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Schwedens Lotta Schelin (r.) gewann mit Olympique Lyon die Champions League © getty

In der Gruppe C liefert sich Ex-Weltmeister USA mit Schweden einen Kampf um den Gruppensieg. Doch auch Nordkorea ist gefährlich.

München - Die Rollenverteilung in Gruppe C scheint klar:

Die Favoriten aufs Weiterkommen heißen USA und Schweden, wobei einige Experten auch Nordkorea gute Chancen aufs Weiterkommen einräumen.

Kolumbien, das in seinem ersten Spiel am 28. Juni auf Schweden trifft, gilt als das schwächste Team der Gruppe. (DATENCENTER: Der WM-Spielplan)

"Die USA sind Titelfavorit und nicht umsonst Weltranglisten-Erste", erklärt Birgit Prinz gegenüber SPORT1.

Und die Rekordnationalspielerin, die einst selbst bei Carolina Courage in den Staaten gespielt hat, weiß um die Qualitäten des großen deutschen Rivalen: "Sie haben physisch immer eine sehr starke Mannschaft mit individuell sehr starken Spielerinnen. Der Titel geht nur über die USA."

SPORT1 stellt die Teams der Gruppe C vor und nennt wichtige Fakten.

USA:

Größter Erfolg bislang:Weltmeister 1991 und 1999

Weltranglistenposition: 1

Das Team:

Bekanntester Name bei den US-Girls ist Stürmerstar Abby Wambach. Sie traf auch vor einem Jahr beim 4:0-Erfolg über Weltmeister Deutschland.

Mit im Team ist Allison Krieger, die bis zum Frühjahr vier Jahre beim 1. FFC Frankfurt spielte.

Als Spielführerin geht bei den Nordamerikanerinnen Christie Rampone voran. (Gruppe A: Frankreich ist Deutschlands härtester Rivale)

Die 35-Jährige ist rechte Hand von Trainerin Pia Sundhage. "Ich vertraue ihr unglaublich, sie hat nicht nur als Spielerin Vorbildfunktion", sagte die Schwedin über ihre Kapitänin.

Die Qualifikation:

Seit 1991 waren die USA bei jeder WM vertreten und erreichten immer mindestens das Halbfinale. Doch diesmal tat sich das Team in der Qualifikation schwer, musste ins Playoff-Duell gegen Italien. Mit zwei 1:0-Siegen buchten die US-Girls das Ticket nach Deutschland in allerletzter Sekunde.

"Die Teams weltweit holen auf. Und wenn du ganz oben stehst, ist es schwierig, dort zu bleiben", kommentierte Trainerin Pia Sundhage.

Schweden:

Größter Erfolg bislang: Vizeweltmeister 2003

Weltranglistenposition: 5

Das Team:

Die Schwedinnen genießen in der deutschen Nationalelf großen Respekt.

Innenverteidigerin Saskia Bartusiak kennt die skandinavischen Besonderheiten, sie spielt beim 1. FFC Frankfurt gemeinsam mit Angreiferin Jessica Landström und Abwehrspielerin Sara Thunebro.

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"Schweden gehört zum engeren Favoritenkreis. Wir wissen von unseren schwedischen Nationalspielerinnen in Frankfurt, dass sie eine starke Mannschaft haben", meint Bartusiak auf SPORT1-Rückfrage.

Coach Thomas Dennerby setzt auf eine starke Defensive und konterstarke Spielerinnen.

Durch das Karriereende von Hanna Ljungberg und Victoria Sandell Svensson ist nach dem enttäuschenden Viertelfinal-Aus bei der EM 2009 die nächste Generation gefordert.

Dennerby ist sich sicher: "Meine Spielerinnen bilden eine der stärksten Frauen-Nationalmannschaften, die Schweden je hatte."

Spielführerin bei den Schwedinnen ist Caroline Seger, in der Offensive ist Lotta Schelin vom Champions-League-Sieger Olympique Lyon der große Star. Vom Hamburger SV schaffte Antonia Göransson den Sprung in den Kader.

Qualifikation:

Um ein Haar hätte die WM in Deutschland ohne die Dauerbrenner aus Schweden stattfinden müssen. Im abschließenden Europa-Play-off-Duell mit Dänemark stand die Mannschaft nach dem 2:1 im Hinspiel in Dänemark mit dem Rücken zur Wand: Nach 43 Minuten führten die Gastgeberinnen 2:0.

Doch Charlotte Rohlin rettete ihr Team erst in die Verlängerung und besorgte dort doch noch das WM-Ticket.

Die weiblichen "Tre Kronor" hoffen wie bei allen fünf Auflagen zuvor auf den ersten WM-Titel, bevor sie bei der EM 2013 im eigenen Land auftrumpfen wollen.

Kolumbien:

Größter Erfolg bislang: Qualifikation für die WM 2011

Weltranglistenposition: 31

Das Team:

Mit Tatiana und Natalia Ariza stehen Zwillinge im Team.

Interessant sind die sieben Juniorinnen im Team. Yoreli Rincon im Mittelfeld ist bereits ein echter Star, Ingrid Vidal sorgte mit ihrem Jubel nach dem Siegtor im letzten Qualifikationsspiel für Schlagzeilen - sie lupfte ihr Trikot.(Gruppe B: Hope's Lions fordern Japans Favoritinnen)

Der Coach Ricardo Rozo gilt als ehrgeiziger Mann. "Wenn wir an einem Turnier teilnehmen, wollen wir auch gewinnen", sagte der 40-Jährige.

Kolumbien spielt solide, aber man spürt die Unerfahrenheit. Gerade in Drucksituationen gibt es Probleme. Aber wenn der Gegner den Kolumbianerinnen Zeit und Raum zum Spielen lässt, sind sie brandgefährlich. In der Vorbereitung allerdings gab es zwei Niederlagen gegen WM-Konkurrent Mexiko.

Qualifikation:

Nach der Teilnahme an der U17-WM 2008 und dem Erreichen des U20-WM-Halbfinals 2010 ist Kolumbien jetzt auch erstmalig für die "große Endrunde" qualifiziert.

Trainer Ricardo Rozo und seine "Cafetas" feierten die Qualifikation als Zweite hinter Südamerikameister Brasilien bereits als historischen Moment: "Ich danke Gott für den Sieg und unserem Verbandspräsidenten Luis Bedoya, dass er sich seit etwa zwei Jahren für Frauenfußball interessiert und uns hilft. Wir sind gute Botschafter für unser Land."

Nordkorea:

Größter Erfolg bislang: WM-Viertelfinale 2007

Weltranglistenposition: 8

Das Team:

Eins steht fest: Die Abwehr Nordkoreas ist schwer zu knacken, wie die Asiatinnen im lange ausgeglichenen Testspiel gegen Deutschland gezeigt haben.

Am Ende verlor Nordkorea 0:2, zeigte aber ein gutes Passspiel und beeindruckte auch durch eine starke Athletik.

Der Frauenfußball hat in Nordkorea einen großen Stellenwert. Dreimal sicherte sich das Team aus dem fernen Osten den Titel des Asienmeisters (2001, 2003, 2008). Im Mai 2010 verpasste Nordkorea erst im Elfmeterschießen (4:5 gegen Australien) den vierten Triumph.

Star im Kader der Nordkoreanerinnen ist Jo Yun-Mi. Die 23-Jährige ist die Spielmacherin und wurde bei der diesjährigen Asienmeisterschaft zur besten Akteurin des Turniers gewählt.

Neben Jo ist Kim Kyong-Hwa das Aushängeschild der Mannschaft. Kim führte Nordkorea 2006 zum U-20-WM-Titel und bestritt sowohl bei der WM 2007 in China als auch bei den Olympischen Spielen 2008 in Peking alle Spiele für ihr Team.

Qualifikation:

Durch den Einzug in das Finale bei der Asienmeisterschaft löste die Mannschaft von Trainer Kim Kwang-Min gleichzeitig auch das Ticket für die WM 2011 in Deutschland.

Obwohl Nordkorea sich seit Jahren unter den zehn besten Frauen-Nationalteams der Welt hält, wartet die Mannschaft bei einer WM noch auf den großen Durchbruch.

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