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Simone Laudehr (l.) und Kim Kulig wurden mit Deutschland 2009 Europameister © getty

Die Nationalspielerinnen genießen die freien Tage bis zum großen WM-Countdown. Birgit Prinz warnt vor zu großem Optimismus.

Vom Frauen-Nationalteam berichtet Mathias Frohnapfel

Mainz - Silvia Neid hat gerade das Wort "Trainingsplan" gehört und hebt gleichsam mahnend und mit einem Lächeln die Augenbrauen.

Dabei muss sich die Bundestrainerin gewiss keine Sorgen machen, dass ihre Spielerinnen bis zum Dienstag nur auf der faulen Haut liegen.

Das gilt, selbst wenn es diesmal von der Chefin keine expliziten Trainingspläne für die freien Tage gab.

Zu groß ist der Anreiz beim Eröffnungsspiel der Heim-WM am 26. Juni dabei und topfit zu sein. (DATENCENTER: Der WM-Spielplan)

"In den Tag hineinleben"

"Ich werde an zwei Tagen was machen", erzählt Babett Peter im Gespräch mit SPORT1. Die Linksverteidigerin will ansonsten ein Privileg genießen, dass Nationalspielerinnen höchst selten haben:

"Ich will in den Tag hineinleben."

Klingt gut, bei der 23-Jährigen sieht das dann so aus, dass sie sich "mit Freunden und Familie" treffen will. 366780(DIASHOW: Deutschlands WM-Kader)

Mentale Stärke tanken

Ihre Teamkolleginnen nennen nach dem 3:0-Sieg über Norwegen ähnliche Pläne.

"Wir müssen bei der WM mental stark sein. Da tut es ganz gut, für kurze Zeit nochmal in den eigenen vier Wänden zu sein und im eigenen Bett zu schlafen", meint Simone Laudehr.

"Ich werde vielleicht ins Kino gehen und ein bisschen shoppen. Zum Friseur werde ich aber nicht gehen - ich mag meine langen Haare."

Kulig spannt in Hamburg aus

Laudehrs Partnerin auf der Doppelsechs, Kim Kulig, will entspannte Tage in der "schönen Hansestadt" Hamburg verbringen. Aktuell steht Kulig noch in Hamburg unter Vertrag, wechselt zur neuen Saison aber zum 1. FFC Frankfurt.

Auch Melanie Behringer freut sich auf die Freizeit und gibt zu: "Es wird uns gut tun, unsere Familien zu sehen."

[kaltura id="0_ccy3ijdy" class="full_size" title="Prinz steckt Gomez in die Tasche"]

Kampf dem Lagerkoller

Seit 11. April arbeiten die DFB-Frauen auf die WM hin, verbrachten in sieben Lehrgängen viel Zeit miteinander. Damit ja kein Lagerkoller entsteht, gab es zwischendurch aber immer wieder ein paar freie Tage.

Abspannen vom Trainingsalltag, dafür ist jetzt die letzte Gelegenheit, während der WM sollen die Spielerinnen im besten Fall bis zum großen Finale am 17. Juli in Frankfurt sich gut verstehen.

DFB-Küken Alexandra Popp traf in der Vorbereitung in vier Spielen fünfmal, auch sie freut sich auf Entspannung und etwas weniger Rummel als zuletzt. "Ich werde die letzten Züge mit der Familie und den Freunden genießen", sagte die 20-Jährige.

Neid sorgt sich nicht um Prinz

Für Rekordnationalspielerin Birgit Prinz geht es indes bis Dienstag darum, weiter zu regenerieren. Beim Testspiel in Mainz war sie trotz der am Sonntag erlittenen Bänderdehnung von Anfang an dabei, spielte eine Halbzeit.

"Sie war anfangs in den Zweikämpfen etwas zögerlich. Man hatte ihr angemerkt, dass sie noch etwas Schmerzen hatte", berichtet Neid über ihre Spielführerin.

Bis zum Treffen in Berlin werde es Prinz aber gewiss besser gehen.

"Wir haben sehr gute Einzelspielerinnen"

Die 33-Jährige selbst geht mit viel Optimismus in das Turnier, wollte nach den vier Testspielsiegen aber auch nicht allzu viel Lob hören.

"Es zeigt sich am Ende erst, wenn es mal kritisch ist, ob wir die beste Mannschaft haben", sagte sie und ergänzte: "Wir haben wirklich sehr gute Einzelspielerinnen. Im Moment wirkt es auch so, als ob wir ein sehr gutes Team hätten."

Ihr werde aber gewiss nicht langweilig in den nächsten Tagen, meinte Prinz noch, ehe sie sich verabschiedete.

Entspannung auf dem Golfplatz

Silvia Neid will übrigens - falls möglich - in der kurzen Erholungspause Golfen gehen, "eine Neun-Loch-Runde" spielen.

Ansonsten wird die Bundestrainerin bereits die Trainingspläne für die kommende Woche im Kopf haben.

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