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Fatime Bajramaj wechselt nach der WM zum 1. FFC Frankfurt © getty

Der Playboy hätte sie aufgestellt, beim DFB droht zusehends die Reservisten-Rolle. Trainerin Neid setzt vermehrt auf Behringer.

Hamburg - Die Frage musste ja kommen.

"Ich hab's gesehen und größten Respekt vor den Mädels, dass sie sich das getraut haben. Aber ich selbst würde es nicht machen", sagt Fatmire Bajramaj und blinzelt dabei in den wolkenverschleierten Hamburger Himmel.

Glamour ja, Nacktfotos nein - da bleibt die Muslima konsequent: "Der Playboy hat angefragt, aber ich habe nein gesagt. Aus Respekt vor meiner Familie und meiner Religion. Um das Geld ging es nicht."

Vielleicht spürt die 23-Jährige bei aller zur Schau gestellten Selbstsicherheit, dass 16 Tage vor dem WM-Eröffnungsspiel in Berlin gegen Kanada ihre volle Konzentration auf den Fußball wichtiger denn je ist.

Ungewohnter Blick von der Bank

Denn das schönste Gesicht der deutschen Nationalmannschaft musste zuletzt weit öfter als gewohnt von der Reservebank aus zuschauen, wenn Bundestrainerin Silvia Neid ihren WM-Kader testete.

Derzeit ist das Duell um die Nummer eins auf der linken Außenbahn im Mittelfeld zwischen Bajramaj, die als Kind mit ihren Eltern aus dem Kosovo nach Deutschland flüchten musste, und Melanie Behringer vom deutschen Pokalsieger 1. FFC Frankfurt völlig offen.

Zwar wirbt "Lira" für ihren persönlichen Ausrüster mit dem Slogan "Wer scharf aussieht, schießt auch schärfer".

Kampf mit Behringer um die linke Außenbahn

Doch in Wirklichkeit hat ausgerechnet Konkurrentin Behringer den härtesten Schuss im deutschen Team und strahlt daher auch mehr Torgefahr aus.

Im Gegenzug ist Bajramaj die Frau für die besonderen Momente auf dem Platz - im Styling, aber auch beim blitzschnellen Dribbling oder beim tödlichen Pass.

Vermutlich wird Neid von Spiel zu Spiel und von Spielstand zu Spielstand entscheiden, wer von den beiden Kontrahentinnen den Vorzug erhält. (DATENCENTER: Der WM-Spielplan)

Abseits des Rasens top

Abseits des Rasens jedenfalls hat die technisch überragende Weltmeisterin von 2007 längst die Führungsposition übernommen.

Werbetermine, Fotoshootings, TV-Talks - Bajramaj war und ist gefragt bei den Medien, was bei den Kolleginnen in der Nationalmannschaft nicht nur positiv gesehen wird.

Und so muss die attraktive Akteurin mit dem Schuhtick ("Ich habe so 200 bis 250 Paar") durch Leistung überzeugen, um interne Befürchtungen zu zerstreuen, die Zahl der Presseveröffentlichtungen habe Einfluss auf die Mannschaftsaufstellung. 366780(DIASHOW: Deutschlands WM-Kader)

Job-Sharing als Antwort?

Vielleicht liefert schon das letzte Testspiel der DFB-Frauen am 16. Juni in Mainz gegen Norwegen neue Hinweise darauf, ob Bajramaj wieder mehr Fuß fasst im deutschen WM-Kader.

Ihre Rivalin Behringer hat sich auch so ihre Gedanken gemacht und ein Job-Sharing für die WM ins Gespräch gebracht:

"Ich weiß wie jede bei uns genau, dass Lira die technisch Beste ist. Aber warum soll das nicht so laufen, dass ich beginne und sie ihre Stärken dann ausspielt, wenn die Gegnerinnen müde sind."

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