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Viola Odebrecht (r.) und die DFB-Damen enttäuschten gegen Spanien © getty

Durch ein Remis in Spanien verpassen die deutschen Damen die Spitze in ihrer Quali-Gruppe. Silvia Neid muss auf die Tribüne.

Motril/München - Viereinhalb Monate nach dem bitteren Aus bei der Heim-WM haben die deutschen Fußballerinnen eine weitere Enttäuschung erlebt und den anvisierten Spitzenplatz in der EM-Qualifikation verpasst.

Die Mannschaft von Bundestrainerin Silvia Neid, die nach einer Stunde wegen Meckerns auf die Tribüne musste, kam nach einer 2:0-Führung nicht über ein 2:2 (2:0) in Spanien hinaus und bleibt damit in der Tabelle hinter Spanien.

Dennoch hat der Titelverteidiger nach wie vor alle Chancen auf die Teilnahme an der Endrunde 2013 in Schweden (SERVICE: Alles zum Frauenfußball).

Führung durch Gößling

Auf dem nur schwer bespielbaren Platz in Motril sorgten Lena Goeßling (27.) sowie ein Eigentor von Ruth Garcia (30.) für die Treffer des zweimaligen Welt- und siebenmaligen Europameisters.

Starstürmerin Veronica Boquete (57.) und Willy (90.+1) trafen für die Gastgeberinnen.

DFB-Team verpasst vierten Sieg

Damit verpasste die Auswahl des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), der nach wie vor der Makel des Scheiterns im WM-Viertelfinale gegen den späteren Weltmeister Japan anhaftet, den vierten Sieg im vierten Qualifikationsspiel.

Insgesamt gewann das deutschen Team im zu Ende gehenden Jahr 11 seiner 13 Partien. Die Spanierinnen, die derzeit auf dem 18. Platz der Weltrangliste rangieren, konnten nach vier Siegen in Folge erstmals nicht gewinnen.

Gäste bestimmen das Geschehen

Vor 3000 Zuschauern im Estadio Municipal Escribano Castilla in der Provinz Granada bestimmte die deutsche Mannschaft, die ohne die verletzten Kim Kulig (Kreuzbandriss) und Inka Grings (Achillessehne) sowie die wegen Formschwäche nicht berücksichtige Linda Bresonik auskommen musste, von Beginn an das Geschehen.

Kurz bevor Goeßling ihren zweiten Länderspieltreffer erzielte, vergab Alexandra Popp die große Chance zur Führung (26.).

Spanien ist gut bedient

Auch nach den Eigentor der Spanierinnen dominierten die Deutschen, die am vergangenen Samstag mit dem 17:0 gegen Kasachstan den höchsten Sieg in der 29-jährigen Geschichte der Nationalmannschaft eingefahren hatten. Spanien war mit dem 0:2 zur Pause noch gut bedient.

Nach dem Seitenwechsel vergab wiederum Popp die erste gute Chance (49.) für die Deutschen, bei denen sich Fatmire Bajramaj und Simone Laudehr die Bestnoten verdienten. Kurz darauf traf Bajramaj den Pfosten (51.).

Neid muss auf die Tribüne

Nach dem Treffer Boquetes wurde es hektisch. Nachdem ein Tor von Celia Okoyino da Mbabi wegen einer angeblichen Abseitsstellung nicht anerkannt worden war (59.), musste die aufgebrachte Neid die Trainerbank verlassen.

Danach vergab Okoyino da Mbabi mehrere Großchancen. Die Nachlässigkeit wurde in der Nachspielzeit durch die kurz zuvor eingewechselte Willy bestraft.

Beginn gegen die Türkei

Das Länderspiel-Jahr 2013 beginnt mit einer leichten Aufgabe. Am 15. Februar treffen die Deutschen im nächsten Qualifikationsspiel auf die Türkei, die zuletzt 0:2 in Kasachstan verlor.

Das Gesamtziel hat Neid, deren Auswahl trotz der Rücktritte von Birgit Prinz, Kerstin Garefrekes, Ariane Hingst und Ursula Holl nach wie vor zum Großteil aus WM-Teilnehmerinnen besteht, bereits formuliert:

"Wir peilen den ersten Platz in der Gruppe an. Wir wollen uns ohne Umweg über die Play-offs für die EM qualifizieren."

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