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Fatmire Bajramaj (r.) spielt ab der neuen Saison beim 1. FFC Frankfurt © getty

Im Test gegen die Niederlande geht es für die Nationalspielerinnen darum, Pluspunkte bei Bundestrainerin Silvia Neid zu sammeln.

Vom Frauen-Nationalteam berichtet Mathias Frohnapfel

Aachen - Die Erwartungen steigen, doch beim deutschen Frauen-Nationalteam beschwert sich niemand darüber.

Mit dem souveränen 5:0 über Italien (Spielbericht) hat die Elf von Silvia Neid schließlich alles dafür getan, um die Lust auf die in gut drei Wochen startende Heim-WM nochmal zu steigern. (DATENCENTER: Der WM-Spielplan)

Und die Bundestrainerin will gegen die Niederlande dafür am Dienstag (16.30 Uhr) nicht nur die nächste Gelegenheit dafür nutzen, sondern mit dem zweiten Spieltermin binnen vier Tagen auch den Turnierrhythmus simulieren.

"Die Niederlande haben wie Kanada schnelle Spielerinnen und spielen wie Frankreich im 4-2-3-1-System", erklärte Neid mit Blick auf die beiden Vorrundengegner ihren Hintergedanken bei der Auswahl des Gegners.

"Verschärfter" Positionskampf

Den teaminternen Konkurrenzkampf bezeichnete sie am Montag auf Rückfrage von SPORT1 als "schon verschärft".

In der zweiten Hälfte gegen Italien trafen die eingewechselten Offensivspielerinnen Alexandra Popp und Celia Okoyino da Mbabi (Interview: Überfliegerin mit großem Traum).

Das war auch ein (Warn-)Signal an die Routiniers Birgit Prinz und Inka Grings, die zu diesem Zeitpunkt bereits wieder auf der Bank saßen.

"Wir haben das Spiel analysiert, Italien war in der ersten Hälfte viel giftiger, das Team hat die Italienerinnen müde gemacht", relativierte Neid den sichtbaren Unterschied.

Fatmire Bajramaj lauschte auf der Pressekonferenz am Aachener Tivoli den Worten der Trainerin neben ihr.

Stammplatz für Bajramaj?

Etwas überraschend stand der Werbe-Liebling zuletzt nicht in der Anfangsformation.

Auch die Meriten der Edeltechnikerin, die in der engeren Wahl zur Weltfußballerin war, scheinen ihr keinen Stammplatz zu garantieren.

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Aus Neids Aussagen versuchte Bajramaj daher für sich das Positive zu interpretieren.

Etwa im Zweikampf mit Melanie Behringer um einen Platz in der Startelf fürs Eröffnungsspiel.

"Ich freue mich, wenn Melanie gut spielt", beteuerte die Flügelflitzerin. "Es gibt keinen Neid - um Gotteswillen, wir sind eben auf jeder Position doppelt besetzt und eine Mannschaft."

Neid schürt Wettbewerb

Die Bundestrainerin machte am Duell Bajramaj/Behringer deutlich, wie hart der Konkurrenzkampf aktuell läuft.

"Lira weiß, dass sie unheimlich wichtig ist für unsere Mannschaft. Sie ist technisch unheimlich versiert, weiß aber auch, was Melanie Behringer für Qualitäten hat, immer für ein Freistoßtor gut ist."

Neid selbst achtet darauf, dass trotz aller Rivalität der Teamgeist nicht in Gefahr gerät 366780(DIASHOW: Deutschlands WM-Kader).

"Das Turnier ist sehr lang, da brauchen wir jede Spielerin, jede kann für uns total wichtig werden", sagte sie. Außerdem schätze sie die Variabilität.

"Wir haben so viele super Persönlichkeiten und können je nach Gegner taktisch umstellen."

Bartusiak und Goeßling gleichauf

Auch in der Innenverteidigung ist aktuell das Rangeln um die Startplätze im Gange.

Zwischen Saskia Bartusiak und Lena Goeßling habe im Moment "keiner die Nase vorn", ließ sich Neid aber nicht in die Karten schauen.

Indes wird Bianca Schmidt gegen die Niederlande die Chance von Anfang an erhalten. Linda Bresonik fällt wegen Achillessehnenbeschwerden aus.

Verena Faißt ist dagegen wieder fit und steht zumindest im Kader.

Schmidt dürfte sich auf einige Zweikämpfe mit den schnellen niederländischen Offensivspielerinnen gefasst machen.

Spielerinnen heiß aufs Turnier

Neid erwartet, dass ihr Team gegen Oranje entsprechend gefordert wird. Sie hat zwar nichts gegen die aufkeimende Euphorie, stellt aber fest:

"Die Mannschaft bleibt auf dem Boden der Tatsachen."

Bisher sind für das Testspiel nahe an der niederländischen Grenze 9000 Tickets verkauft, Neid hofft auf 15.000 Fans, auch wenn sie zugibt, dass die Anstoßzeit um 16.30 Uhr nicht ideal sei.

Und Bajramaj verspricht bereits wieder ein Offensivfeuerwerk, denn: "Jede Spielerin möchte in genialer WM-Form sein".

Die Erwartungen vor dem Turnier dürfte das nicht dämpfen.

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