Lehrgänge vor WM

Die deutschen Frauen tankten somit vor der sechsmonatigen Länderspielpause noch einmal Selbstvertrauen für die Mission Titelverteidigung.

Die Begegnung war der letzte WM-Test vor der unmittelbaren Vorbereitungsphase ab dem 11. April 2011 mit insgesamt sieben Lehrgängen.

Das erste von vier abschließenden Testspielen ist für den 21. Mai 2011 terminiert, der Gegner steht noch nicht fest. Neid wird zunächst 26 Spielerinnen nominieren und den Kader im Verlaufe der Vorbereitung auf 21 reduzieren. (Alles zum Frauenfußball)

Enttäuschende Kulisse

Die DFB-Auswahl brannte bei frostigen Temperaturen im WM-2011-Austragungsort gegen einen schwachen Gegner von Beginn an ein wahres Offensivfeuerwerk ab, obwohl die Kulisse mit 8100 Zuschauern wie bereits vor einem Monat beim Test gegen Kanada in Wolfsburg alles andere als WM-reif ausfiel.

Binnen fünf Minuten war die überforderte Abwehr des Weltranglisten-27. dreimal überwunden:

Zunächst vollendete Grings nach einem Konter per Kopf, vier Minuten später staubte Garefrekes nach einem schnell ausgeführten Freistoß ab und nur wenige Sekunden darauf bestrafte erneut Grings die zu weit vor dem Tor stehende Torhüterin Dede mit einem gezielten 25-Meter-Schuss.

Angerer nur einmal gefordert

Nigeria kam durch den ständigen Druck kaum aus der eigenen Hälfte, so dass die wegen verletzungbedingter Personalprobleme umformierte DFB-Abwehr in Person von Verena Faißt, Saskia Bartusiak, Lena Goeßling und Babett Peter nicht gefordert wurde.

Einzig nach einer Ecke (12.) wurde Torhüterin Nadine Angerer von den zeitweise lustlos wirkenden Afrikanerinnen geprüft, lenkte den Ball aber über das Tor.

Nach nicht einmal einer halben Stunde Spielzeit folgte aber ein Wermutstropfen. Torjägerin Grings (24.) wurde nach Schmerzen in der Leistengegend als Vorsichtsmaßnahme ausgewechselt.

Für sie kam ihre Duisburger Vereinskollegin und U-20-Weltmeisterin Alexandra Popp zu ihrem achten Länderspieleinsatz - und bedankte sich im zweiten Durchgang mit ihrem vierten Treffer in der A-Nationalmannschaft.

Bresonik gibt Comeback

Auch nach dem Seitenwechsel leistete Nigeria wenig Gegenwehr, so dass Silvia Neid unbesorgt frische Kräfte einwechseln konnte. So kam Linda Bresonik nach überstandener Knieverletztung im Mittelfeld zu ihrem ersten Länderspieleinsatz seit Mai.

Beste Spielerinnen aufseiten der deutschen Mannschaft waren die beiden Frankfurterinnen Prinz und Garefrekes, bei Nigeria überzeugte einzig Dede.

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