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Silvia Neid (l.) und Steffi Jones wurden 2003 in den USA zusammen Weltmeister © imago

Der Countdown läuft: Coach Neid plant die Vorbereitung, die Kickerinnen loben die Trikots. Das wichtigste Ziel ist in Reichweite.

München - Nach der Präsentation ihres Kaders gönnte sich Silvia Neid eine kleine Erholungspause auf der Couch.

Bei der großen Party 100 Tage vor Beginn der Heim-WM ließ sich die Trainerin der deutschen Fußballerinnen ihre Grippe-Symptome aber nicht anmerken. (DATENCENTER: Der WM-Spielplan)

"Das habe ich noch nie gemacht, das ist toll", sagte die 46-Jährige beim Gang über den Laufsteg im Frankfurter Techno-Club "Cocoon", in dem am Donnerstagabend die neuen Trikots der Titelverteidigerinnen präsentiert wurden.

"Früher haben wir immer die gleichen Trikots wie die Männer gehabt. Die hingen dann an dir wie Kleidersäcke. Die neuen Trikots liegen viel besser an und man fühlt sich gleich viel wohler", kommentierte Nationalspielerin Ariane Hingst.

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Kullig: "Trikots sind hübsch"

Die Kollektion des DFB-Ausstatters wurde von Models bei einer Show mit Tanz, Musik und Ball-Jongleuren vorgestellt.

Auch Kim Kulig war von ihrem neuen Outfit, zu dem auch ein Haarband gehört, begeistert. "Die Trikots sind wirklich sehr hübsch", sagte die U-20-Weltmeisterin.

Ob es der erste Satz der Trainings-Klamotten bis zur Endrunde vom 26. Juni bis 17. Juli schafft, ist allerdings fraglich. Neid kündigte an, dass in den sieben Lehrgängen bis zur WM insgesamt 78 Trainingseinheiten auf dem Programm stehen werden. (Jetzt auch um 12 und 13 Uhr: die SPORT1 News)

Vier Tage in die Heimat

"Diese Vorbereitung braucht man einfach", sagte die Trainerin, die den dritten Triumph und den Titel des alleinigen Rekord-Weltmeisters aber nicht garantieren will: "Wir haben die Spielerinnen, die in der Lage sind, den Titel zu gewinnen. Wir brauchen aber auch den richtigen Verlauf. Der Ball muss im entscheidenden Moment ins Tor."

Um den erhofften Verlauf zu gewährleisten, sollen in der Vorbereitung keine Fehler begangen werden. Die Spielerinnen dürfen zwischen den Lehrgängen für vier Tage nach Hause reisen, um Lagerkoller vorzubeugen.

"Man kann nicht so lange zusammenhängen", sagte Neid, die aus ihrem 26-köpfigen Kader bis Ende Mai noch fünf Spielerinnen aussortieren muss. "Zudem wird es die berühmten Teambildungsmaßnahmen geben. Das soll Abwechslung bringen und die Mannschaft zusammenschweißen", sagte Teammanagerin Doris Fitschen.

Zielsetzung wie 2006

Zusammenschweißen soll die Endrunde, für die auch WM-Botschafterin Franziska van Almsick noch einmal kräftig die Werbetrommel rührte, nach dem Willen der Organisatoren die ganze Bevölkerung.

"Die Zielsetzung ist die gleiche wie bei der Männer-WM, bei der wir die Welt überrascht haben. Ich hoffe auf eine friedliche und fröhliche Atmosphäre, die das ganze Land erfasst", sagte DFB-Generalsekretär Wolfgang Niersbach.

Die Voraussetzungen dafür sind gegeben. Von den 800.000 Eintrittskarten sind bereits 515.000 verkauft. Die Spiele mit deutscher Beteiligung, das Finale in Frankfurt und zwei weitere Partien sind bereits nahezu ausverkauft.

Jones sehnt sich nach Zigarette und Sekt

Das Ziel der 80-prozentigen Auslastung, mit der über die Hälfte des WM-Etats in Höhe von 51 Millionen Euro abgedeckt wäre, wird das Organisationskomitee (OK) sicher erreichen. Zudem haben "ARD" und "ZDF" bekannt gegeben, dass sie alle 32 WM-Spiele live übertragen werden.

Angesichts der reibungslos verlaufenden Planung sehnt sich OK-Präsidentin Steffi Jones, die erst bei einer komplett ausverkauften WM "richtig zufrieden" sein wird, sogar nach ihrer aktiven Zeit im DFB-Trikot zurück.

"Wenn ich drei Jahre jünger wäre, würde ich sofort zehn Kilo abspecken, damit ich nochmal ran darf", sagte die 38-Jährige, die einen Triumph der Gastgeber fest einplant: "Dann darf ich endlich eine Zigarre rauchen und Sekt trinken."

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