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Celia Okoyino da Mbabi spielt seit 2004 für den SC 07 Bad Neuenahr © imago

Celia Okoyino da Mbabi rackert für einen Startplatz fürs WM-Eröffnungsspiel. Bei SPORT1 schildert sie ihre Erwartungen.

Von Mathias Frohnapfel und Thorsten Mesch

Osnabrück/Frankfurt - Als der Hubschrauber in die Luft steigt, grinst sie. Gut geht es ihr da oben, auch wenn sie es im Helikopter unerwartet heiß findet.

Der Flug aus dem Trainingslager in Marienfeld zum DFB-Repräsentationstermin in Frankfurt war ein Highlight für Celia Okoyino da Mbabi in dieser Woche.

Doch vor allem im Nationalteam schickt sich die 22-Jährige an, zur Überfliegerin zu werden - ein Stammplatz rechtzeitig zum WM-Start am 26. Juni nicht ausgeschlossen.

Als Einwechselspielerin hat Celia Okoyino da Mbabi beim 5:0 gegen Italien (Spielbericht) ihr Tor erzielt genauso wie beim 2:0 über Nordkorea - ebenfalls als Joker.

Die Feinabstimmung wird besser

Und noch wichtiger: Die Spielerin vom SC 07 Bad Neuenahr spulte Kilometer ab und mit den Teamkameraden griffen die Mechanismen immer leichter.

"Wir sind seit sechs Wochen zusammen. Natürlich funktioniert da die Feinabstimmung immer besser", erklärte da Mbabi im Gespräch mit SPORT1.

Bester Beweis: da Mbabis elegantes Zuspiel vor dem fulminanten Tor von Alexandra Popp zum 5:0.

Ein echter Hingucker

Drei Wochen vor dem Eröffnungsspiel gegen Kanada rückt die Tochter eines Kameruners und einer Französin in den Blickpunkt. Ihres mitreißenden Spiels wegen - Fallrückzieher und Volleyversuche inklusive - und gewiss auch wegen ihrer Art, das alles leicht und locker aussehen zu lassen.

Zudem, das soll nicht verschwiegen werden, ist sie genauso im DFB-Trikot wie auch im Trainingsanzug und dezentem Make-Up ein Hingucker.

Die Frohnatur hat nach ihrem Abi erst mal eine Ausbildung gemacht, jetzt studiert sie in Koblenz Kulturwissenschaften. Das klingt so gar nicht nach abgehobener Nationalspielerin.

Wird sie gefragt, wie man ihren Namen ausspricht, sagt sie nur "wie man?s schreibt". Nun gut. Einprägen werden sich die Fans die Spielerin mit der Rückennummer 13 so oder so (DATENCENTER: Der WM-Spielplan).

"Wir mussten erstmal ackern"

Auf Facebook berichtet sie von der Partie an der Bremer Brücke: "Die 45 Minuten in Osna haben richtig Spaß gemacht? So kann es gerne weitergehen!" und erhält prompt Rückmeldung früherer Wegbegleiter.

Gegenüber SPORT1 stellt sie bescheiden die Mannschaft, nicht sich selbst in den Vordergrund: Die Siege seien schließlich Verdienst des ganzen Teams.

Und dass sie in der zweiten Hälfte so gewirbelt hat, weist da Mbabi vor allem dem Engagement ihrer Kolleginnen vor der Einwechslung ("Wir mussten erstmal ackern, dann konnten wir die Früchte ernten") und der tollen Kulisse in Osnabrück zu.

"Man will Titel gewinnen"

Mit Hilfe des Publikums soll ja auch der Titel-Hattrick Realität werden.

"Wir sind Welt- und Europameister. Unser Ziel und unser Anspruch ist es, Weltmeister zu werden", sagt da Mbabi. "Das ist auch kein besonderer Druck von außen, weil wir uns selbst dieses Ziel gesetzt haben."

Sollte das DFB-Team im eigenen Land triumphieren, hätten die Frauen geschafft, was Michael Ballack und Kollegen 2006 verwehrt blieb.

Die Europameisterin von 2009 verzieht ein wenig das Gesicht, wenn sie diesen Vergleich hört. Denn aus ihrer Sicht geht es nicht um Mann oder Frau 366780(DIASHOW: Deutschlands WM-Kader).

"Man will als Leistungssportler Titel gewinnen und auf dem Platz Erfolg haben."

WM-Premiere ein Sommermärchen?

Und ein wenig träumt die gebürtige Bonnerin auch von einem kleinen Sommermärchen.

"Es wäre ein riesiger Erfolg, wenn die Leute draußen sitzen sollten, sich verabreden und public-viewing-mäßig total unterwegs wären."

Doch zugleich schränkt sie auch ein: "Natürlich kann man es nicht in dem Maße erwarten wie bei den Männern."

Es wird ihre erste WM, das Turnier 2007 verpasste sie wegen eines Schienbeinbruchs, rappelt sich danach wieder auf und hat es mittlerweile auf 53 Länderspiele gebracht.

Schaulaufen für die WM

2004 erwarb da Mbabi die deutsche Staatsbürgerschaft, seitdem beobachtet Silvia Neid ihren Werdegang.

Und die Bundestrainerin macht da Mbabi mit Blick auf die WM indirekt Hoffnung, wenn sie sagt: "Ich habe jetzt noch keine Stammformation im Kopf."

Da Mbabi hat nun die Gelegenheit, sich in den abschließenden Testläufen gegen die Niederlande am Dienstag und gegen Norwegen (16. Juni) zu zeigen.

Abheben wird sie bei einer Nominierung in die Startelf trotzdem nicht, selbst wenn es das ideale Geburtstagsgeschenk wäre. Einem Tag nach dem Eröffnungsspiel wird sie 23.

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