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Gegen China kam Nicole Banecki im Februar zu ihrem zweiten Einsatz in der A-Auswahl © getty

Mehrere Ausfälle in der DFB-Auswahl zwingen DFB-Trainerin Neid zu Änderungen. Scheinbar ungeplant übernimmt eine neue Generation.

Albufeira - Am Dienstagvormittag ist bei den deutschen Fußballerinnen die Aktion "Jugend forscht" angelaufen.

Beim ersten Training der Nationalmannschaft in Portugal vor dem Auftaktspiel des Algarve Cups am Mittwoch gegen EM-Gastgeber Finnland (14.15 Uhr) begrüßte DFB-Trainerin Silvia Neid gleich sieben Spielerinnen, die 20 Jahre oder jünger sind (Mit Fuss zum Algarve-Cup).

Die Verjüngungung war von Neid in dieser drastischen Form nicht beabsichtigt.

Die Trainerin musste auf den Ausfall der fünf verletzten Stammkräfte Birgit Prinz, Kerstin Stegemann, Ariane Hingst, Annike Krahn und Simone Laudehr reagieren.

Beim Europameister, der am Dienstagmorgen kurz nach Mitternacht sein Sporthotel in Albufeira bezogen hat, wird deshalb ein knappes halbes Jahr vor der EM (23. August bis 10. September) kräftig experimentiert. ad

Ein Test der jungen Spielerinnen

"Natürlich wollen wir jedes Spiel gewinnen, aber wir spielen nicht ergebnisorientiert", sagte Neid vor den Gruppenspielen gegen Finnland, China (Freitag) und Schweden (Montag / alle um 14.15 Uhr) sowie dem abschließenden Platzierungsspiel am 11. März.

"Wir werden viel ausprobieren und die Möglichkeit nutzen, vor allem die jungen Spielerinnen zu testen. Es ist wichtig zu sehen, wie sie auf hohem Niveau mit dem Tempo zurechtkommen", meinte die Bundestrainerin.

Wimbersky tritt zurück

Da Neid verstärkt auf Talente setzt, sah Petra Wimbersky keine sportliche Zukunft mehr für sich. Die 26-Jährige vom Deutschen Meister 1. FFC Frankfurt erklärte ihren vorläufigen Rücktritt aus dem Nationalteam.

"Trotz meiner 70 Länderspiele habe ich gespürt, dass ich in den perspektivischen Planungen der Trainerin keine entscheidende Rolle spiele", sagte die Weltmeisterin, die schon bei den Olympischen Spielen 2008 nicht dabei war und die für den Algarve Cup nur auf Abruf bereitstehen sollte.

Nur Leistung zählt

Anstatt mit Wimbersky plant Neid mittlerweile eher mit den U-20-Nationalspielerinnen Kim Kulig, Nicole Banecki, Bianca Schmidt und Katharina Baunach, die bei der zurückliegenden U-20-WM Bronze holten.

Die "jungen Wilden" könnten sich mit starken Auftritten in Portugal ihr EM-Ticket sichern.

Schließlich hat die Trainerin des Rekord-Europameisters (sechs Siege) angekündigt, dass es bei der Nominierung nur auf die Leistung ankommen werde.

Alter spielt keine Rolle

"Nur die Besten fahren zur EM - egal, ob alt oder jung", sagte Neid, die bei allen Planungen hinsichtlich der kontinentalen Titelkämpfe bereits die WM 2011 im Auge hat.

"Die Jungen haben nun die Chance, sich zu zeigen und die Herausforderung anzunehmen. Wir schauen dabei natürlich auch schon in Richtung Weltmeisterschaft 2011 in Deutschland", äußerte die 44-Jährige.

Neid will den behutsamen Umbruch der Mannschaft, die am vergangenen Mittwoch mit einem 1:1 gegen China ins EM-Jahr gestartet war, weiter voranbringen.

Optimale Gruppe

Um die Nachwuchskräfte im Wettkampf unter die Lupe nehmen zu können, kommen Neid die "völlig unterschiedlichen" Gegner gerade recht.

"Finnland ist kampfstark, robust und kopfballstark. Die Chinesinnen sind in der Abwehr diszipliniert und wendig. Schweden ist spielerisch stark, hat ein starkes Offensivtrio und ist zudem sehr zweikampfstark. Da ist vor allem unsere Abwehr gefordert", analysierte die 111-malige Nationalspielerin die Kontrahentinnen (Okoyino da Mbabi fehlt gegen China).

Außer den vier Teams in der deutschen Gruppe nehmen acht weitere Mannschaften an der 16. Austragung des Turniers teil.

Neben dem Gastgeber sind Olympiasieger USA, Norwegen, Dänemark, Island, Polen, Wales und Österreich vertreten.

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