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Viola Odebrecht (r.) spielt seit 2008 für Turbine Potsdam © getty

Frankfurt will im Pokal-Duell gegen Dauerrivalen Turbine Potsdam Revanche für ein bitteres Saisonfinale. Ein Rekord winkt.

Köln - Turbine Potsdam will den zweiten Schritt zum Triple machen, der 1. FFC Frankfurt brennt auf Revanche:

Wenn am Samstag die beiden Dauerrivalen des deutschen Fußballs in Köln im DFB-Frauenpokalfinale aufeinandertreffen, ist die 60 Zentimeter hohe und elf Kilogramm schwere Silbertrophäe nicht das einzige Ziel der Träume.

Die beiden besten deutschen Frauenteams haben nach dem spannenden Meisterschaftsrennen, das Potsdam am Ende mit nur einem Zähler Vorsprung für sich entschieden hatte, noch eine Rechnung offen (DATENCENTER: Frauen-Bundesliga).

Meister-Trainer stapelt tief

Entsprechend erwartet Turbine-Trainer Bernd Schröder im Endspiel einen hochmotivierten Gegner und stapelt tief: "Dass wir deutscher Meister sind, macht uns nicht zum Favoriten. Frankfurt hat meiner Meinung nach den besseren Kader - dass sie nicht Meister geworden sind, liegt weniger an uns als vielmehr an ihnen selbst."

Der Champions-League-Sieger aus Potsdam will nochmals beweisen, dass die junge Mannschaft zurecht zum dritten Mal in Folge die Meisterschale in Empfang genommen hat.

Denn die beste Offensive und Defensive der Liga stellten mit 106:16 Toren die Frankfurterinnen (Potsdam 67:17).

"An eigener Dummheit gescheitert"

"In dieser Saison haben wir den schönsten Fußball gespielt und wollen nun auch dafür belohnt werden. Wir wollen zeigen, dass wir an unserer eigenen Dummheit gescheitert sind", sagt FFC-Coach Sven Kahlert.

Die Hessinnen stehen bereits zum elften Mal im Pokalfinale, peilen als Rekordsieger den achten Sieg an. Der dreimalige Pokalsieger Turbine nimmt den fünften Anlauf.

Frankfurt will Revanche

Auch hier hat der FFC noch eine Rechnung offen: Dreimal bereits kam es zum Endspiel der beiden erfolgreichsten Klubs im deutschen Frauenfußball (2004 bis 2006) - dreimal schnappten sich die Brandenburgerinnen die begehrte Trophäe.

Für Potsdam wäre ein weiterer Sieg im vierten Aufeinandertreffen der zweite Schritt auf dem Weg zum Triple im Jubiläumsjahr.

Schröder, seit der Gründung des Vereins vor 40 Jahren dabei, sieht den Einzug in das Champions-League-Halbfinale (6:2 im Rückspiel gegen Frankreichs Vizemeister Juvisy Essone) am vergangenen Mittwoch aber auch als Nachteil für seinen Klub: "Frankfurt dürfte mit 14 Tagen Pause frischer sein als wir."

Bajramaj vor Comeback

Dabei wird Schröder wohl auch wieder auf die zuletzt angeschlagene Lira Bajramaj (Hüftprellung) zugreifen können (370243DIASHOW: Bajramajs Karriere in Bildern).

Frankfurt wird in Bestbesetzung auflaufen, nur Nationalspielerin Saskia Bartusiak fehlt wegen einer Roten Karte aus dem Halbfinale.

Im Traumfinale, in dem elf Nationalspielerinnen aus dem vorläufigen deutschen WM-Kader stehen, geht es bei der zweiten Auflage in Köln aber auch um die Zukunft des eigenständigen Frauen-Pokalfinals.

"Es gab von Beginn an die Überlegung, das DFB-Pokalfinale der Frauen zunächst zwei Jahre gesondert auszutragen. Nach der gelungenen Premiere in Köln 2010 haben wir diesem Standort auch für 2011 den Zuschlag gegeben", sagt DFB-Vizepräsidentin Hannelore Ratzeburg.

Bleibt das Finale in Köln?

Ab Samstagabend folgt die Analyse, ob es bei der Austragung in Köln bleibt: "Wir werden beide Veranstaltungen im DFB-Ausschuss für Frauen- und Mädchenfußball auswerten."

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Dabei gehe es auch um die Frage, "wie der Zuspruch insgesamt in der Region war und ob das Konzept insgesamt zukunftsfähig ist". 26.000 Zuschauer beim Debüt haben die Messlatte hochgelegt, bislang sind rund 18.200 Tickets verkauft.

Bernd Schröder hofft als Urgestein des deutschen Frauenfußballs, dass solche Zahlen nicht allein auf der Vorfreude auf die Heim-WM (26. Juni bis 17. Juli) beruhen: "Vor der WM und bei zwei Austragungen ist es nicht so schwer, das Stadion zu füllen. Aber ich blicke über die WM hinaus. Wichtig ist, was dann geschieht."

Werbung für den Frauenfußball

Die Spielerinnen wie Turbines Josephine Henning wollen auf dem Feld jedenfalls kräftig Werbung machen.

Für sich selbst, die WM im Sommer und für den Frauenfußball: "Wir können wie immer nur eins tun: Uns reinhängen und den Zuschauern zeigen, mit wie viel Leidenschaft wir dabei sind."

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