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Fatmire Bajramaj spielt in der Bundesliga für den 1. FFC Frankfurt © getty

Im Härtetest gegen Nordkorea zeigen die deutschen Frauen eine engagierte Leistung. Am Ende springt ein ungefährdeter Sieg heraus.

Aus Ingolstadt berichtet Mathias Frohnapfel

Ingolstadt - Die deutsche Frauen-Nationalmannschaft hat ihren ersten Härtetest in der Vorbereitung auf die Heim-WM erfolgreich bestritten und Nordkorea mit 2:0 geschlagen.

Die Tore für Deutschland erzielten Kim Kulig (59.) und Celia Okoyino da Mbabi (85).

Für die deutschen Spielerinnen ging es in Ingolstadt besonders darum, sich Silvia Neid in bester Verfassung zur präsentieren. Schließlich wird die Bundestrainerin am 27. Mai ihren finalen Kader für die am 26. Juni beginnende Weltmeisterschaft bekanntgeben.

Fünf Potsdamerinnen geschont

Aus dem vorläufigen Kader müssen noch vier Feldspielerinnen und eine Torfrau gestrichen werden.

Etwas überraschend schonte Neid beim Anpfiff alle fünf Potsdamer Spielerinnen Babett Peter, Anja Mittag, Fatmire Bajramaj, Bianca Schmidt und Josephine Henning.

Der Hintergrund: Der deutsche Meister kämpft am Donnerstag in London gegen Olympique Lyon um den Champions-League-Titel.

Doch ohne Bajramaj und Mittag fehlten der deutschen Elf zwei wichtige kreative Spielerinnen, zudem hielten die physisch sehr robusten und laufstarken Nordkoreanerinnen engagiert dagegen.

Das Casting für den WM-Kader begann so zäh.

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Neid zufrieden

"In der ersten Halbzeit kam der entscheidende Pass in der Offensive noch nicht. Das hängt mit der Müdigkeit zusammen. Insgesamt bin ich total zufrieden mit der Leistung meiner Mannschaft", bilanzierte die Bundestrainerin.

"Das war herorragend, gerade was das Abwehrverhalten angeht. Alle Spielerinnen ziehen mit. Es wird eine ganz schwere Entscheidung, einige nach hause zu schicken. Schön ist das nicht."

Vor 8.756 Zuschauern verging die erste Viertelstunde, ehe Deutschland langsam in seinen Spielrhythmus fand.

Auf der linken Seite bediente die Frankfurterin Melanie Behringer ihre Teamkollegin Birgit Prinz, die im Strafraum auf Alexandra Popp ablegte. Doch die Duisburgerin vergab aus steilem Winkel.

Wenig später hatte die einschussbereite Stürmerin Pech, als bei einem Konter über Prinz sie ein Zuspiel um Haaresbreite nicht erreichte (20.). Spielführerin Prinz war anzumerken, dass sie unbedingt Deutschland zu einem erfolgreichen Start in die Testspielphase verhelfen wollte.

Doch Prinz scheiterte bei ihren Schussversuchen aus guter Position (27., 41.) an der guten Torfrau Myong Hui Hong.

Nordkorea mit guten Chancen

Indes besaßen die Nordkoreanerinnen in der ersten Hälfte die beste Torchance, nach Zuspiel von Un Sim Ra von Anmokgang Club feuerte ihre Vereinskollegin Ye Gyong Ri den Ball an die Querlatte (38).

Auf der Gegenseite verwehrte die österreichische Schiedsrichterin Tanja Schett Deutschland einen Elfmeterpfiff, als Popp bei einem langen Ball regelwidrig im Strafraum zu Boden gerissen wurde (40.).

In Hälfte zwei nutzte Neid den Test und gab Celia Okoyino da Mbabi (für Popp) und Lena Goeßling (für Saskia Bartusiak) eine Einsatzchance (beide Bad Neuenahr).

Neid beweist gutes Händchen

Die deutsche Mannschaft bemühte sich bei sommerlichen Temperaturen das Tempo hochzuhalten und wurde in der 59. Minute belohnt: Die Hamburgerin Kim Kulig verwandelte einen an Prinz verschuldeten Foulelfmeter.

Jetzt brachte Neid auch die Potsdamerin Bajramaj und Ariane Hingst (1. FFC Frankfurt).

Mit der 1:0-Führung im Rücken spielte Deutschland weiter nach vorne, hatte aber Glück als Un Hyang Ri völlig frei einen Kopfball übers Tor setzte (66.).

Die deutsche Defensive schien in dieser Phase etwas wackelig.

In der Schlussviertelstunde durften sich noch Peter (Potsdam) und Martina Müller (Wolfsburg) präsentieren. Bajramaj verpasste dann das 2:0, als sie bedrängt im Strafraum übers Gehäuse zielte (79.).

Besser machte es Joker Okoyino da Mbabi, die lässig die nordkoreanische Keeperin umkurvte und zum 2:0 einschob (85.). Am Ende stand ein verdienter Testsieg.

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