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Nationalspielerin Steffi Jones beendete 2007 ihre aktive Karriere © getty

Für Steffi Jones wird die WM2011 ein Meilenstein im internationalen Frauen-Fußball. Lesen Sie den zweiten Teil des Sport1.de-Interviews.

Von Jessica Pulter

München - Im zweiten Teil des Interviews der Woche spricht Steffi Jones über die Besonderheiten der WM2011, die Entwicklung des Frauen-Fußballs und ihre nächsten Aufgaben.

Sport1.de: Was wird die WM in Deutschland so besonders machen?

Jones: Wir werden einfach alles geben, um den Stellenwert der Sportart Frauenfußball zu steigern. Die Jung's müssen sagen: Mädchen, die kicken, sind cool. Das technische Format des Turniers haben wir allein schon dadurch gestärkt, dass die WM erstmals in neun Städten ausgetragen und damit quasi ins ganze Land getragen wird.

Sport1.de: Worin werden die Unterschiede zu den bisherigen Frauen-Weltmeisterschaften liegen?

Jones: Die Frauen-WM in China wurde in fünf Stadien ausgetragen. Außerdem wird es auch keine sogenannte Doubleheader mehr geben, also zwei Spiele nacheinander in einem Stadion. Jedes einzelne Spiel einer Frauen-WM hat die größtmögliche Beachtung und eine gewisse Alleinstellung verdient.

Sport1.de: Die WM findet zum ersten Mal seit 1995 wieder in Europa statt. Wie wird der europäische Frauen-Fußball von der Endrunde profitieren?

Jones: Der Frauenfußball hat sich mittlerweile sehr positiv in Europa entwickelt. Durch die Frauen-WM 2011 können wir den Frauenfußball auf einer außergewöhnlichen Bühne im Herzen Europas präsentieren und zeigen, dass er in jeder Hinsicht eine höchst attraktive Plattform bietet. Ich bin davon überzeugt, dass nach 2011 der Frauenfußball weltweit boomen wird.

Sport1.de: Betrachtet man die Zuschauerzahlen sowie die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit, dann stehen die Fußballerinnen noch deutlich im Schatten der Männer. Erhoffen Sie sich als ehemalige Spielerin durch die WM auch einen Einfluss auf die weitere Etablierung des Frauen-Fußballs in Deutschland?

Jones: Ja, klar. Die Frauen-WM 2011 bietet eine fantastische Gelegenheit, um die Popularität des Frauenfußballs nachhaltig zu steigern. Dabei spiegelt sich einer der größten Unterschiede zur WM 2006 wieder, die vom ersten Tag als nationales Ereignis betrachtet wurde. Diesmal gehen die großen Impulse zunächst von den Regionen mit WM-Spielorten aus. Es wäre sehr wichtig, wenn die Frauen-WM 2011 dazu beitragen kann, den Frauenfußball dort, wo er sich noch nicht so gut entwickelt hat, zu pushen. Darüber hinaus muss auch die Frauen-Bundesliga schon jetzt die Strukturen schaffen, um den Schwung der WM zu langfristigem Nutzen und Profit auszubauen.

Sport1.de: Was werden Ihre nächsten Aufgaben nach den Weihnachtsferien sein?

Jones: Bereits im Januar werde ich in den USA auf einem großen internationalen Trainerkongress die Werbetrommel rühren. Danach startet im Spielort Sinsheim unsere Countdown-Veranstaltungsreihe. Im Frühjahr werden wir auch Spielplan und Slogan präsentieren sowie weitere Sponsoren verkünden. Und am 22. April steigt ja mit der Knallerpartie zwischen Deutschland und Brasilien in Frankfurt das Highlight im Weltfrauenfußball. Mal sehen, ob wir dann schon den europäischen Zuschauerrekord knacken können, der bei 29.000 Zuschauern liegt. Ich bin optimistisch, wie immer.

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