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Günter Netzer sieht bei den DFB-Frauen gute Chancen auf die Titelverteidigung © getty

Seine Rolle überraschte ihn. Bei SPORT1 spricht "Ersatz-Glücksfee" Günter Netzer über die Frauen-WM und die Herren-Bundesliga.

Von der WM-Auslosung berichtet Martin Volkmar

Frankfurt/Main - Es war ein gelungener Startschuss für die letzte Phase zur Frauen-WM 2011 in Deutschland.

Die Auslosungszeremonie vor rund 600 Gästen in der Frankfurter Messe, die in mehr als 200 Länder übertragen wurde, lief reibungslos.

Und auch die Ergebnisse sorgten für Zufriedenheit bei den DFB-Verantwortlichen.

Machbare Gegner für DFB-Team

Mit Kanada, Auftaktgegner beim Eröffnungsspiel am 26. Juni in Berlin, sowie Nigeria (30. Juni in Frankfurt) und Frankreich (5. Juli in Mönchengladbach) bekam der zweifache Weltmeister machbare Vorrundengegner zugelost. (Der WM-Spielplan)

Schulterklopfen gab es daher für Ex-Weltstar Günter Netzer, der äußerst kurzfristig als "Glücksfee" an der Seite von Topmodel Adriana Karembeu eingesprungen war.

Der 66-Jährige, der die wegen des Schneechaos in Deutschland verhinderten Oliver Kahn und Franz Beckenbauer souverän vertrat, sprach danach mit SPORT1 über seinen Auftritt, die WM-Aussichten, den Frauen-Fußball allgemein und die Meisterschaft bei den Männern.

SPORT1: Wie war Ihre erster Einsatz als "Glücksfee"?

Günter Netzer: Ich bin froh, dass ich es unfallfrei hinter mir habe. Das ist nicht so mein Ding. Aber so schwer war es ja auch nicht. Es lief eigentlich wunderbar. Wenn es immer so ist, stehe ich für weitere Auslosungen zur Verfügung.

SPORT1: Waren Sie nervös?

Netzer (grinst): Ich war nervös wie nie in meinem Leben. Es war ja sehr kurzfristig. Ich habe erst am Nachmittag erfahren, welche Ehre mir zuteil wurde.

SPORT1: Die DFB-Verantwortlichen sind zufrieden mit Ihren Losen. Sie auch?

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Netzer: Ja, ich denke auch, dass das ordentliche Lose für die Gruppenphase sind. Die deutsche Mannschaft hat Gegner bekommen, die sie zuletzt teilweise eindrucksvoll besiegt haben. Und es wäre natürlich sehr hilfreich, wenn man als Team mit einem guten Start in ein Turnier reinkommt.

SPORT1: Was trauen Sie der Elf von Silvia Neid zu?

Netzer: Die Mannschaft hat Qualität genug, um den Titel mitzuspielen. Und die Unterstützung der Zuschauer im eigenen Land ist ein zusätzlicher Bonus. Ich bin optimistisch.

SPORT1: Was erwarten Sie von der ersten Frauen-WM in Deutschland?

Netzer: Das wird ein großartiges Ereignis werden, vielleicht das größte in 2011. Denn es gibt nächstes Jahr nicht viele Veranstaltungen, die mit einer WM zu vergleichen sind.

SPORT1: Werden Sie selber bei der WM vor Ort sein?

Netzer: Selbstverständlich. Ich weiß nicht, wie häufig, aber beim Eröffnungsspiel in Berlin bin ich auf jeden Fall dabei.

SPORT1: Wie bewerten Sie die Entwicklung des Frauen-Fußballs allgemein?

Netzer: Bewundernswert. Ich habe ganz zu Anfang vor über 30 Jahren zugeschaut, und das war nicht besonders attraktiv. Damals musste man Sepp Herberger Recht geben, der gesagt hat: Der weibliche Körper ist für den Fußball nicht geeignet. Aber das hat sich rapide geändert. Frauen-Fußball ist sehr ansehnlich und attraktiv geworden, auf einem sehr guten Niveau.

SPORT1: Abschließend noch mal zu den Männern: Glauben Sie auch wie manch andere Experten, dass Borussia Dortmund die Meisterschaft fast nicht mehr zu nehmen ist?

Netzer: Es ist klar, dass sie Meister werden, wenn sie sich keine Einbrüche mehr erlauben. 14 Punkte Vorsprung sind schon gewaltig. Aber ich würde mich aus BVB-Sicht nicht darauf verlassen. Und das werden sie auch nicht. Die Spieler sind schlau genug und haben den richtigen Trainer, der sie immer wieder daran erinnern wird, dass noch gar nichts geleistet ist.

SPORT1: Ist der BVB auch Ihr Titelfavorit?

Netzer: Ja, im Moment auf jeden Fall. Aber wie gesagt: Wenn sie zu früh feiern, dann werden wir sie eine böse Überraschung erleben. Doch davon gehe ich nicht aus.

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