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Kim Kulig bestritt am 25. Februar 2009 gegen China ihr erstes A-Länderspiel © getty

Beim Algarve Cup springt für die DFB-Frauen nur der vierte Platz heraus. Trotzdem nimmt Trainerin Neid positive Erkenntnisse mit.

Von Jessica Pulter

Faro/München - Perfekt ist der Algarve Cup für die deutsche Frauen-Nationalmannschaft nicht gelaufen, doch Bundestrainerin Silvia Neid kann im EM Jahr 2009 auch viel Positives aus dem Turnier in Portugal mitnehmen:

Im Kader rückt etwas nach - allen voran Kim Kulig vom Hamburger SV.

Die 18-Jährige durfte erstmals Nationalmannschaftsluft schnuppern und bedankte sich gleich mit zwei Toren beim Cup.

Neid kürte sie folglich zur "Gewinnerin des Turniers".

"Druck spüre ich keinen"

Ähnlich wie ihr männliches Pendant Toni Kroos damals mit großen Erwartungen im Profikader des FC Bayern empfangen wurde, galt auch Kulig bereits vor dem Turnier als die größte deutsche Nachwuchshoffnung.

Diesem Druck begegnete sie aber ganz gelassen. "Ich konzentriere mich auf meine Aufgabe, will dazulernen und Erfahrungen sammeln. Druck spüre ich eigentlich keinen", sagte Kulig gegenüber Sport1.de.

"Es macht mir einfach nur riesigen Spaß dabei zu sein und von Trainerin Silvia Neid das Vertrauen geschenkt zu bekommen."

Einsätze im Mittelfeld

Das Vertrauen zahlte sie mit zwei wunderbaren Fernschusstoren gegen China und Schweden zurück, und das in ihren Länderspielen Nummer drei und vier.

"Ich habe mich natürlich riesig gefreut, dass mir mein erstes Tor gelungen ist. Dazu noch so ein schönes, das war schon klasse", erklärte Kulig, die im defensiven Mittelfeld eingesetzt wurde und dort neben Linda Bresonik und Lena Goeßling die Bälle verteilte.

"Ich weiß aber auch, dass das alles nur eine Momentaufnahme ist und ich weiter an mir arbeiten muss."

Auch Schmidt kann punkten

Lob gab es für Kulig trotzdem von der Bundestrainerin: "Sie ist zweikampfstark, hat eine sehr gute Kopfballtechnik und Dynamik und versucht immer alles direkt umzusetzen, was wir ihr an taktischen Vorgaben geben. Kim ist sehr lernwillig und für ihr Alter schon sehr weit."

Der Versuch von Neid, junge Spielerinnen in die Mannschaft einzubinden 72535(DIASHOW: Der Kader der DFB-Frauen), ist daher durchaus gelungen, denn neben Kulig gefiel auch Bianca Schmidt auf der Rechtsverteidigerposition.

Zudem konnten Katharina Baunach und Nicole Banecki Spielpraxis sammeln, auch wenn Neid sich wohl mehr Impulse durch die beiden Spielerinnen erhofft hatte.

Kein gelungener Abschluss

So blieb es in Abwesenheit von Stammkräften wie Birgit Prinz, Kerstin Stegemann oder Annike Krahn bei einem durchwachsenen Ergebnis eines vierten Platzes beim Algarve Cup (Nächste Pleite im kleinen Finale), den die deutsche Mannschaft erst einmal im Jahr 2006 gewann.

Hatte man vor dem Turnier vielleicht mit dem Titel geliebäugelt, so ging der DFB-Auswahl auf der Zielgeraden die Puste aus.

Gegen Schweden (2:3) reichten zehn katastrophale Minuten, um den Traum vom Finale im Keim zu ersticken.

Gegen die Däninnen (0:1) fehlte der letzte Wille, um sich noch Platz drei zu holen.

Kulig hofft auf EM-Ticket

Für die deutschen Frauen steht in diesem Jahr aber auch ein anderes Turnier im Blickpunkt.

Ende August startet in Finnland die Europameisterschaft, zu der die DFB-Auswahl als Titelverteidiger reist.

Kulig hofft, dass sie dann wieder dabei sein darf: "Ich werde natürlich versuchen mich über meine Leistung im Training und bei meinen Einsätzen anzubieten. Klar wäre die Teilnahme an der EM eine tolle Sache. Das ist auf jeden Fall mein Ziel."

Viel Nachwuchs in der Bundesliga

Und Kulig muss nicht das einzige Talent sein, das sich in den kommenden Monaten für die DFB-Elf empfehlen wird.

Denn die jungen Spielerinnen beim Turnier in Portugal sind nur vier Beispiele der breitgefächerten Nachwuchsgarde in der Frauen-Bundesliga, in der jeder Verein mindestens zwei Akteurinnen im Alter unter 20 Jahren im Kader hat.

Gute Aussichten für die Bundestrainerin und die erfolgsverwöhnten Fans des Frauen-Fußballs - auch wenn es beim Algarve Cup 2009 wieder nicht geklappt hat.

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