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Steffi Jones (l.) und DFB-Trainerin Silvia Neid fiebern der WM-Auslosung entgegen © getty

Mit der Auslosung der Frauen-WM 2011 in Deutschland steigt die Spannung und Vorfreude. Günther Netzer fungiert als "Glücksfee".

Von der WM-Auslosung berichtet Martin Volkmar

Frankfurt/Main - Mehr als 200 Länder sind live zugeschaltet, wenn die "Glücksfee" das große Los zieht.

Eigentlich sollte Oliver Kahn gemeinsam mit Topmodel Adriana Karembeu die Vorrundengruppen der Frauen-WM 2011 in Deutschland (Spielplan) ziehen, doch der "Titan" kam wegen Schneefalls nicht aus München weg und musste absagen.

Für Kahn übernimmt nun Günter Netzer, Weltmeister von 1974, den Job.

Die rund 50-minütige Auslosungszeremonie vor 600 prominenten Gästen in der Frankfurter Messe (ab 19.25 Uhr im LIVE-TICKER) ist der Startschuss für die mit Spannung erwartete erste Frauen-WM im Land des Titelverteidigers.

"Meilenstein und Highlight"

"Die Auslosung ist ein Meilenstein, das absolute Highlight auf dem Weg zur WM und eine große Herausforderung für das Organisationskomitee", sagt OK-Präsidentin Steffi Jones.

Was die Vorbereitung betrifft, sind die Gastgeber knapp sieben Monate vor dem Anpfiff am 26. Juni im Berliner Olympiastadion voll im Plan, und auch sportlich muss sich die DFB-Auswahl keine Sorgen machen.

"Ich blicke der Auslosung mit Freude, Neugierde und Spannung entgegen. Es gibt aber weder Wunsch- noch Angstgegner", sagt DFB-Trainerin Silvia Neid selbstbewusst:

"Das wird ein großer Schritt Richtung WM. Die Ergebnisse der Auslosung machen das Turnier nicht nur für die Fans greifbarer, sondern liefern uns Trainern konkrete Anhaltspunkte."

"Hammergruppe" mit Nordkorea und Schweden möglich

Im schlimmsten Fall könnte es der zweifache Weltmeister in der Gruppe A mit dem Weltranglisten-4. Schweden, dem Weltranglisten-6. Nordkorea und Afrikameister Nigeria (Weltranglisten-27.) zu tun bekommen.

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"Dann haben wir schon ein Problem. Diese drei hätte ich nicht so gern in der Gruppe", gibt Neid zu, die bei der Auslosung von Birgit Prinz und Inka Grings begleitet wird.

Der 8:0-Kantersieg vergangene Woche im Test gegen die hoffnungslos unterlegenen Nigerianerinnen gab allerdings einen deutlichen Hinweis darauf, dass sich der siebenmalige Europameister vor niemandem der 15 anderen Endrundenteilnehmer fürchten muss.

Brasilien oder USA frühestens im Halbfinale

Zumal die vermutlich härtesten Titelrivalen Japan (Gruppe B) sowie Brasilien (C) und USA (D) in den anderen Gruppen gesetzt sind, so dass es gegen die beiden letztgenannten Topteams frühestens im Halbfinale zum Duell kommen kann.

Auch wenn ein gutes Abschneiden des Gastgeberteams immer maßgeblich für den Erfolg eines Turniers ist, so geht man beim DFB schon jetzt von einer rundum gelungenen WM aus.

"Die Frauen-WM wird ein riesiger Erfolg", glaubt Generalsekretär Wolfgang Niersbach:

"Dieses Turnier wird das Sportereignis des Jahres. Die WM ist wie auch bei den Männern 2010 solide und zugleich kreativ vorbereitet. Für unsere Gäste wird sie ein unvergessliches Erlebnis."

Schon 350.000 Karten verkauft

Die Voraussetzungen für ein neues Sommermärchen sind offenbar gegeben: Bislang wurden bereits 350.000 der insgesamt 700.000 Karten für die 32 Partien in den neun Spielorten verkauft.

Die DFB-Elf spielt das Eröffnungsspiel in Berlin und danach in Frankfurt/Main und Mönchengladbach. Das Finale findet am 17. Juli in Frankfurt statt.

Beim Auftakt heute abend an gleicher Stelle werden unter anderem DFB-Präsident Theo Zwanziger und FIFA-Exekutivmitglied Franz Beckenbauer zu den prominenten Gästen gehören, während FIFA-Boss Sepp Blatter aus terminlichen Gründen abgesagt hat.

Die Fakten zur WM-Auslosung:

Die Töpfe im Überblick

Topf 1 (Gruppenköpfe): Deutschland (A, Weltreanglisten-2., Titelverteidiger), Japan (B, WR-5.), USA (C, WR-1.), Brasilien (D, WR-3.)

Topf 2: Nordkorea (WR-6.), Kanada (WR-9.), Australien (WR-12.), Mexiko (WR-22.)

Topf 3: Neuseeland (WR-23.), Nigeria (WR-27.), Kolumbien (WR-32.), Äquatorial-Guinea (WR-62.)

Topf 4 (Europa): Norwegen (WR-7.), Schweden (WR-4.), Frankreich (WR-8.), England (WR-10.)

Das Prozedere

Teams aus den selben Kontinentalverbänden können nicht in der gleichen Gruppe spielen - mit Ausnahme der Gruppe A, wo Deutschland auf ein europäisches Team trifft.

Die WM-Spielorte:

Berlin (nur Eröffnungsspiel, 74.244 Plätze), Frankfurt (u.a. Finale, 49.240), Augsburg (25.579 Zuschauer), Bochum (23.000), Dresden (27.190), Leverkusen (30.000), Mönchengladbach (46.297), Sinsheim (25.641), Wolfsburg (25.361)

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