Ist der Wettergott kein Freund des Frauenfußballs? Vor der Auslosung der WM-Endrunde 2011 erweckte er erneut den Eindruck.

Vielleicht ist der Wettergott ja verwandt oder gut befreundet mit Sepp Herberger.

Hat dem "Alten" schließlich damals bei der WM das regnerische "Fritz-Walter-Wetter" im Hochsommer beschert, ohne das Deutschland nie das "Wunder von Bern" geschafft hätte.

Jedenfalls hat Herberger, so erzählte es Günter Netzer am Rande der Auslosung zur WM 2011 in Frankfurt, dereinst als Bundestrainer ein vernichtendes Urteil gefällt: "Der weibliche Körper ist für den Fußball nicht geeignet."

Und irgendwie wird man den Eindruck nicht los, als wenn der Wettergott das genauso sieht ? oder sonst etwas gegen die zweifachen Weltmeisterinnen auszusetzen hat.

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Jedenfalls gab er sich am Montag erdenkliche Mühe, die Auslosungs-Zeremonie in der Frankfurter Messe zu torpedieren.

Pünktlich zum groß angekündigten Startschuss für die erste Frauen-WM in Deutschland brach das Winterchaos aus. Und so mussten zahlreiche prominente Gäste absagen.

Allen voran "Lichtgestalt" Franz Beckenbauer und der als "Losfee" groß angekündigte Oliver Kahn, weil bei beiden die Flüge dem Dauerschneefall zum Opfer fielen.

Ein ähnliches Dilemma erlebten die Deutschen schon im April, als zahlreiche Gäste die Auslosung der WM-Endrunde der U-20-Juniorinnen in Dresden wegen der isländischen Aschewolke verpassten.

Wenn es so weitergeht, kann man davon ausgehen, dass es auch mit dem angestrebten "kleinen" Sommermärchen nichts wird. Denn dann wird es während der Endrunde vom 26. Juni bis 17. Juli regnen.

Die Auslosung am Montagabend ging dennoch reibungslos über die Bühne, weil in Netzer ein anderer Ex-Weltstar die Koryphäen Kahn und Beckenbauer vertrat.

Dass wir dabei waren, statt ebenfalls auf dem Flughafen im Erdinger Moos zu versauern, hatte übrigens einen einfachen Grund: Wir haben die Bahn genommen.

Hat allerdings nur bedingt geklappt: Erstmal rührte sich der Hochgeschwindigkeitszug gut eine Stunde nicht vom Fleck, weil die Kälte den kompletten Strom im Münchner Hauptbahnhof lahm gelegt hatte.

Und als wir dann endlich mit reichlich Verspätung Frankfurt erreicht hatten, haben wir uns auf dem Weg zur Messe gleich zweimal im Schnee lang gelegt. Der Wettergott eben.

Wir sind aber trotzdem ans Ziel gekommen. So schnell geben wir nicht auf. Hat der Frauen-Fußball ja auch nicht getan, als Sepp Herberger dereinst sein Urteil über ihn verkündete.

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