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Silvia Neid ist seit 2005 Deutschlands Bundestrainerin © getty

Im ersten von vier Vorbereitungsspielen gegen Nordkorea geht es für Silvia Neids Streichkandidtinnen um die WM-Teilnahme.

Herzogenaurach - Es wird langsam ernst: Der Start zur Mission Titelverteidigung nähert sich stetig, die Vorbereitung geht in ihre heiße Phase und wichtige personelle Entscheidungen stehen bevor.

Wenn die Frauen-Nationalmannschaft am Samstag in Ingolstadt (17 Uhr) gegen Nordkorea den ersten Härtetest vor der Heim-Weltmeisterschaft (26. Juni bis 17. Juli) bestreitet, haben die Spielerinnen ein letztes Mal Gelegenheit, Eindruck bei Nationaltrainerin Silvia Neid zu hinterlassen.

Denn am 27. Mai, vier Wochen vor dem Eröffnungsspiel gegen Kanada, wird das WM-Casting beendet und der finale Kader nominiert.

"Grundsätzlich will ich so viele Spielerinnen wie möglich noch einmal sehen", sagte Neid.

Für vier platzt der Traum

"Die Frage wird aber sein, ob ich die, die ich eigentlich nicht mit zur WM nehmen will, noch einmal spielen lasse." 26 Spielerinnen hatte Neid für den vorläufigen Kader nominiert, für vier Feldspielerinnen und eine Torfrau wird der Traum von der Teilnahme an der Heim-WM noch platzen.

Eindrücke wird das Trainerteam nach fünf Wochen gemeinsamer Vorbereitung reichlich gesammelt haben.

Deshalb sind Neids Gedankenspiele schon weit fortgeschritten. Das unterstrich auch Managerin Doris Fitschen: "Nach dem Spiel hat das Team dann ein ganz genaues Bild, wer in den finalen Kader gehört."

Hingst gelassen

Beim Lehrgang in Herzogenaurach nimmt Neid die Wackelkandidatinnen seit Donnerstag besonders unter die Lupe.

"Es gibt noch welche, die auf der Kippe stehen, weil ich mir die Entscheidung auch nicht leicht machen will", sagte Neid. Besonders zittern müssen wohl vor allem die Unerfahrenen. "Ich werde die Nationalmannschaft nicht neu erfinden", so Neid.

Die zweimalige Weltmeisterin Ariane Hingst, die nach einer Verletzung am Sprunggelenk Ende März um den Anschluss kämpfen musste, sieht den Castingdruck gelassen.

"Wenn ich Angst hätte, wäre ich fehl am Platz. Alle wollen es der Trainerin so schwer wie möglich machen", so die Abwehrspielerin.

"Erste Standortbestimmung"

Das Team ist vor allem heiß auf das erste Länderspiel seit vergangenem November (8:0 gegen Nigeria). "Es ist die erste Standortbestimmung", sagte Torhüterin Nadine Angerer. "Wir freuen uns alle, dass endlich ein Wettkampf auf dem Plan steht."

Mit dem Gegner Nordkorea, ebenfalls für die WM qualifiziert, können sie nicht allzu viel anfangen. "Ich kann die überhaupt nicht auseinanderhalten, weil die alle den selben Friseur haben, glaube ich. Ich bin froh, dass die Nummern hinten drauf haben", sagte Angerer.

"Die große Wundertüte aus Asien, spielerisch sehr stark und wuselig. Es ist nicht so einfach, Infos über sie zu sammeln", fügte Hingst hinzu. "Aber am Samstag werden wir sie kennenlernen."

Grings fällt aus

Neid erwartet einen "disziplinierten und technisch versierten Gegner". Ihre Mannschaft müsse als solche funktionieren, "gute Ideen" haben und "schnell" spielen.

"Für mich ist Nordkorea eine echte Herausforderung", sagte Neid, die auf Inka Grings verzichten muss. Die Torjägerin vom FCR Duisburg laboriert an einem leichten Muskelfaserriss im Oberschenkel.

Neids "Auserwählte" bestreiten während der abschließenden beiden WM-Lehrgänge noch drei weitere Tests.

Am 3. Juni in Osnabrück gegen Italien, vier Tage später in Aachen gegen die Niederlande sowie die WM-Generalprobe am 16. Juni in Mainz gegen WM-Teilnehmer Norwegen.

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