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MATTHIAS GINTER (ab 90.): Kommt für seinen verletzten Dortmunder Teamkollegen noch zu einem Kurzeinsatz. Ohne Bewertung
Silvia Neid wurde mit dem deutschen Frauen-Nationalteam Weltmeister und Europameister © getty

Silvia Neid blickt voller Vorfreude auf die WM. Auch deshalb landet der Preis für die weltbeste Trainerin vorerst im Schrank.

Von Martin Volkmar

München - Der Start ins WM-Jahr hätte für Silvia Neid kaum besser laufen können:

Bei der erstmals durchgeführten FIFA-Wahl wurde die Bundestrainerin am Montagabend in Zürich als weltbeste Trainerin 2010 ausgezeichnet.

Ein weiterer Ansporn für die Vorbereitung auf die mit Spannung erwartete Endrunde im Juni in Deutschland.

(Jetzt auch um 12 und 13 Uhr: die SPORT1 News)

Im SPORT1-Interview spricht Neid über die Ehrung, ihre Planungen bis zur WM, die Favoritenrolle und die Gründe für ihre Zuversicht.

SPORT1: Sie haben am Montag von der FIFA die erstmals vergebene Trophäe als Trainerin des Jahres erhalten, obwohl Sie 2010 keinen Titel gewonnen haben. Denken Sie, dass der Preis auch wegen der Leistungen in der Vergangenheit an Sie gegangen ist?

Silvia Neid: Das glaube ich auf jeden Fall, anders kann ich mir das nicht erklären. Ansonsten hätte der Preis fürs vergangene Jahr an Maren Meinert gehen müssen, die mit der deutschen U20 im eigenen Land Weltmeister geworden ist. Und die ebenfalls nominierte Pia Sundhage hat gegen uns mit den USA zweimal gewonnen. Von daher denke ich, dass man bei der Beurteilung schon die Titel bei der EM und WM in den Jahren davor berücksichtigt hat.

SPORT1: Ist die Ehrung auch ein Ansporn für die anstehende Vorbereitung auf die WM-Endrunde im Juni in Deutschland?

Neid: Ich bin sehr stolz und habe den Abend in Zürich genossen. Aber jetzt stelle ich die Auszeichnung in den Schrank und schaue sie mir nicht mehr an, bis die WM vorbei ist. Momentan hat die Weltmeisterschaft absolute Priorität.

SPORT1: Wir präsent ist die WM schon?

Neid: Seit ich Ende Dezember aus dem Urlaub gekommen bin, dreht sich alles nur um die WM. Ich werde überall darauf angesprochen und freue mich auch darauf. Es wäre nichts für mich, zehn Jahre mit dem Titel von 2007 leben zu müssen. Es ist gut, dass es im Fußball immer wieder Herausforderungen gibt und man sich nie auf den Lorbeeren ausruhen darf.

SPORT1: Wie tief stecken Sie bereits in der Arbeit?

Neid: Ich habe bereits sehr viel vorgearbeitet, was die groben Trainingsinhalte anging. Von daher ist das Konzeptionelle bereits abgeschlossen. Derzeit geht es vor allem darum, die vielen zusätzlichen Termine etwa im Bereich Medien und Marketing wahrzunehmen.

SPORT1: Nach dem Bundesliga-Ende im März startet die konkrete Vorbereitung. In wieweit haben Sie Ihr Aufgebot schon zusammen?

Neid: Ich habe den Kader, mit dem wir in die Trainingslager gehen wollen, schon gut im Kopf und wenn nichts mehr passiert, bin ich mir da auch recht sicher. Auch sonst sind wir voll im Zeitplan.

SPORT1: Ihre Mannschaft ist als Titelverteidiger und aufgrund des Heimrechts klarer Favorit. Aber diese hohe Erwartungshaltung scheint Ihnen nicht so viel auszumachen.

Neid: Natürlich ist Druck da. Wir wollen im eigenen Land besonders gut spielen und zum dritten Mal nacheinander die WM gewinnen. Allerdings wissen wir, dass es auch dieses Jahr ganz schwer wird, weil die anderen Nationen sehr aufgeholt haben.

SPORT1: Warum glauben Sie trotzdem an die Titelverteidigung?

Neid: Man braucht auch ein bisschen Glück. Aber wenn wir zum dritten Mal Weltmeister werden, dann nur in Deutschland mit unseren Fans. Wenn wir jetzt beispielsweise nach China müssten, dann wäre ich weit weniger optimistisch. So müssen wir uns nicht akklimatisieren, kennen uns aus, und die meisten Fans kommen wegen uns. Das motiviert und beflügelt, weshalb ich hoffe, dass am Ende alles gut wird. Aber es kann auch schön sein, wenn man nicht Erster wird, sofern sonst alles gepasst hat und alle alles gegeben haben.

SPORT1: Bei der Wahl zur Weltfußballerin sind Ihre Spielerinnen Birgit Prinz und Fatmire Bajramaj allerdings leer ausgegangen, die Brasilianerin Marta gewann zum fünften Mal in Folge. Ihre Meinung.

Neid: Für mich sind das drei sehr gute Spielerinnen und ich könnte noch viel mehr Spielerinnen aufzählen, die die Auszeichnung verdient hätten. Aber am Ende gewinnt halt immer nur eine. Ich bin froh, dass ich beide in meiner Mannschaft habe. Birgit Prinz mit ihrer Durchschlagskraft und ihrem absoluten Willen. Und Lira Bajramaj, die ein wenig anders spielt, technisch unheimlich versiert ist und im letzten Jahr sehr viel dazugelernt hat.

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