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Die Frauen vom VfL Wolfsburg gehen als Favoriten in die neue Saison © imago

Der VfL Wolfsburg ist Triple-Gewinner, Deutschland ist Europameister. Die Frauen-Bundesliga hofft auf einen neuen Schub.

München - Die EM-Euphorie im Rücken, Europas Creme de la Creme am Ball: Die "Liga der Europameisterinnen" hofft mit neuer Schubkraft auf einen großen Schritt Richtung Rampenlicht.

Wenn am Samstag das Eröffnungsspiel der 24. Bundesliga-Saison zwischen Triple-Gewinner VfL Wolfsburg und Bayern München läuft, soll nicht weniger als "ein neues mediales Zeitalter für den Frauenfußball in Deutschland anbrechen", wie es Siegfried Dietrich, Manager des 1. FFC Frankfurt, formuliert.

Doch dafür müssen alle Beteiligten "Hausaufgaben" machen, fordert DFB-Abteilungsleiterin Heike Ullrich.

"Wir haben bei den vergangenen Erfolgen gelernt, dass das kein Selbstläufer ist. Die Stadien sind dadurch nicht automatisch am ersten Spieltag gefüllt oder das Medieninteresse selbstverständlich größer", erklärte sie.

Vereine mit unterschiedlichem Niveau

Denn dem Rekordwert nach der Heim-WM 2011 von 1121 Zuschauern pro Spiel folgte in der vergangenen Spielzeit ein Rückgang auf einen Schnitt von 890.

Die internen Strukturen innerhalb der Vereine müssen weiter verbessert werden (DATENCENTER: Frauen-Bundesliga).

"Die vielen Aufgaben, die anfallen, um semi-professionelle Strukturen zu stellen, müssen auf mehrere Schultern verteilt werden", sagte Ullrich und nannte als Beispiel das noch sehr unterschiedliche Niveau der Öffentlichkeitsarbeit.

Alle jagen Wolfsburg

Sportlich heißt das Wunschziel weiterhin mehr Ausgeglichenheit, mehr überraschende Ergebnisse. Im Kampf um die Meisterschale übernehmen die Wölfinnen nach ihrem Dreifach-Coup erstmals die Rolle der "Gejagten", wie es VfL-Coach Ralf Kellermann und Bundestrainerin Silvia Neid unisono ausdrücken.

"Darauf habe ich die Mannschaft eingestellt. Alle wollen den Triple-Gewinner schlagen", sagte der 45-Jährige, der den schwedischen EM-Star Nilla Fischer als Top-Transfer in die Autostadt lotste.

Mehrere Titelaspiranten

Die weiteren Titelaspiranten sind die üblichen Verdächtigen. Der siebenmalige Meister Frankfurt will mit dem neuen Trainer Colin Bell und Königstransfer Celia Sasic - ehemals Okoyino da Mbabi - nach einer Durststrecke wieder an glanzvollere Zeiten anknüpfen.

Vize-Meister Turbine Potsdam mit Trainer-Urgestein Bernd Schröder "sollte man immer auf der Rechnung haben", meint Neid.

Dahinter gelten Bayern München und der SC Freiburg als hoffnungsvollste Kandidaten, um in die Phalanx der Top 3 einzubrechen.

Bessere Wirtschaftlichkeit der Vereine

Negative Schlagzeilen wie in der abgelaufenen Spielzeit durch die Insolvenz des Traditionsklubs SC Bad Neuenahr und die Fast-Pleite des FCR Duisburg sollen der Vergangenheit angehören.

Dazu beitragen soll das Ligastatut, das planmäßig allerdings erst ab der übernächsten Saison greift.

Ziel ist es laut Ullrich, dass der DFB eine "stärkere Begleitungsmöglichkeit der Vereine auch im wirtschaftlichen Bereich und ein stärkeres Durchgriffsrecht" erhält. Bei Zweifeln an der wirtschaftlichen Überlebensfähigkeit soll so rechtzeitig gegengesteuert werden.

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