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Die deutschen Fußball-Frauen wurde 2003 und 2007 jeweils Weltmeister © getty

Die nächste Idee zum Team-Building stößt bei Nadine Angerer auf wenig Gegenliebe. Dabei sind die Bedingungen in Berlin ideal.

Vom Frauen-Nationalteam berichtet Mathias Frohnapfel

Berlin - Mit dem Rasen im Stadion am Wurfplatz könnte man jeden englischen Gärtner beglücken.

So sehr strotzt das Grün, so akkurat ist das Geläuf unmittelbar am Berliner Olympiastadion 366780(DIASHOW: Deutschlands WM-Kader).

Seit Dienstag bereitet sich hier Deutschlands Frauen-Nationalteam unter perfekten Bedingungen auf das WM-Eröffnungsspiel gegen Kanada (So., ab 17.30 Uhr im LIVE-TICKER) vor, 1000 Fans sahen dabei am Dienstagabend zu.

"Dem Trubel entfliehen"

Und in der letzten heißen Phase vor dem Start der Heim-WM scheint alles wie am Schnürchen zu laufen, was DFB-Teammanagerin Doris Fitschen mit Wohlwollen registriert.

"Die Spielerinnen sind beeindruckt, wie sie empfangen wurden", berichtet Fitschen vom Fan-Interesse und weist auf die sehr gute Stimmung im Team hin.

Damit das so bleibt, hat das Trainerteam für Donnerstag eine spezielle Teambuildingsmaßnahme ins Programm genommen.

"Es ist noch geheim, aber wir fahren ins Grüne, wollen ein bisschen dem Trubel von Berlin entfliehen", verrät Fitschen.

Angerer: "Lieber Dinge laufen lassen"

Nadine Angerer hält wenig von der Wirkung solcher organisierter Ausflüge. "Man sollte die Dinge laufen lassen", sagt die Keeperin. Dann schiebt sie hinterher, sie wisse ja, was geplant sei, das könne lustig werden.

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Schon vom Drachenboot-Fahren, das die Mannschaft vor dem Test gegen die Niederlande unternahm, war sie mäßig begeistert. "Team-Building ist ja gerade in, ich halte generell nicht so viel davon. Wenn das aber einen positiven Effekt hat, bitteschön", sagte Angerer damals.

Und sie fügte an: "Das beste Team-Building ist zusammen einen Titel zu gewinnen." Angerer denkt erfolgsorientiert. Wenn am Ende der Titel rausspringt, will die ausgebildete Physiotherapeutin sich nicht zu sehr aufregen.

Keeperin hofft auf Energie der Fans

"Es ist sehr schwer wieder Weltmeister zu werden, unsere einzige Chance ist, in Deutschland zu spielen. Das wird Energie ausstrahlen, wir werden das aufsaugen", meint sie.

Sie selbst kann sich mit der WM ein Denkmal setzen. 2007 blieb sie beim WM-Triumph ohne Gegentor, an sich schon ein unglaublicher Rekord. Würde der Torfrau das Kunststück zweimal glücken, hätte sie vermutlich einen Rekord für die Ewigkeit aufgestellt. (DATENCENTER: Der WM-Spielplan)

"Ich gehe davon aus, dass es nicht möglich ist noch einmal komplett zu null zu spielen", sagt sie auf SPORT1-Rückfrage offen. An ihr und ihren Vorderleuten soll das Unternehmen aber nicht scheitern, schließlich bezeichnet sie sich als "sehr zufrieden mit der Viererkette".

[kaltura id="0_oyshsinu" class="full_size" title="Vorfreude steigt"]

Fitschen lässt Angerer übrigens mit ihrem Protest gegen das "Team-Building" gewähren. Die ehemalige Nationalspielerinnen kennt selbst härtere Zeiten.

Radetzky-Marsch für die Stimmung

Um das Team zusammenzuschweißen, hätte früher Bundestrainerin Tina Theune im Bus eine Kassette aufgelegt. "Das war auch gerne mal der Radetzky-Marsch, um uns in Stimmung zu bringen", berichtet Fitschen.

Märsche sind auch auf der Lieblings-Musikliste von Ariane Hingst nicht einprogrammiert. Für die gebürtige Berlinerin ist es ein großer Moment in ihrer Heimatstadt beim Eröffnungsspiel dabei sein zu können.

Keine Sticheleien

Das gilt auch, wenn sie im Moment nicht erste Wahl ist und am Sonntag auf Einsatzminuten hoffen muss.

Auf Sticheleien gegen ihre Konkurrentin auf der Doppelsechs - Simone Laudehr und Kim Kulig - lässt sich die 31-Jährige nicht ein. "Die Chemie stimmt wie in den Jahren zuvor", stellt sie fest. Ansonsten gibt es ja noch das Team-Building.

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