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Saskia Bartusiak spielt seit 2005 beim 1. FFC Frankfurt © getty

Die DFB-Abwehr könnte gegen Norwegen hart geprüft werden. Bartusiak und Peter schildern SPORT1 die Tücken einer Bestmarke.

Vom Frauen-Nationalteam berichtet Mathias Frohnapfel

Frankfurt am Main/Mainz - Die Wahrheit ist: Besser als bei der WM 2007 kann Deutschlands Viererkette ihren Job nicht erledigen.

Ohne Gegentreffer marschierte die Defensive durch das Turnier, der zweite WM-Titel in Folge war fast die logische Konsequenz.

Ein Defensivrekord womöglich für die Ewigkeit.

Immerhin: Auch die aktuelle Viererkette wirkt stabil, blieb in den drei Testspielen gegen Nordkorea (2:0), Italien (5:0) und die Niederlande (5:0) bei 12:0 Toren makellos. Keeperin Nadine Angerer erscheint ebenso konzentriert wie motiviert.

Doch jetzt fordert der angriffslustige WM-Teilnehmer Norwegen (ab 20.15 Uhr im LIVE-TICKER) die DFB-Frauen.

"Eine echte Generalprobe"

Es ist die Bewährungsprobe für Saskia Bartusiak und Annike Krahn in der Abwehrzentrale sowie Linda Bresonik und Babett Peter auf den Außen 366780(DIASHOW: Deutschlands WM-Kader).

Die Potsdamerin bezeichnet die Partie im Gespräch mit SPORT1 als "echte Generalprobe". Zumal Peter eine hohe Meinung von den Skandinavierinnen hat (DATENCENTER: Der WM-Spielplan):

"Norwegen kann auch um den Titel mitspielen. Wenn sie die Gruppe überstehen, mit Schub kommen, ist es unheimlich schwer, sie zu schlagen", sagt sie und erinnert an das umkämpfte EM-Halbfinale 2009, in dem sich Deutschland nur knapp durchsetzte.

Bartusiak ist gesetzt

Peter erledigt ihre Aufgabe auf der linken Außenbahn derzeit sicher und mit hoher Konzentration. Fehler waren bei ihr zuletzt fast so selten wie bei Abwehrperfektionist Philipp Lahm in Bestform.

Das gilt auch für Saskia Bartusiak, deren Stammplatz in der Innenverteidigung von Bundestrainerin Silvia Neid schon quasi bestätigt wurde.

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"Das ist für uns der härteste Test in der Vorbereitung. Ich denke, dass wird ein hartes Spiel auf Augenhöhe", sagte Bartusiak im Gespräch mit SPORT1.

Riesenrespekt vor Norwegen

Den von der Wolfsburgerin Leni Larsen Kaurin angetriebenen Norwegerinnen traut Bartusiak gar das "Zeug zum Weltmeister" zu.

Andererseits will sich die ehrgeizige Abwehrspielerin in Mainz gegen den Weltranglisten-Neunten ansprechend präsentieren (417978DIASHOW: DFB-Frauen trainieren mit Regina Halmich).

Und die Frankfurterin, die kürzlich ihr Studium der Sportwissenschaft mit 1,6 glänzend abschloss, scheut auch den Vergleich mit der Betonabwehr von vor vier Jahren nicht.

"Ich denke schon, dass die Abwehr so stabil wie 2007 sein kann. Wir haben einen sehr guten Kader, sind auch in der Breite ausgeglichen besetzt", urteilt sie.

[kaltura id="0_koycx2o5" class="full_size" title="Mit Vollgas zur Titelverteidigung"]

"Das ist schwer zu wiederholen"

Teamkollegin Babett Peter ist mit Blick auf die Null-Tore-Bestmarke wesentlich skeptischer.

"Das ist eine einmalige Geschichte und so schwer zu wiederholen", meint sie.

"Wir werden sicher bei der WM auch ein Gegentor bekommen. So lange wir aber immer eins mehr schießen, habe ich damit überhaupt kein Problem."

Unter besonderer Beobachtung im Norwegen-Spiel wird derweil Annike Krahn stehen, die nach ihrem auskurierten Kreuzbandriss erst vor kurzem ins Team zurückgekehrt ist.

Die Innenverteidigerin vom FCR Duisburg will vor allem ihren Aussetzer gegen die Niederlande vergessen machen. Um ein Haar hätte sie ein Gegentor verschuldet, die schöne weiße Weste wäre auf einmal mit einem hässlichen Fleck besudelt gewesen.

Kommt es auf die Doppelsechs an?

Bundestrainerin Neid wird aber auch das zuletzt hochgelobte Mittelfeldduo Simone Laudehr und Kim Kulig genau unter Betracht nehmen.

Denn auf SPORT1-Nachfrage erklärte sie zur bislang makellosen Defensivbilanz: "Wir haben noch kein Gegentor bekommen, weil auch die Spielerinnen vor der Abwehr kaum etwas zulassen, das möchte wir auch gegen Norwegen fortführen."

Zugleich warnte die 47-Jährige: "Wir wissen aber, dass die Norwegerinnen sehr schnelle Spielerinnen haben, die den direkten Weg zum Tor suchen, von außen nach innen starten."

Das Gegenrezept nannte sie fast im gleichen Atemzug, forderte vorn der Viererkette sehr aufzupassen und von der "gesamten Mannschaft mit Nachdruck die zweiten Bälle aufzunehmen".

Womöglich ärgert Norwegen das deutsche Team aber mit den eigenen Waffen, in der gesamten WM-Qualifikation ließen die Nordeuropäerinnen nur zwei Gegentreffer zu.

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