vergrößernverkleinern
Angreiferin Alexandra Popp (r.) spielt seit 2008 für den FCR 2001 Duisburg © getty

Im zweiten Testspiel der WM-Vorbereitung gelingt den DFB-Frauen ein sehenswerter Sieg. Eine Torjägerin trifft doppelt.

Vom Frauen-Länderspiel berichtet Mathias Frohnapfel

Osnabrück - Die Heim-WM kann kommen - zumindest, was die aktuelle Verfassung der deutschen Fußballfrauen angeht.

Auch das zweite Testspiel gewann das Team von Silvia Neid klar - gegen eine keineswegs schwache italienische Mannschaft (SPORT1-Interview mit Silvia Neid).

U20-Weltmeisterin Alexandra Popp mit einem Doppelpack, Kim Kulig und Celia Okoyino da Mbabi trafen beim 5:0 über die Azzurri. Hinzu kam ein Eigentor von Roberta D?Adda (DATENCENTER: Der WM-Spielplan).

"Ich bin natürlich vollauf zufrieden, wenn man so deutlich gegen Italien vor einer solchen Kulisse gewinnt. In der ersten Halbzeit war es ein ernster Test gegen eine robuste italienische Mannschaft, in der zweiten Halbzeit haben wir dann besser kombiniert", resümierte Bundestrainerin Silvia Neid.

Bajramaj zunächst auf der Bank

Die Bundestrainerin hatte ihr Team im Vergleich zum 2:0-Testspielsieg über Nordkorea nur auf zwei Positionen umgestellt: Nach ihrer auskurierten Oberschenkelblessur rückte Stürmerin Inka Grings für Alexandra Popp ins Team, zudem spielte Babett Peter anstelle der angeschlagenen Verena Faißt.

Etwas überraschend stand Lira Bajramaj nicht in der Startelf, ansonsten dürfte das Team bereits einige Ähnlichkeit mit der möglichen Anfangsformation im WM-Eröffnungsspiel gegen Kanada haben.

Die Mannschaft von Pietro Ghedin leistete anfangs den erwarteten Widerstand, forderte die deutschen Spielerinnen auch in den robust geführten Zweikämpfen.

Prinz trifft den Pfosten

Jedoch fand Deutschland vor 12.060 Zuschauern über die aktiven Außen Melanie Behringer und Kerstin Garefrekes schnell in die Partie. So leitete Behringer die erste Chance mit einer präzisen Flanke auf Kim Kulig ein (3.), deren Kopfball aber von Keeperin Anna Maria Picarelli pariert wurde.

Auch die deutsche Rekordtorschützin Birgit Prinz war viel unterwegs, testete wiederholt Picarelli. Ihr aussichtsreichster Versuch landete am Pfosten, genauso wie der Nachschuss von Grings (24.) aus kurzer Distanz.

[image id="159f8a58-6477-11e5-acef-f80f41fc6a62" class="half_size"]

Führung durch Eigentor

Die deutsche Führung besorgte aber schließlich eine Italienerin. Nach einer Flanke von Garefrekes kam Grings zum Schuss, der abgewehrte Ball prallte dann ans Bein von Roberta D?Adda und von dort ins Tor.

Trotz des Rückstands behielt die Squadra Azzurra, die in den WM-Playoffs an den USA gescheitert war, ihre defensive Ausrichtung bei.

Lediglich zu Beginn besaß Patrizia Panico mit einem Schuss aus 14 Meter eine gute Gelegenheit, die aber Nadine Angerer zunichte machte (12.).

Lattenknaller vor der Pause

Deutschland hätte indes um ein Haar kurz vor Ende des ersten Durchgangs auf 2:0 erhöht: Doch der Drehschuss von Grings - nach guter Garefrekes-Vorarbeit - donnerte nur auf die Latte statt ins Tor.

Nach der Pause machte Neid ihre Ankündigung wahr, den Test für einige Experimente nutzen zu wollen.

So kam die Abwehrspielerin Lena Goeßling für Saskia Bartusiak und in der Offensive durften Bajramaj (für Behringer), Celia Okoyina da Mbabi (für Prinz) und Alexanda Popp (für Grings) ran 366780(DIASHOW: Deutschlands WM-Kader).

Popp baut Führung gegen Azzurri aus

Und wie schon gegen Nordkorea hatte die Bundestrainerin mit ihren Wechseln ein glückliches Händchen: Popp traf mit dem ersten Ballkontakt zum 2:0 (46.), Laudehr hatte die Duisburgerin sehenswert bedient.

Die Fans in Osnabrück waren jetzt bester Laune, ließen die Welle durchs Stadion schwappen.

Und das deutsche Team bot allen Grund dazu: Allein da Mbabi hatte zwei spektakuläre Gelegenheiten, traf aber weder per Fallrückzieher noch Volleyabnahme. Und die eingewechselten Spielerinnen wollten unbedingt beweisen, dass sie in dieses Team gehörten, spielten frech auf.

Belohnt wurden sie durch Kim Kulig. Die Mittelfeldlenkerin behielt frei vorm Tor kühlen Kopf und schob nach Doppelpass mit Popp lässig ein (64.).

Erfolgreiches Solo durch Mbabi

Neid wechselte weiter, brachte Martina Müller für Garefrekes, zudem bekam Ariane Hingst (für Kulig) Einsatzminuten.

Auf 4:0 erhöhte dann da Mbabi nach einem Alleingang. "Oh wie ist das schön" hallte jetzt durch die Arena und gab einen ersten Vorgeschmack auf die Erwartungen, mit denen der Titelverteidiger am 26. Juni in die WM gehen wird.

Da Mbabi bereitete auch den fünften Treffer vor, der herrliche Volleyschuss von Popp (77.) war der passende Schlusspunkt. Der nächste Testlauf folgt am Dienstag in Aachen gegen die Niederlande.

Zum Forum - hier mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel