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Trainerin Silvia Neid wurde mit der Frauen-Nationalmannschaft zweimal Weltmeister © getty

Der Test gegen den Afrika-Meister lässt kaum Schlüsse zu. Die Bundestrainerin ist dennoch zufrieden und blickt nach Frankfurt.

Leverkusen/München - Ärgern konnte sich Silvia Neid nach dem Kantersieg gegen Nigeria nur über den Gegner.

Nach dem 8:0 (5:0) der deutschen Weltmeisterinnen im vermeintlichen Härtetest gegen den Afrikameister störte die DFB-Trainerin bei der Pressekonferenz das simultane Übersetzen zu ihrer Linken.

"Geht das leiser? Das bringt mich ganz durcheinander", bat die 46-Jährige den nigerianischen Dolmetscher.

Aber auch die desolate Vorstellung der Afrikanerinnen in der BayArena dürfte die Fußballlehrerin gestört haben. "Dass Nigeria nach unseren ersten drei Toren keine Lust mehr hatte, dafür können wir ja nichts", sagte Neid.

Eine echte Standortbestimmung war das Duell für den Titelverteidiger jedenfalls nicht.

Neid sieht keine Schwächen

Angesichts der Überlegenheit gab es für Neid im letzten WM-Test 2010 rund sieben Monate vor dem Beginn der Heim-WM (26. Juni bis 17. Juli 2011) dennoch nichts zu kritisieren. "Wir haben unser Spiel durchgezogen und auch in der zweiten Halbzeit nicht nachgelassen", lobte die 46-Jährige.

Eiskalt hatten die Offensivkräfte Inka Grings (5./10.), Kerstin Garefrekes (9./71./79.), Birgit Prinz (19./42.) und Alexandra Popp (62.) die großen Lücken in Nigerias Defensive mit zwei Innenverteidigerinnen und Libera genutzt und den Westafrikanerinnen jegliche Spielfreude geraubt. (Alles zum Frauenfußball)

Entwicklung erkennbar

Auch wenn der nach Aussage von Trainerin Eucharia Uche durch das Winterwetter und den schweren Rasen irritierte Gegner sicher kein Gradmesser war, so konnte Neid doch Fortschritte ihrer Mannschaft ausmachen.

Die Trainerin hatte nach dem 2:1-Arbeitssieg gegen Australien vor vier Wochen die Abstellung zweier Mängel gefordert: kompakter stehen, weniger Fehlpässe nach vorne.

Und so war die Mannschaft derart fokussiert, dass der nächste große Meilenstein auf dem Weg zur goldenen Mission im kommenden Sommer in den Hintergrund rückte.

"Wir haben uns über unsere letzte Leistung so geärgert, dass wir uns nur auf dieses Spiel konzentriert haben", erklärte Grings, "die WM-Auslosung war intern noch überhaupt kein Thema."

Blick richtet sich zur Auslosung nach Frankfurt

Nun aber richten sich am Montag (ab 19.15 Uhr im LIVE-TICKER) alle Augen auf die Lostöpfe in Frankfurt, denn danach geht die Arbeit für Trainer- und Scoutingteam in die heiße Phase.

So müssen unter anderem die Gegner für die abschließenden vier Länderspiele im Rahmen der unmittelbaren WM-Vorbereitung ab dem 11. April ausgesucht werden.

"Wir werden für diese Spiele bewusst Mannschaften auswählen, die unseren WM-Gegnern ähneln", sagte Neid.

Bei den Spielerinnen stieg nach dem bestandenen WM-Test die Spannung und Vorfreude. "Ich wünschte, es wäre schon Montag", sagte Lira Bajramaj.

Diagnose bei Grings steht noch aus

Die Mittelfeldspielerin wird das Geschehen vor dem Fernseher verfolgen - anders als Grings, die live vor Ort ist. "Ich freue mich schon wahnsinnig", so die Torjägerin, die bis dahin Gewissheit über die Schwere ihrer Verletzung haben wird.

Ihren sehenswerten Distanzschuss zum 3:0 bezahlte die Duisburgerin mit starken Schmerzen in der Leiste und musste sich auswechseln lassen.

Respekt vor Nordkorea

Wunschgegner äußerte keine Spielerin - nur wenn es nach Linda Bresonik ginge, soll es bitte nicht schon wieder Nordkorea sein.

Die laufstarken Asiatinnen hatten der Duisburgerin bereits vor dem Viertelfinale bei der WM 2007 Angst eingeflößt, weil sie keinerlei Schwächen ausmachen konnte. Das Ende ist bekannt: Die DFB-Auswahl ließ sich auf dem Weg zum Titelgewinn nicht aufhalten und gewann 3:0.

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