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Anja Mittag (l.) und Fatmire Bajramaj spielen seit 2005 gemeinsam im DFB-Trikot © getty

Bajramaj und Mittag haben am Jahresende ihre Patenkinder in Tansania besucht. "Das war eine sehr bewegende Reise", sagte Bajramaj.

Frankfurt/Main - Normalerweise hätten Fatmire Bajrama und Anja Mittag zwischen Weihnachten und Neujahr einfach Urlaub gemacht.

Alles wie immer, ganz komfortabel.

Doch diesmal flogen die beiden Nationalspielerinnen vier Tage lang in die kargen ostafrikanischen Berge, um in Tansania ihre Patenkinder zu besuchen.

40 Grad Hitze, Entwicklungshilfe statt Erholung.

"Das war eine sehr bewegende und intensive Reise. Hier geht es um die Lebenszukunft von Kindern", sagte Bajramaj nach ihrer Heimkehr.

"Begegung mit Kindern ein starkes Erlebnis"

In Tansania hatte die beiden Spielerinnen von Turbine Potsdam Sommerhitze statt Eiseskälte erwartet, zwischen Deutschland und Ostafrika gab es einen riesigen Temperatur-Unterschied.

"Es war verdammt heiß", berichtete Bajramaj. Dennoch habe sich die Reise gelohnt.

"Die Begegnung mit unseren Patenkindern und den Familien im Projekt war ein starkes Erlebnis. Das ist ein Mannschaftsgefühl über alle Grenzen hinweg", sagte Mittag.

Die Lebenserwartung beträgt 47 Jahre

Bajramajs Patenkind ist die achtjährige Amina, Patenkind von Mittag ist der ein Jahr ältere Bakari. Bereits für einen geringen Monatsbeitrag ist es möglich, Kindern wie ihnen das Leben in einer besseren Zukunft zu sichern.

Sie leben in einem Land von 41 Millionen Einwohnern, die eine Lebenserwartung von nur 47 Jahren haben.

Bajramajs Manager Dietmar Ness und sein Partner Bodo Sandrock hatten den Kontakt zwischen der Hilfsorganisation World Vision aus Friedrichsdorf und der Spielerin geknüpft.

"Wir haben geschaut, was passt. Lira hat sofort zugesagt. Das gleiche galt für Anja Mittag", sagte Sandrock.

Dorfschule mit Spendengeldern renoviert

Nachdem es mit Terminen über das Jahr aufgrund der zahlreichen Verpflichtungen mit Verein und DFB nicht geklappt hatte, nutzten Bajramaj und Mittag nun die Winterpause.

In Bwerembera, rund sechs Jeepstunden von der Metropole Daressalam entfernt, konnten mit Hilfe von Spenden aus Deutschland bereits einige Projekte umgesetzt werden.

Brunnen wurden gebohrt, Saatgut wurde verteilt, die Dorfschule renoviert. Sie war so heruntergekommen, das Eltern ihre Kinder vom Schulbesuch abhielten.

Nun hat sich die Anmeldequote um rund 50 Prozent verbessert. Neben schulischer Grundversorgung für Jungen und Mädchen stehen die Themen Gesundheit und Wasser im Vordergrund.

Neugier auf Fußball spielende Frauen

Neue Bildungschancen entstehen; die Hoffnung, der Armut zu entkommen, wächst.

"Wir haben hier einen starken Zusammenhalt erlebt und riesengroße Neugier auf Fußball spielende Frauen", sagte Bajramaj.

Sie zählt am 10. Januar in Zürich bei der Wahl zur Weltfußballerin 2010 neben Titelverteidigerin Marta aus Brasilien und Ex-Weltfußballerin Birgit Prinz zu den Favoritinnen.

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