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Steffi Jones übernahm offiziell Anfang Januar 2008 die Leitung des OK-Teams © getty

Bis zur WM2011 der Frauen sind es keine 1.000 Tage mehr. Sport1.de sprach mit OK-Chefin Steffi Jones über das Fußball-Großereignis.

Von Jessica Pulter

München - Nur fünf Jahre nach dem Sommermärchen findet in Deutschland die nächste Fußball-Weltmeisterschaft statt - die WM der Frauen 2011.

Die ehemalige Nationalspielerin Steffi Jones ist die Präsidentin des deutschen Organisations-Komitees und tritt damit die Nachfolge von "Kaiser" Franz Beckenbauer an, der das Großereignis 2006 organisierte.

Im ersten Teil des Sport1.de-Interviews der Woche spricht die 36-Jährige über ihren Start als OK-Chefin, die Fußstapfen von Beckenbauer und über das anstehende Fußball-Fest.

Sport1.de: Frau Jones, der Countdown läuft, es sind keine 1.000 Tage mehr bis zum Anpfiff der WM 2011. Wie verläuft die Planung dieses Großereignisses? Ist das deutsche Organisations-Komitee im Soll?

Steffi Jones: Wir liegen voll im Plan, haben aus meiner Sicht ein wirklich beachtliches Pensum absolviert. Unser Logo, die "Arena Deutschland", steht, ebenso unser Budget mit 51 Millionen. Umso erfreulicher im Zusammenhang mit der Einnahmen-Seite ist, dass mit der Telekom und der Commerzbank bereits zwei von sechs möglichen Nationalen Förderern unter Dach und Fach sind. Vor allem haben wir bereits neun WM-Spielorte ausgewählt, so viele wie bei keiner Frauen-WM zuvor. Das ganze Land soll buchstäblich wieder bei der WM dabei sein. Mit den Pflichtaufgaben also sind wir bestens gestartet, aber auch die Kür kann sich sehen lassen. Ich habe das Gefühl, dass sich die Menschen in Deutschland auf das Turnier sehr freuen.

Sport1.de: Sie sind jetzt fast genau ein Jahr im Amt. Wie fällt ihr persönliches Fazit für 2008 aus?

Jones: Die Berufung zur OK-Präsidentin hat mich wirklich überrascht. Ich wusste nicht, was mich erwartet. Noch heute staune ich manchmal über die Vielschichtigkeit der vor uns liegenden Aufgaben. Das fasziniert mich. Dank der Unterstützung des Teams und des gesamten DFB mit Präsident Dr. Theo Zwanziger an der Spitze bin ich aber in diese Rolle mehr und mehr hineingewachsen. Ich fühle mich inzwischen sicherer. Auch im Umgang mit Menschen, von denen ich früher meinte, sie spielen in einer anderen Liga.

Sport1.de: Wie muss man sich den Arbeitsalltag der OK-Präsidentin vorstellen? Verbringen Sie mehr Zeit im Büro oder sind Sie ständig in Sachen WM 2011 unterwegs?

Jones: Sowohl als auch. Ich habe einerseits den Anspruch, über die operativen Vorbereitungen, die in unserem Organisationskomitee gebündelt werden, nicht nur informiert zu sein, sondern mich auch mit eigenen Ideen und Beiträgen einzubringen. Gleichzeitig aber weiß ich, dass gerade von mir als Präsidentin erwartet wird, für die Frauen-WM im speziellen und den Frauenfußball im allgemeinen zu werben. Auch bei meinen Auslandsterminen in Chile, Österreich, China, Neuseeland und Portugal ging es um die Frauen-WM 2011. In Santiago de Chile beispielsweise hatte ich die Ehre, Staatspräsidentin Michelle Bachelet zum Eröffnungsspiel der WM 2011 persönlich einzuladen.

Sport1.de: Die WM 2006 in Deutschland war das Sommermärchen, auch dank einer sehr guten Organisation. Sie müssen in große Fußstapfen treten. Ist das für Sie eine besondere Herausforderung?

Jones: 2011 wird keine Kopie des Sommermärchens von 2006 sein. Wir werden aber eine ganz eigene Geschichte schreiben. Mit einem femininen Ausrufezeichen. Der Frauenfußball hat enormes Potenzial. Das unterstreichen allein schon die über eine Million weiblichen Mitglieder im DFB.

Sport1.de: Haben Sie sich besondere Ziele gesetzt?

Jones: Von Deutschland 2011 soll eine Initialzündung, eine Signalwirkung, ausgehen für diesen wunderbaren, eleganten, technisch anspruchsvollen Fußball, wie vielleicht nur die Frauen ihn interpretieren, ja zelebrieren. Und in Deutschland soll auch über das Jahr 2011 hinaus der Mädchen- und Frauenfußball boomen. Meine konkrete Vision dabei ist, dass jedes Mädchen, das Fußball spielen möchte, dies auch im ortsansässigen Verein tun kann.

Sport1.de: Können die Fußball-Fans wieder ein Fest wie 2006 erwarten?

Jones: Ich erwarte ein tolles Fest des Frauenfußballs. Wir wollen die Fans durch die sportliche Hochleistungen, Eleganz, Technik und Attraktivität der besten Spielerinnen der Welt begeistern. Auch diejenigen, die mit der ganzen Familie zum Fußball gehen, werden die fantastische Möglichkeit haben, Spitzenfußball in tollen Stadien mit einer einzigartigen WM-Atmosphäre zu erleben. Eine WM ist immer etwas ganz Besonderes.

Hier geht es zum zweiten Teil...

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