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Silvia Neid (l., mit DFB-Präsident Theo Zwanziger) ist seit 2005 Trainerin des DFB-Teams © getty

Die Bundestrainerin verlängert ihren Vertrag bis 2016 und treibt nach der Ankunft in Berlin das Team an. Zwanizger versteht Spaß.

Vom Frauen-Nationalteam berichtet Mathias Frohnapfel

Berlin - Silvia Neid beobachtete das Training in der Berliner Abendsonne wohlwollend.

Den Applaus der 1000 Kiebitze für gelückte Torschüsse war für die Bundestrainerin ein weiteres Zuckerl, schließlich hatte der DFB an diesem Tag die Vertragsverlängerung mit Neid bis 2016 bekannt gegeben.

"Das möchten wir als Zeichen der Anerkennung verstehen und damit auch ein Zeichen an die jungen Spielerinnen geben", erklärte Theo Zwanziger am Dienstagmittag.

Dem Team wünschte er für die Heim-WM alles Gute (DATENCENTER: Der WM-Spielplan).

"Ihr habt euch großartig vorbereitet, doch es braucht in den jeweiligen Situationen ein Quäntchen Glück, das wünsche ich euch", sagte der DFB-Präsident und lobte: "Ich weiß, dass ihr den deutschen Fußball großartig vertreten werdet."

Neid freute sich über die Offerte: "Ich habe ja gesagt, musste nicht lange überlegen. Ich habe den schönsten Job als Bundestrainerin."366780(DIASHOW: Deutschlands WM-Kader)

Und sie fügte an: "Es ist ein Zeichen, dass man mir und der Mannschaft vertraut. Ein größeres Lob kann man von seinem Arbeitgeber nicht bekommen."

Hatte Neid sich noch vor einigen Wochen öffentlich bedeckt zu ihrer Zukunft gehalten, planen jetzt beide Partner fix miteinander. Dem Team dürfte das vor dem Eröffnungsspiel gegen Kanada am Sonntag einen zusätzlichen Anschub geben.

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Grings hat Spaß

Die Spielerinnen waren auf jeden Fall mit einer großen Portion Optimismus nach der viertägigen Verschnaufpause nach Berlin gereist und präsentierten sich bei den Übungen unweit des Olympiastadions ballfertig und engagiert. (ZUR MELDUNG: Countdown zum ersten Rekord)

"Natürlich macht es so mehr Spaß zu trainieren", sagte Inka Grings mit Blick auf das große Fan-Interesse.

Und die Torjägerin freute sich nach dem Training auch über den neuen Vertrag für Silvia Neid, die "fantastische Arbeit" geleistet habe. "Es wäre sehr schade gewesen, wenn der DFB sie hätte ziehen lassen", sagte sie zu SPORT1.

Neid kann indes wohl auch fix mit Birgit Prinz planen. Die Angreiferin hat ihre Bänderdehnung im rechten Sprunggelenk rechtzeitig vor dem WM-Auftakt auskuriert.

"Birgit ist mit mir nach Berlin geflogen. Ihr geht es sehr gut. Sie hat sich gut erholt", sagte die Cheftrainerin über den Fitnesszustand ihrer Spielführerin, die allerdings im Training noch einige Male im Zweikampf zurückzog.

Volle Konzentration auf die WM

Das geplante Golfen an den vergangenen freien Tagen musste Neid wegen des schlechten Wetters ins Wasser fallen, stattdessen kreisten ihre Gedanken um die nahe WM.

"An Was-ganz-Anderes-Denken fällt mir sehr schwer", meinte sie und fügte hinzu: "Ich hoffe, das bleibt die nächsten vier Wochen so."

Denn dann würde Deutschland bis zum Finale mit im Rennen sein.

Neid warnte aber auch ungewohnt scharf: "Wir wollen nicht in der Vorrunde ausscheiden, obwohl auch das passieren kann."

Zwanzigers Talisman

Indes hofft Theo Zwanziger seinen Beitrag zu Deutschlands drittem Titelgewinn leisten zu können.

Mit heiligem Ernst berichtet der DFB-Präsident von einem Medaillon, das dem Team bei der WM in China Glück gebracht habe.

"Es ist mir besonders ans Herz gewachsen, beim Elfmeter, den Nadine Angerer damals hielt, hab ich ganz fest daran gerieben", erzählte Zwanziger vom Finalsieg 2007 gegen Brasilien.

Frauenversteher mit Potenzial nach oben

Neid hofft auch diesmal wieder auf die moralische Unterstützung des DFB-Präsidenten, neckte ihn dennoch bei der Pressekonferenz.

Als Zwanziger erklären sollte, wie es ihm denn gehe in der Rolle des großen Frauenverstehers, stachelte Neid ihn an: "Na, da bin ich mal auf die Antwort gespannt."

Und die 47-Jährige nannte ungefragt ein Beispiel. "Ihr Frauen immer mit euren Koffern", hätte Zwanziger bei der Ankunft am Flughafen mit einem Seufzer gesagt.

Soll heißen, der DFB-Präsident ist sehr wohl ein Frauenversteher, hat aber noch Potenzial nach oben.

Zwanziger selbst nickte belustigt zur der Erzählung und gab sich geschlagen: "Damit ist Antwort von kompetenter Seite gegeben."

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