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So wie hier oder...
Fatmire Bajramaj wechselte 2009 von Duisburg zu Turbine Potsdam © getty

Sie trifft in Stöckelschuhen auf die Torwand und könnte ein Gesicht der WM werden. Vorher will Bajramaj mit Potsdam abräumen.

Von Mathias Frohnapfel

München - Beim Halbfinal-Sieg über den FC Bayern überragte sie.

Fatmire Bajramaj war beim 4:2-Erfolg an allen Treffern beteiligt, setzte ihre Mitspielerinnen immer wieder mit Raffinesse und Übersicht in Szene.

Auf das gleiche Kunststück hofft die Nationalspielerin von Turbine Potsdam im DFB-Frauenpokalfinale gegen den 1. FFC Frankfurt am Samstag.

Beim Endspiel in Köln soll der Lauf der "Torbienen" weitergehen, die nach dem just eroberten Meistertitel auf das Triple schielen (DATENCENTER: Frauen-Bundesliga).

"Für uns Turbinen-Spielerinnen, die dann bei der WM dabei sind, wäre das ein totaler Schub und noch eine Motivation zusätzlich für die WM", erklärt Bajramaj im Gespräch mit SPORT1.

Große Bühne motiviert

Die große Bühne Pokalfinale, für das bislang 17.000 Tickets abgesetzt sind, motiviert Bajramaj besonders.

Zumal die 22-Jährige auch schon in großen Spielen wie dem Champions-League-Finale 2010 gezeigt hat, wozu sie fähig ist (370243DIASHOW: Bajramajs Karriere in Bildern).

(Jetzt auch um 12 und 13 Uhr: die SPORT1 News)

Damals wurde sie nach dem Erfolg über Olympique Lyon zur Spielerin des Spiels gewählt.

Eine Geschichte wie Mesut Özil

Im Rampenlicht zu stehen, ist für die junge Frau mit der wilden Lockenmähne mittlerweile nichts Außergewöhnliches mehr.

Vor der WM im eigenen Land ist sie als Interviewpartnerin in Deutschland, aber auch international beim amerikanischen News-Kanal "CNN" heiß begehrt - ihre Geschichte im Stile eines Mesut Özil des Frauenfußballs spricht an.

Vom Flüchtlingskind zum Fußballstar

Wie sie es als Flüchtlingskind aus dem Kosovo bis in die Nationalmannschaft geschafft hat, steht auch in ihrer Biographie "Mein Tor ins Leben".

"Ich wurde auf das Buch angesprochen, gefragt, ob ich es machen wollte und ich habe ja gesagt", berichtet sie sachlich von dem ungewöhnlichen Projekt.

Angst vor allzu viel Popularität hat die Weltmeisterin von 2007 ohnehin nicht.

"Für die Leute ist das interessant, mal meinen Werdegang zu sehen. Das ist okay, so lange es im Rahmen bleibt. So lange das keinen Einfluss auf meine Trainingsarbeit hat, mache ich das gerne."

Zur Weltfußballerin nominiert

Bajramaj war neben Birgit Prinz zur Weltfußballerin des Jahres 2010 nominiert und ist eines der Gesichter der Nationalelf.

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Für ihre Kolleginnen wie die Potsdamerin Anja Mittag ist das in Ordnung, solange Bajramaj sich ins Team einordne.

Auch OK-Chefin Steffi Jones schätzt Bajramaj nicht als eine, die in Gefahr steht abzuheben.

"Ich finde, die Frauennationalmannschaft zeigt, dass sie eine Einheit ist. Es gibt keine sogenannten Stars, die irgendetwas raushängen lassen", sagt sie im SPORT1-Interview auch zur Stellung von Vorzeige-Fußballerin Bajramaj.

Mit Stöckelschuhen an die Torwand

Medienauftritte absolviert die inzwischen mit lässigem Charme, beförderte vor laufenden Kameras sogar schon per Stöckelschuhen den Ball in die Torwand.

Die WM im Sommer könnte der nächste große Schritt für Bajramaj sein.

Dabei macht der aparten Stürmerin der Terminstress, inklusive des Champions-League-Halbfinales gegen Duisburg, keine Angst.

Auf riskante Dribblings wird sie wegen der nahen WM auf keinen Fall verzichten.

"Wenn man so denkt, dass man sich verletzen könnte, passiert das erst Recht. Ich spiele einfach Fußball, es kommt, wie es kommt - Schicksal."

"Wollen unbedingt Weltmeister werden"

Ähnlich blickt Bajramaj auch auf das Unternehmen Titelverteidigung.

"Etwas Druck gehört dazu, wir wollen ja unbedingt Weltmeister werden im eigenen Land", berichtet sie.

"Es gibt nichts Besseres für mich und die anderen Mädchen, wenn man den Pokal in der Hand hält."

Das gilt auch für den DFB-Pokal, dem im Moment die volle Konzentration von Bajramaj gilt.

"Wir müssen wachsam sein, Frankfurt will diesen für sie einzig möglichen Titel unbedingt", sagte sie vor der Partie gegen den Erzrivalen im "kicker".

Vizemeister Frankfurt motiviert sich indes mit dem 4:1-Heimspielsieg aus der abgelaufenen Bundesliga-Saison.

Doch die Chance zur Revanche ist nur noch eine Motivation mehr für Bajramaj.

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