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Bundestrainerin Silvia Neid (2.v.r.) während einer Trainingseinheit des DFB-Teams © getty

Das Interesse an den DFB-Frauen wird immer größer. Birgit Prinz äußert sich zu ihrer Verletzung und dem Norwegen-Spiel.

Vom Frauen-Nationalteam berichtet Mathias Frohnapfel

Frankfurt/Neu-Isenburg - Der Kopf soll frei sein vor der Heim-WM.

Der DFB hat deshalb in seiner Frankfurter Zentrale zwölf Tage vor dem Eröffnungsspiel einen Medien-Tag organisiert. (DATENCENTER: Der WM-Spielplan)

Der Ablauf erinnerte an Speedatings in manchen Großstädten. 366780(DIASHOW: Deutschlands WM-Kader)

In der Cafeteria gingen die 50 Reporter von Tisch zu Tisch, eine kurze Begrüßung, hier und da ein Lächeln und dann durften die Nationalspielerinnen befragt werden.

Medienarbeit, um nachher ein wenig ungestörter in den Trainingseinheiten arbeiten zu können.

"Wir hatten noch nie einen Media-Day. Die öffentliche Aufmerksamkeit ist nun viel größer", kommentierte Birgit Prinz.

Und die Rekordnationalspielerin, die sonst nicht das Rampenlicht sucht, freut sich im Moment über den Fokus auf ihrer Sportart.

"Laufen ging ganz gut"

Derzeit findet die Stürmerin ihr Konterfei sogar auf der Frankfurter Zeil auf einem überlebensgroßen Werbeplakat und auch ihr persönlicher Countdown zum Eröffnungsspiel scheint nicht gefährdet.

Dabei hatte die Bänderdehnung im rechten Sprunggelenk am Sonntag ihr und dem ganzen Team einen gewaltigen Schrecken eingejagt.

"Das Laufen ging ganz gut. Vielleicht kann ich am Mittwoch schon wieder ins Training einsteigen", beruhigte die DFB-Spielführerin, deren Einsatz im Testspiel gegen Norwegen (Do., ab 20.15 Uhr im LIVE-TICKER) noch offen ist.

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Karriereende nach der WM?

Ihren Abschied vom Nationalteam hat sie schon für die Zeit nach der WM angekündigt. Vor dem Norwegen-Test verriet sie jetzt, dass womöglich auch beim 1. FFC Frankfurt im Sommer Schluss sein könnte.

"Das habe ich noch nicht entschieden", meinte sie und fügte an: "Es wird eine Rolle spielen, wie die WM läuft. Wenn die WM erfolgreich läuft, ist es leichter aufzuhören, als aus einer völligen Frustsituation heraus."

Mit Prinz durch mögliche Krisen

Als Kapitänin will Prinz alles dafür tun, dass die Mannschaft während des Turniers auch mögliche Täler möglichst unbeschadet übersteht.

"Mein Anspruch ist es, etwas bewegen zu wollen, wenn es nicht läuft", sagte sie auf SPORT1-Nachfrage.

Die Vorrundenspiele der deutschen Frauen sind ausverkauft, auch das mediale Interesse wächst von Tag zu Tag.

Dass sich nun Bundesliga-Spielerinnen für ein Herrenmagazin ausgezogen haben, ist aus Prinz' Sicht in diesem Zusammenhang kein Torpedo.

[kaltura id="0_ldc7hh0t" class="full_size" title="Ein weiteres Sommerm rchen "]

Kühle Reaktion auf "Playboy"-Fotos

"Ich denke nicht, dass dadurch der Frauenfußball in eine andere Ecke gedrängt wird", sagte sie.

"Es gibt keine Frauenmannschaftssportart, in der sich nicht schon einige für den Playboy ausgezogen haben. Das ist nicht so gravierend."

Aus dem Team waren auch von Alexandra Popp und Kim Kulig ähnliche Meinungen zu hören. Und ohnehin interessierte die Spielerinnen mehr die WM-Generalprobe gegen Norwegen.

Kompliment für Norwegen

Prinz nannte den Gegner, der als Geheimfavorit auf den Titel gilt, "sehr robust und relativ zielstrebig im Spielaufbau".

Silvia Neid hofft, dass die deutsche Defensive - in den bisherigen Testläufen noch ohne Gegentor ? stärker gefordert wird. Zudem hofft die Bundestrainerin auf weitere Fortschritte im Passspiel ihrer Mannschaft.

An der Durchsetzungsfähigkeit der Spielerinnen wurde am Montag bereits im Training mit Boxerin Regina Halmich (417978DIASHOW) gearbeitet. Dabei trieb die Kampfsportlerin Halmich das Team durchaus mit erhöhter Dezibel-Zahl an.

Keine schlechte Voraussetzung, findet Nadine Angerer.

"Norwegen wird ein anderes Kaliber", erklärte die Keeperin auf SPORT1-Rückfrage. Sie stellt sich gegen den Weltmeister von 1995 auf mehr Arbeit ein.

Angerer: "Die beste Mannschaft der Welt"

An ihrer grundsätzlichen Einstellung, dass Deutschland am Ende seinen Fans am Frankfurter Römer die WM-Trophäe präsentieren wird, ändert das nichts.

"Wir sind die beste Mannschaft der Welt - wenn wir 100 Prozent Leistung bringen", tönte Angerer selbstbewusst.

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