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Silvia Neid ist seit 2005 Trainerin der deutschen Nationalmannschaft © getty

Trotz der Niederlage gegen Schweden und einem Negativ-Rekord zeigt sich Silvia Neid zufrieden und blickt nach vorne.

Faro - Nur das kleine Finale gegen Dänemark anstatt des großen Endspiels gegen die USA erreicht - dazu große Schwächen in der Defensive offenbart und einen Negativ-Rekord eingestellt:

Eigentlich hätte Silvia Neid nach dem 2:3 (0:3) der deutschen Fußballerinnen beim Algarve Cup gegen Schweden und vor dem Spiel um Platz drei am Mittwoch in Faro richtig sauer sein müssen.

Doch der überraschend entspannten Trainerin des Welt- und Europameisters kam die Niederlage gerade recht (DFB-Frauen verpassen Finale).

"Ich bin ehrlich gesagt froh, dass es so gekommen ist. So hat man gesehen, woran es noch hapert", sagte Neid.

"Weiter lernen"

"Ein weiterer Sieg hätte die Tatsachen verfälscht. Nun können wir gegen die starken Däninnen weiter lernen", so die Trainerin.

Gegen Schweden zeigte das Team die schlechteste erste Hälfte seit zehn Jahren und stellte den Negativ-Rekord für den höchsten Halbzeit-Rückstand (zuletzt im März 1999 gegen China) ein.

Dabei hätte dem Rekord-Europameister (sechs Titelgewinne) nach den beiden mühelosen Siegen gegen Finnland (2:0) sowie China (3:0) schon ein Remis im letzten Gruppenspiel gereicht, um im Finale mit dem Erzivalen und Olympiasieger USA die Kräfte zu messen.

Verjüngter Kader

Dieses Vergnügen haben nun die Skandinavierinnen. Den Deutschen, die 2005 und 2006 das Endspiel erreicht hatten, bleibt wie im vergangenen Jahr nur das kleine Finale.

Damals hatte die Auswahl des DFB 0:2 gegen Norwegen verloren.

Das verpasste Finale kümmerte Neid, in deren verjüngtem Kader aufgrund des Fehlens der verletzten Stammkräfte Birgit Prinz, Kerstin Stegemann, Ariane Hingst, Annike Krahn und Simone Laudehr insgesamt sieben Spielerinnen 20 Jahre oder jünger sind, allerdings weit weniger als die gewonnenen Erkenntnisse.

Suche nach Alternativen

"Einzelne Spielerinnen müssen dazulernen. Deshalb sind wir hier", erklärte die Trainerin und zog ein erstes Fazit des Turniers in Portugal.

"Bis jetzt lief es fast optimal. Die Spielerinnen, die hier sind, konnten sich zeigen", sagte die 44-Jährige mit Blick auf die EM vom 23. August bis 10. September in Finnland.

"Für mich ist es wichtig zu wissen, welche Alternativen ich habe. Wir müssen ja erst mal schauen, wie weit die Spielerinnen, die hier fehlen, nach unserer Rückkehr sind."

Lehrreiche Pleite

Wie Neid empfand auch Spielführerin Nadine Angerer die Pleite gegen Schweden, die von den Torschützinnen Inka Grings (77.) und Kim Kulig (82.) noch erträglich gestaltet wurde, als lehrreich.

"Die Jungen haben gesehen, dass sie noch nicht die Helden sind", sagte die Torhüterin, die hinsichtlich der EM mit der Rückkehr der etablierten Spielerinnen rechnet:

"Es wäre zu viel verlangt, mit den Jungen die EM gewinnen zu wollen. Die brauchen Zeit, um sich zu entwickeln."

Kritik an Bresonik

Bei allen positiven Erkenntnissen, wie den guten Ansätzen der Youngster und dem vielversprechenden Comeback von Torjägerin Grings (Neid: "Sie ist eine Bereicherung in jeder Hinsicht"), fiel der Trainerin gegen Schweden eine Spielerin besonders negativ auf.

Obwohl Linda Bresonik gute Szenen im Spiel nach vorne hatte, bekam die Mittelfeldspielerin von Neid einen Rüffel: "Von ihr erwarte ich viel mehr. Das war zu wenig."

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