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Anja Mittag hat bereits 65 Länderspiele für Deutschland absolviert © getty

Nationalspielerin Anja Mittag spricht bei SPORT1 über ihren großen Traum, die WM im eigenen Land und eine stattliche Prämie.

Von Mathias Frohnapfel

München - Die erste Trophäe dieser Saison hat Anja Mittag schon unter Dach und Fach gebracht.

Mit Turbine Potsdam sicherte sich die Nationalspielerin am Sonntag die Meisterschaft und steuerte zum 3:0 Erfolg über die SG Essen-Schönebeck am letzten Spieltag auch einen wichtigen Treffer bei (DATENCENTER: Frauen-Bundesliga).

Nach der Jubelsause könnte für die "Torbienen" jetzt der ganz große Triumphzug beginnen.

"Chance alle zehn bis 15 Jahre"

Schließlich sind sie noch in der Champions League im Rennen und stehen im DFB-Pokalfinale in Köln (26. März).

"So eine Chance hat man vielleicht alle zehn bis 15 Jahre, deshalb sind wir heiß, das Triple zu holen", erklärt Mittag im Gespräch mit SPORT1.

Die Stürmerin mit der blonden Mähne weiß, dass Potsdam Historisches schaffen kann. "Man braucht keine zusätzliche Motivation, wenn man das Triple vor Augen hat", stellt sie klar.

Für Mittag und ihre Kolleginnen endete der Liga-Alltag bereits Mittte März und spätestens nach dem Pokalfinale in Köln Ende März soll sich alles um das Thema Frauen-WM drehen.

"Die WM ist im Hinterkopf, doch im Vordergrund steht jetzt Liga, Pokal und Champions League", erklärt Mittag.

Vorbild Schweinsteiger

Wie Vorbild Bastian Schweinsteiger trägt sie im Verein die Nummer 31, ist ebenfalls eine Kämpfernatur, die auf dem Platz zig Kilometer macht.

Und wie beim Bayern-Profi gibt es auch bei Mittag bisweilen Spiele, in denen sie den allerhöchsten Ansprüchen nicht genügt.

Ihr Trainer Bernd Schröder charakterisiert sie zugleich als "hochsensibel" und "unkompliziert" und beschreibt ihre Stärken so: "Sie ist schnell und macht Tore, wenn man es nicht erwartet."

Und er fügt hinzu: "Aber es ist auch ein schmaler Grat, wenn es läuft - wunderbar. Wenn nicht, muss man mit ihr reden und arbeiten. Das machen wir."

Parfum als Glücksbringer

In dieser Saison traf die Angreiferin 15-mal. Und sie bringt einen speziellen Glücksbringer zum Einsatz. (Jetzt auch um 12 und 13 Uhr: die SPORT1 News)

Vor jeder Partie tupft Mittag etwas Parfum aufs Trikot. Mit diesem Geruch in der Nase geht sie dann auf Torejagd. "Das ist einfach so eine Macke von mir", erzählt sie lachend.

Für die Weltmeisterin von 2007 ist der Run auf das Triple auch eine Möglichkeit für sich und ihren Sport zu werben - und das gilt genauso mit Blick auf die WM im eigenen Land.

60.000 Euro für den WM-Titel

Das wachsende Medieninteresse, inklusive der anlaufenden PR-Kampagne vor der WM, sieht sie rundum positiv.

"Das ist schön, wenn die Leistung anerkannt wird. Da müssen wir uns stellen, dürfen uns nicht verstecken", verlangt Mittag.

Die Fußballfrauen haben 60.000 Euro als Prämie für den WM-Titel ausgehandelt. Von ihren männlichen Kollegen, die 250.000 Euro mit dem ganz großen Triumph in Südafrika verdient hätten, sind sie damit ein gutes Stück entfernt.

"Deutschland erwartet den Titel von uns"

Für die Frauen, die nach ihrem ersten Europameistertitel mit einem Kaffeeservice bedacht wurden, ist es dennoch ein großer Schritt.

"Deutschland erwartet den Titel von uns, warum sollte das nicht honoriert werden?", sagt Mittag dazu nur cool.

Mit dem Druck geht sie betont entspannt um, versucht der großen Aufmerksamkeit Positives abzugewinnen.

Zuschauer als wichtiger Faktor

Schließlich sind bei den Bundesliga-Spielen meist nur mehrere hunderte Zuschauer vor Ort, bei der WM in Deutschland werden stets tausende Fans mitfiebern.

"Wenn man im eigenen Land spielt, pushen einen die Zuschauer", sagt Mittag dazu.

"Wenn die Nation hinter einen steht, ist es doch schön, wenn einen das trägt. Deshalb können wir uns drauf freuen."

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