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Simone Laudehr spielt seit 2004 für en FCR 2001 Duisburg © getty

Das Frauen-Nationalteam spielt in der WM-Vorbereitung gegen Italien. Simone Laudehr berichtet vom Feinschliff vorm Turnier.

Vom Frauen-Nationalteam berichtet Mathias Frohnapfel

München/Osnabrück - Einen besseren Gegner als Italien hätte Silvia Neid kaum auswählen können, um die Inhalte des jüngsten Lehrgangs zu überprüfen.

Denn den hatte die Bundestrainerin in Marienfeld mit den Stichworten "Angriffsverhalten" und "Schnelligkeit" überschrieben.

In Osnabrück sollen nun Brigit Prinz und Co. am Freitagabend zeigen, wie gut die Abstimmung 23 Tage vor WM-Start in der Offensive ist.

Italien scheiterte in den WM-Playoffs nur knapp an den USA und die Auswahl von Trainer Pietro Ghedin versteht es in bester italienischer Tradition, kompromisslos zu verteidigen.

"Schlitzohrig und nicklig"

Neid weist im Interview mit SPORT1 auf das "sehr gute Abwehrverhalten" der Squadra Azzurra hin, ein Merkmal, nach dem sie bewusst den Gegner ausgesucht hat (SPORT1-Interview mit Silvia Neid).

Und Co-Trainerin Ulrike Ballweg charakterisiert die Italienerinnen in den ?Aktionen häufig als nicklig. Man könnte es auch als schlitzohrig bezeichnen."

Zudem besitzt Italien als konterstarke Mannschaft auch Ähnlichkeiten zum ersten WM-Gegner Kanada. Vom Prüfstein Italien erhofft sich Neid zugleich einen Schub für ihr Team (DATENCENTER: Der WM-Spielplan).

Neid will Team voranbringen

"Was nützt es uns, wenn wir gegen einen leichten Gegner spielen und sowieso die bessere Mannschaft sind? Wir wollen an unsere Grenzen gehen und sie ein wenig nach oben verschieben", formuliert sie den Anspruch des zweifachen Weltmeisters.

An Osnabrück hat die Bundestrainerin beste Erinnerung, 1989 wurde sie als Spielerin hier mit Deutschland zum ersten Mal Europameister.

Mehr als 11.000 Tickets sind für die Partie gegen Italien verkauft. Für die deutschen Spielerinnen geht es jetzt darum, sich gegenüber Neid, die "viel ausprobieren" will, für die Stammelf zu empfehlen.

Darauf hofft auch Angreiferin Inka Grings, die nach ihrer Oberschenkel-Blessur wieder fit ist.

Laudehr lobt Entwicklung

Unterstützung aus dem Mittelfeld soll sie unter anderem von Simone Laudehr erhalten.

Die Duisburgerin sieht in der Turniervorbereitung "keinen großen Unterschied" zu den Turnieren vorher, stellt gegenüber SPORT1 mit Blick auf die WM 2007 optimistisch fest: "Von der Härte und wie wir uns entwickelt haben, sind wir schon weiter als wir damals zum gleichen Zeitpunkt waren."

Der Countdown Richtung Turnier beschert Deutschland bereits am Dienstag in Aachen gegen die Niederlande gleich den nächsten schwierigen Gegner. Eine gewollte Simulation einer möglichen Situation während der WM.

Laudehr will trotz der enormen Erwartungen vor der Heim-WM keinen Druck "von außen" an sich herankommen lassen.

Behringer: "Das erlebt man nie wieder"

Ähnlich wie Laudehr sieht das auch Teamkollegin Melanie Behringer, die 2009 im EM-Finale einen furiosen Treffer zum Triumph über England beisteuerte.

"Wir wollen ja, dass viele Zuschauer kommen und freuen uns einfach darauf", erzählt sie angesprochen auf das Eröffnungsspiel vor 75.000 Fans am 26. Juni in Berlin.

"Druck sollten wir uns keinen machen, so eine WM im eigenen Land erleben wir nie wieder. Sich Druck zu machen, wäre der falsche Weg."

Seit einer Woche steht der finale WM-Kader 366780(DIASHOW: Deutschlands WM-Kader) fest.

Gegen Italien müssen die ausgewählten Natonalspielerinnen beweisen, dass sie nach dem 2:0-Testspielerfolg über Nordkorea, der von einer stabilen Defensive geprägt war, sich auch im Angriff weiterentwickelt haben.

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