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Kelly Smith (l.) ist der Star in Englands Frauen-Nationalteam © getty

Die "Nadeshiko" wollen Weltmeister werden. Doch England und zwei bissige Außenseiter warten. SPORT1 stellt die Gruppe B vor.

München - Nach der schweren Erdbeben-Katastrophe im März bemüht sich Japan derzeit um die Rückkehr zur Normalität.

Bei der Frauen-WM in Deutschland trifft das japanische Team in der Gruppe B auf England, Neuseeland und Mexiko.(DATENCENTER: Der WM-Spielplan)

Das Team will seinen leidgeprüften Landsleuten möglichst viele Siege schenken. (BERICHT: Frankreich ist Deutschlands härtester Rivale)

"Wir wollen Weltmeister werden", erklärte Trainer Norio Sasaki. Unrealistisch ist die Zielvorgabe nicht, die Japanerinnen waren bisher bei jeder WM dabei und sind als Asiens Vize-Meister und Vierter der Weltrangliste ein Mitfavorit auf den Titel.

Der zweite Platzhirsch in der Gruppe sind die Engländerinnen, die in der Vorbereitung die starken US-Girls besiegten. Das gleiche Kunststück gelang übrigens den Mexikanerinnen in der Qualifikation.(ZUR MELDUNG: Countdown bis zum ersten Rekord)

SPORT1 stellt die Teams der Gruppe B vor und nennt die wichtigte Fakten.

Japan:

Größter Erfolg bislang: WM-Viertelfinale 1995

Weltranglistenposition: 4

Das Team: Kämpferisch, technisch und taktisch sind die Japanerinnen stark und können an guten Tagen jedem Team Probleme bereiten.

Star ist seit über zehn Jahren und mit über 150 Länderspielen Homare Sawa, die torgefährliche Spielmacherin. Jungstar Mana Iwabuchi hat sich bei den letzten WM-Turnieren der U 17 und U 20 in den Fokus gespielt.

Yuki Nagasto ist die torgefährliche Stürmerin in Diensten des deutschen Meisters Turbine Potsdam, Kozue Ando spielt beim FCR Duisburg. Der 1.FFC Frankfurt hat sich kurz vor der WM noch die Dienste von Saki Kumagai gesichert.

[kaltura id="0_ccy3ijdy" class="full_size" title="Deutschland l sst die Puppen tanzen "]

Die Qualifikation: Die "Nadeshiko" ist bisher bei jeder WM dabei gewesen. Dieses Mal kommen die Japanerinnen als Asiens Vizemeister. 419496(DIASHOW: Zwischenzeugnisse der deutschen Spielerinnen)

In den beiden Auflagen zuvor benötigten sie jeweils erfolgreiche Playoff-Duelle mit Mexiko. In der Qualifikation überzeugte Japan und schlug unter anderem die starken Nordkoreanerinnen.

Erreicht hat Japan auf Weltebene noch nicht viel, bislang haben sich die Hoffnungen der Asiatinnen nicht erfüllt.

Neuseeland:

Größter Erfolg bislang: Vorrunde 1991, 2007

Weltranglistenposition: 23

Das Team: Trainer John Herdman hat in seinem jungen Kader einige Vorzeigespielerinnen in seinen Reihen.

Allen voran Verteidigerin Ali Riley, die mit dem Klub FC Gold Pride in den USA im September den Gewinn der Meisterschaft feierte und zur besten neuen Spielerin der Liga gewählt wurde.

Rebecca Smith könnte eine Art Heimspiel bevorstehen. Die Defensivspielerin ist in der Frauen-Bundesliga beim VfL Wolfsburg aktiv - und somit in einem der WM-Spielorte zu Hause.

Mit dem Herforder SV in die Zweite Liga abgestiegen ist die Defensivallrounderin Hannah Bromley. Bromley lobt ihren Coach in den höchsten Tönen: "Er redet viel mit uns, versucht zu erklären. Es hat das Herzblut einer Mutter."

Qualifikation: Wie sehr der Frauenfußball in Neuseeland im Kommen ist, zeigte die überlegene WM-Qualifikation Anfang Oktober.

Bei der Ozeanien-Meisterschaft erteilten die "Football Ferns" ihren Gegnern regelrechte Lehrstunden und schnappten sich nach fünf Spielen mit insgesamt 50 Toren und ohne Gegentreffer das WM-Ticket als Finalsieger (11:0 gegen Papua-Neuguinea).

Bei der dritten WM-Teilnahme nach 1991 und 2007 will Neuseeland erstmals die K.o.-Runde erreichen.

Mexiko:

Größter Erfolg bislang: Vorrunde 1999

Weltranglistenposition: 22

Das Team:

Leonardo Cuellars Team ist altersmäßig gut gemischt. Star-Spielerin Maribel Dominguez knüpft an frühere Tage wie etwa bei den Olympischen Spielen 2004 in Athen an.

Ein Jahr später hatte der Weltverband FIFA ihr einen Vertrag in einer Männer-Liga in Mexiko verwehrt.

Sie wanderte nach Spanien aus, jetzt ist die Spielführerin wieder zurück: "Im Vergleich zu früher, wo die Leute zum Staunen kamen, unterstützen sie uns als Fans. Wir sind inzwischen anerkannt und das freut uns. Das gibt uns Rückenwind."

Qualifikation: In Cancun wurde am 5. November Fußballgeschichte geschrieben, als Mexiko im Halbfinale des WM-Qualifikationsturnier der Nord-, Mittelamerika- und Karibik-Zone (CONCACAF) Seriensieger USA ausschaltete und in die Playoff-Ehrenrunde schickte.

Das 2:1 vor 8500 Zuschauern im Estadio Beto Avila verwandelte den Baseball-Tempel in eine Fußball-Hölle.

Trainer Cuellar, ein Ex-Profi, der die Mexikanerinnen schon 1999 zur WM geführt hatte, erklärte überglücklich zur zweiten WM-Teilnahme:

"Ich habe immer an meine Spielerinnen geglaubt. Wir waren unserem Publikum eine solche Leistung schuldig, nachdem wir in der Vergangenheit im Play-off gegen Japan enttäuscht hatten."

England:

Größter Erfolg bislang: WM-Viertelfinale 1995, 2007

Weltranglistenposition: 10

Das Team: Aushängeschild der Engländerinnen ist Kelly Smith. Die 32 Jahre alte Angreiferin, die in der US-Liga bei den Boston Breakers aktiv ist, ist Englands Rekordtorschützin.

Im Mittelfeld ist Rachel Yankey die erfahrenste Akteurin im Kader. Sie ist nach einer langen Verletzungspause und der verpassten EM 2009 wieder an Bord.

Sorgen gibt es in der Abwehr, wo zwei feste Größen verletzt fehlen. Faye White und Katie Chapman dürften nur schwer zu ersetzen sein.

Qualifikation: Der Vize-Europameister hat sich zum dritten Mal für die Endrunde der Frauen-WM qualifiziert. Das Ticket für die WM 2011 löste England am Ende mit zwei Siegen im Playoff-Duell mit der Schweiz (2:0, 3:2).

2007 in China war für "Hope's Lions", so der Spitzname der Auswahl von Cheftrainerin Hope Powell, im Viertelfinale Schluss.

Dort unterlagen die Engländerinnen den Olympiasiegerinnen aus den USA mit 0:3. Während der WM-Vorbereitung konnten die Engländerinnen die US-Girls aber mit 2:1 schlagen - es war der erste Sieg gegen die USA seit 23 Jahren.

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