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Die Brasilianerin Marta (M.) wird von Linda Bresonik (l.) und Kerstin Garefrekes gestoppt © getty

Trotz einer starken Leistung reicht es für die Frauen-Nationalmannschaft nur zu einem Unentschieden im Test gegen Brasilien.

Frankfurt/Main - Trotz drückender Überlegenheit und einer Vielzahl von hochkarätigen Chancen haben die deutschen Weltmeisterinnen beim ersten großen Testlauf für die WM 2011 im eigenen Land den erhofften Erfolg verpasst.

Die DFB-Auswahl kam vor der neuen europäischen Rekordkulisse von 44.825 Zuschauern in Frankfurt/Main zwar nicht über ein 1:1 (1:1) gegen Vize-Weltmeister Brasilien hinaus.

Dennoch scheint das Team für die anstehende EM in Finnland (23. August bis 10. September) gut gerüstet.

Anja Mittag (24.) erzielte den Treffer für den Gastgeber in der Neuauflage des WM-Finals von 2007, das die Deutschen mit 2:0 für sich entschieden hatten. Maurine (36.) traf für Brasilien.

Prinz mit Rippenbruch ausgewechselt

Ein Wermutstropfen für das deutsche Team war die Verletzung von Birgit Prinz. Die Rekord-Nationalspielerin und Spielführerin, die zuletzt ihre Teilnahme an der WM 2011 in Frage gestellt hatte, musste mit einem Rippenbruch ausgewechselt werden (40.).

Sie wurde nach dem Spiel zu einer genauen Untersuchung ins Krankenhaus gebracht.

Jones: "Zweites Tor wäre verdient gewesen"

"Wir wollten unbedingt gewinnen, und es sah in der zweiten Halbzeit auch danach aus. Das war schon viel besser als noch vor ein paar Wochen, und der Rahmen hätte auch nicht schöner sein können", sagte DFB-Trainerin Silvia Neid.

WM-OK-Chefin Steffi Jones lobte ihre ehemaligen Team-Kolleginnen: "Es hat alles gepasst, sie hätten ein zweites Tor verdient gehabt, denn sie waren die weitaus bessere Mannschaft."

Deutschland mit großem Einsatz

Zu Beginn des Spiels gingen die Gastgeber mit großem Einsatz zu Werke. Der DFB-Auswahl war deutlich anzumerken, dass sie sich für die 1:4-Pleite, die sie im Halbfinale der Olympischen Spiele 2008 gegen Brasilien kassiert hatte, revanchieren wollte.

Kerstin Garefrekes (7.) und Mittag (8.) vergaben die ersten Möglichkeiten der Deutschen, die auf die verletzten Inka Grings, Kerstin Stegemann und Ariane Hingst sowie die kranke Celia Okoyino da Mbabi verzichten mussten.

Trotz dieser Ausfälle standen noch 14 Weltmeisterinnen im deutschen Kader.

Verband streicht Rekord-Einnahme ein

In der Startformation beider Teams liefen jeweils sechs Spielerinnen auf, die auch im WM-Finale vor zwei Jahren von Beginn an auf dem Platz standen.

Nach dem starken Start der Gastgeber verflachte das Niveau des Spiels, vor dessen Anpfiff das deutsche Organisationskomitee das Motto der WM 2011 in Deutschland ("20elf von seiner schönsten Seite" - "The beautiful side of 20eleven") vorgestellt hatte.

Schon im Vorfeld hatte der DFB zudem bekannt gegeben, dass das Spiel dem Verband einen neuen Einnahmen-Rekord für ein Frauen-Länderspiel (450.000 Euro) einbringen würde.

Mittag erzielt siebtes Länderspieltor

Erst Mitte der ersten Halbzeit konnten sich die deutschen Spielerinnen, die mittlerweile an den Marketing-Einnahmen beteiligt werden, wieder steigern und gingen vedient in Führung.

Nach Vorarbeit von Linda Bresonik erzielte Mittag ihr siebtes Länderspieltor.

Die Gastgeberinnen konnten sich allerdings nur zwölf Minuten über ihre Führung freuen. Nach einem Freistoß von Grazielle traf Maurine zum überraschenden Ausgleich für Brasilien.

DFB-Team vergibt Siegchance

Nach dem Seitenwechsel drängte das Team von DFB-Trainerin Silvia Neid auf die erneute Führung.

Annike Krahn (53.), Mittag (56. ), Kim Kulig, Martina Müller (beide 57.), Melanie Behringer (60.), Linda Bresonik (63.) und nochmal Müller (74.) konnten allerdings auch beste Chancen nicht nutzen.

Beste Spielerinnen auf deutscher Seite waren Mittag, Bianca Schmidt und Kulig.

Bei den Brasilianerinnen konnten vor allem Formiga und Torhüterin Barbara überzeugen.

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